(openPR) Bremen, Januar 2007 - Deutsche leben immer länger. Damit verzögern sich auch Renteneintrittsalter und der Zeitpunkt finanzieller Sorgenfreiheit. Kaum verwunderlich: Auch der Wunsch nach einem eigenen Kind stellt sich immer später ein. Damit geht nicht nur eine erschwerte Schwangerschaft einher, auch das Risiko von Fehlgeburten steigt an. Doch nicht nur gesellschaftliche Umstände, wie später Schul- und Studienabschluss und verzögerter Einstieg in die Karriere sorgen für den späten Kinderwunsch. Häufig gehen Frauen unbedarft mit ihrer Fertilität um, weil sie Unfruchtbarkeit mit dem Eintreten der Wechseljahre gleichsetzen und über Schwierigkeiten einer späten Schwangerschaft nur ungenügend Bescheid wissen.
„So unterschätzen viele Frauen, dass bereits ab dem 25. Lebensjahr die Fruchtbarkeit langsam, ab dem 35 sprunghaft abnimmt, die Menopause tritt aber durchschnittlich erst Ende 40 ein“, erklärt Dr. Achim von Stutterheim, Kinderwunschexperte aus dem Zentrum für Kinderwunschbehandlungen Bremen. „Schon fünf Jahre vor Beginn der Wechseljahre, verschlechtern sich zudem Anzahl und Qualität der Eizellen.“ Auch treten bei 40-Jährigen seltener Eisprünge ein. Während sie durchschnittlich nach 20 Zyklen schwanger werden, benötigt eine 20-Jährige nur fünf Versuche. Dennoch hat heute jedes fünfte Baby eine Mutter zwischen 35 und 45 Jahre – Tendenz steigend. Nicht wenige Mütter dieser Altersgruppe unterzogen sich allerdings im Vorfeld einer Behandlung gegen Unfruchtbarkeit. Allein 2006 nahmen mehr als 15.000 dieser Frauen eine In-vitro-Fertilisation (IVF) oder Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI) wahr. Bei Betrachtung aller Altersschichten, entspricht dies rund 45 Prozent aller durchgeführten Behandlungen. Im Gegensatz dazu liegen die Erfolgsaussichten bei Frauen über 40 Jahren pro Eizellenentnahme nur bei rund 17, bei jüngeren Frauen bei 32 Prozent. Dr. von Stutterheim: „Gründe dafür finden sich vor allem in einer falschen Verteilung der genetischen Informationsträger, den Chromosomen.“ Auch trotz minimierten Risikos durch neue Testmethoden, erhöht sich mit zunehmendem Alter zudem die Gefahr von inneren Blutungen, Infektionen, Thrombosen und Schwangerschaftsdiabetes. Zudem erhöht sich das Risiko für Fehlgeburten in diesem Alter. Nichts desto trotz bieten künstliche Befruchtungen für ältere Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch auch eine große Chance sich ihren Traum vom eigenen Kind zu erfüllen. So erhöht eine Behandlung die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft um circa 10 Prozent. „Einer Mutterschaft mit über 45 Jahre stehen wir aber kritisch gegenüber“, betont Dr. von Stutterheim. „Wir dürfen die soziale Komponente für das Kind nicht außer Acht lassen. Ein Kind hat schließlich das Recht, bei gesunden, vitalen Eltern aufzuwachsen.“
Weitere Informationen unter www.kinderwunschbremen.de









