06.01.2008 - 12:26 - Medien & Telekommunikation
Sehen, was man hören kann: Perseus im Test - neue Generation von Kurzwellenempfängern
Pressemitteilung von: RMB Redaktions- und Medienbüro Dieter HurcksPR Agentur: Redaktions- und Medienbüro

Auf dem Foto ist sehr gut die Belegung eines ausgwählten Frequenzbereiches an den Farbstreifen zu erkennen. Screenshot: Seidenberg
Die bisherigen softwaredefinierten Radios (SDR) im Consumer-Bereich besitzen noch analoge Technik. Die softwaregebundene Signalverarbeitung erfolgt erst in einer nachgeordneten Stufe. Anders beim neuen HF-Empfänger Perseus: Hier beginnt die Digitalisierung schon direkt hinter dem Antenneneingang, was ganz neue Perspektiven eröffnet.
Das SDR-Prinzip bietet unübersehbare Vorteile und hat die Handhabung des Radios grundlegend verändert. Das integrale Echtzeitspektrogramm ermöglicht eine visuell unterstützte Abstimmung und Anpassung der Empfangsparameter. Viele von der fesselnden Hardwarebindung gelöste Prozesse lassen sich schnell und flexibel rein in der Software fortentwickeln.
Die Haupt-Attraktion des Gerätes ist das Echtzeitspektrogramm, das maximal einen bis 400 kHz breiten Frequenzbereich überstreicht und so das Radio zum Breitwand-Fernseher macht. Jeder Bandbereich - egal ob Rundfunk- oder selbst das ausgedehnte 20 m Amateurfunkband - ist komplett zu überblicken. Neben dem „klassischen“ Spektrogramm zeigt die alternative Wasserfalldarstellung nicht nur, wo gesendet wird, sondern mit etwas Erfahrung auch, in welcher Betriebsart. Quasi als Vergrößerungsglas steht ein zweites Spektrogramm zur Verfügung. Passend zur aktuellen Betriebsart zeigt es einen 0,8 bis 12 kHz breiten Frequenzabschnitt um das selektierte Signal. Mit dieser optischen Einstellungshilfe gelingt die präzise Filtereinstellung zur Isolierung eines Signals von umgebenden Störungen spielend.
Selbst in den unteren Frequenzregionen verliert der Empfänger nicht wesentlich an Empfindlichkeit, wovon man sich beim Empfang der europäischen VLF-Zeitzeichensender leicht überzeugen kann. Diese hohe Sensitivität setzt sich über das komplette Spektrum fort. Spannend wird es bei den geschäftigen Amateur- und Utility- und BC-Bändern. Hier öffnet das Cinemascope-Wasserfalldiagramm einen faszinierenden Blick ins pralle elektromagnetische Leben eines ganzen Frequenzbereichs. Ob es die Gelegenheit ist, gleich eine Vielzahl von CW-Stationen im wortwörtlichen Sinn direkt „mitzulesen“, den Zoo der vielfältigen Utility-Betriebsarten zu untersuchen oder sich an der ungebrochen hohen Zahl von Rundfunksendern und ihrer exakten Einreihung ins Frequenzraster zu erfreuen, ein erfrischender neuer Blick auf Gewohntes ist garantiert. Selbst eine durchreisende Iono-Sonde bleibt ganze vier Sekunden im Bild. Insgesamt eine neue Dimension des „Seh-Radios“.
Den von Perseus realisierten technischen Eckdaten dürfte die Bedeutung als Quasi-Standards einer neuen Software-Radio-Generation zukommen. Auf die weitere dadurch initiierte Softwareentwicklung darf man besonders gespannt sein. Sie wird neben dem Unterhaltungswert neuer Anwendungen auch die Zukunftsfähigkeit des Gerätes durch entsprechende Aktualisierungen für lange Zeit gewährleisten.
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