(openPR) Im Vergleich zum "starken Geschlecht" leiden Frauen wesentlich häufiger an Depressionen, Angsterkrankungen, Panikstörungen, Phobien, Essstörungen und Somatisierungsstörungen. "Bei Männern sind es hingegen häufiger Persönlichkeitsstörungen, antisoziale Störungen und Alkoholismus. Bei Frauen überwiegen Suizidversuche, bei Männern Suizide," berichtet Professorin Dr. Mechthild Neises (Psychosomatische Frauenheilkunde, Medizinische Hochschule Hannover).
In allen Altersstufen werden psychische und psychosomatische Störungen bei Frauen häufiger diagnostiziert und behandelt als bei Männern. Ein Zusammenhang mit dem Erwerbsstatus ist nicht erkennbar. Frauen im mittleren Lebensalter nehmen Psychopharmaka, Beruhigungs- und Schlafmittel bis zu dreimal häufiger ein als Männer - häufig in einer Suchterkrankung. Auch darüber hinaus konsumieren Frauen wesentlich mehr Medikamente unterschiedlichster Art als die "Herren der Schöpfung".
Die Unterschiede sind sicherlich multifaktoriell. Mechthild Neises sieht in der Diskussion:
- biologische Faktoren
- Interaktion zwischen Persönlichkeitsstruktur und sozialen Faktoren
- geschlechtsspezifische Sozialisationserfahrungen
- Unterschiede im Hilfesuchverhalten
- Geschlechtsstereotypen in der Diagnostik
Die im Vergleich zu Männern stärkere Körper-Wahrnehmung der Frauen sieht Mechthild Neises im Zusammenhang mit dem Monatszyklus und den starken biologischen Veränderungen im Lebenslauf.
Mechthild Neises, Gerhard Schmid-Ott (Hrsg.):
Gender, kulturelle Identität und Psychotherapie
Pabst, 298 Seiten, ISBN 978-3-89967-366-1














