(openPR) Eine wachsende Anzahl von Herzzentren in Deutschland beginnen Herzinfarktpatienten mit körpereigenen Stammzellen zu behandeln. Durch diese innovative Therapie könnte in Zukunft die Pumpkraft eines geschädigten Herzmuskels wieder gebessert werden.
Wie kommt es überhaupt zur Schädigung des Herzmuskels durch einen Herzinfarkt? Im Laufe der Jahre entwickelt sich, verstärkt durch Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Hypercholesterinämie und Diabetes mellitus, aus Ablagerungen an der Arterienwand des Herzkranzgefäßes eine fetthaltige Verdickung, die koronare Plaque. Wenn sie aufbricht, kann das vorbeifließende Blut an dieser Stelle Gerinnsel bilden und so plötzlich eine Herzkranzarterie verschließen. Weil dadurch die Sauerstoffzufuhr in den Gefäßen unterbrochen wird, werden die nicht mehr durchbluteten Herzmuskelanteile geschädigt. Das verursacht zuerst den Infarktschmerz und hat später eine Narbe zur Folge.
Ein Lauf gegen die Zeit
Möglichst rasch muss nun gehandelt und für eine normale Durchblutung gesorgt werden. Das geschieht heute in der notfallmäßigen Standardtherapie, indem der Arzt (Kardiologe) mit Hilfe der Herzkathetertechnik die Infarktarterie wieder eröffnet und in den meisten Fällen eine Gefäßstütze (Stent) einsetzt. Hierdurch wird die Arterie durchlässig gehalten, es fließt wieder Blut. Dieser Therapiestandard hilft, das Ausmaß des Herzmuskelschadens in Grenzen zu halten, vorausgesetzt der Infarktpatient wird schnell genug in eine Klinik mit 24-stündiger Herzkatheter-Bereitschaft eingeliefert. Es kommt also auf jede Minute an.Vergeht zu viel Zeit, bleibt trotz späterer Dilatation und Stentbehandlung eine mehr oder weniger große Zone abgestorbenen Herzmuskelgewebes zurück. Mit dem Verlust an funktionstüchtigem Herzmuskelgewebe sinkt gleichzeitig die Pumpkraft des Herzens und automatisch auch die körperliche Leistungsfähigkeit des Patienten nach dem Infarkt. Heilende Zellen aus dem BeckenknochenErste klinische Studien zeigen, dass die Übertragung körpereigener Stammzellen aus dem Beckenknochen in das zerstörte Herzmuskelareal zu einer Reaktivierung des Herzmuskels führen kann. Es konnte nachgewiesen werden, dass sich die Pumpfunktion infarktgeschädigter Herzen nach einer solchen Behandlung verbessern kann. Der entscheidende erhoffte Effekt für den Patienten besteht dabei in einer gesteigerten körperlichen Leistungsfähigkeit und längerer Lebenserwartung nach überstandenem Herzinfarkt. Patienten, die sich zu einer solchen Therapie entschließen, erhalten unmittelbar nach der Koronarintervention (PTCA mit oder ohne Stentimplantation) eigene Knochenmarkszellen. Die Zellen werden zuvor nach örtlicher Betäubung aus dem Beckenknochen entnommen, in der Blutspendezentrale gereinigt und schließlich über einen Herzkatheter in die Infarktarterie eingebracht. Die bisher verfügbaren Studienergebnisse geben jedoch erst zum Teil Hinweise dafür, dass mit der Stammzellentherapie von Herzinfarktpatienten eine neue Ära der Kardiologie beginnen könnte.Mit dem Einsatz körpereigener Stammzellen zur Behandlung von Herzinfarktpatienten würden wir uns erstmals von einer reinen Schadensbegrenzung zu einem regenerativen Therapieverfahren bewegen. Ob dieses in Zukunft von therapeutischer Relevanz sein wird oder ob es eine gegenwärtig überschätzte Therapieform darstellt, die falsche Hoffnungen erweckt, können erst zukünftige Untersuchungen zeigen.











