(openPR) Jährlich erleiden etwa 35.000 Menschen in Deutschland ein Polytrauma. Jeder dritte wird zunächst in eine ungeeignete Klinik eingeliefert. 13 bis 34 Prozent der Patienten sterben. "Auch in fortschrittlichen Industrienationen beträgt die Rate an vermeidbaren Todesfällen nach Trauma fünf bis zehn Prozent", berichten Spezialisten in der aktuellen Ausgabe der online-Zeitschrift www.anaesthesie-cme.de. Die Autoren bieten in Einzelbeiträgen eine aktuelle Übersicht über die präklinische und klinische Behandlung Schwerverletzter.
Professor Dr. Hans Adams (MHH Hannover) et al. beschreiben en detail die Erstversorgung des Polytrauma-Patienten und fordern: "Im Interesse des Patienten ist eine reibungslose und teamorientierte interdisziplinäre Zusammenarbeit erforderlich... Rechtlich ist die Zusammenarbeit der Fachdisziplinen durch horizontale Arbeitsteilung mit strikter Eigenverantwortung, Methodenfreiheit und den gegenseitigen Vertrauensgrundsatz geregelt. Der für das Grundleiden zuständige Facharzt bestimmt die speziellen diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen; dem Anästhesisten obliegt die Sicherung der Vitalfunktionen. Eine Weisungsbefugnis zwischen Ärzten verschiedener Fachdisziplinen besteht nicht."
Nach wie vor ist die Behandlung Schwerverletzter für die Kliniken meist defizitär: Die Patienten werden durchschnittlich elf Tage in der Intensiveinheit und weitere elf Tage in der Normalstation behandelt; die Gesamtkosten liegen bei etwa 37.000 Euro, die Krankenversicherer erstatten jedoch lediglich im Mittel 26.000 Euro.
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