11.12.2007 - 19:58 - Politik, Recht & Gesellschaft

Familienpatinnen schaffen Vertrauen

Pressemitteilung von: Patenschaften-Aktiv e.V.
Die jüngsten Berichte über Kindestötungen haben wieder einmal die Diskussion über öffentliche Familienfürvorge und –vorsorge angeheizt. Frau von der Leyen, unsere Familienministerin, richtet einen berechtigten Apell an die Bevölkerung, mehr Verantwortungsbewusstsein bei der Beobachtung von verdächtigen Entwicklungen in der Nachbarschaft zu zeigen und den öffentlichen Stellen ihre Bedenken mitzuteilen. Ausserdem schlägt Frau van der Leyen freiwillige Vorsorgeuntersuchungen vor. Das Problem sind die 10% der Eltern, die nicht bereit sind, mit ihren Kleinkindern an einer solchen Vorsorgeuntersuchung teilzunehmen. Sie haben kein Vertrauen in öffentliche Hilfsangebote und Kontrollen. Und gerade ihre Kinder sind am meisten gefährdet.

Ein Blick nach England zeigt, dass ausser Kontrolle auch andere Methoden hilfreich sein können, solchen Familien zu helfen. Es gibt dort mehr als 300 lokale Stellen, die ehrenamltiche Familienpatinnen an Familien vermitteln, die mindestens ein Kind unter 5 Jahren haben, die mit dem Alltagsstress nicht zurecht kommen und den öffentlichen Fürsorgestellen bekannt sind. Viele von ihnen wünschen sich eine Familienpatin, weil sie ehrenamltich arbeitet, mindestens einmal in der Woche vorbeikommt und es oft besser schafft, ein Vertrauensverhältnis zu den Eltern aufzubauen als die bezahlten Sozialarbeiter, die auch viele andere Familien besuchen müssen.

In Deutschland fangen solche Familienpatenschaften auch an, aber noch sehr zaghaft. Unter den mehr als 300 lokalen Adressen, die ehrenamltiche Aktivpatinnen und –paten suchen, sind es nur etwa 40, die sich auf Familienpatenschaften spezialisiert haben. (www.aktivpatenschaften.de) Das englische System besteht schon seit 30 Jahren und wird von öffentlichen Stellen wirksam gefördert. Einige unter uns würden sich sicher für das Ehrenamt einer Familienpatin interessieren, wenn sie von dieser Möglichkeit wüssten, eine Vermittlungsstelle in der Nähe wäre und die offiziellen Stellen bereit wären, solche Initiativen mehr zu unterstützen. Aber wir haben ja noch viel Zeit zu warten.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Patenschaften-Aktiv e.V.
Amalienstr. 75
80799 München
Tel.: (0700) 14100141a

Wir fördern das spezielle Ehrenamt der Aktivpatenschaft. Sie gilt einem benachteiligten Kind, Jugendlichen oder seiner Familie in der Nachbarschaft der Aktivpatin. Das kostet kein Geld, sondern nur etwas Zeit in regelmässigen Abständen. Die/der Aktivpatin oder -pate wird mit dem Patenkind und seinen Eltern durch örtliche Vermittlungsstellen zusammengebracht. Es gibt ca. 300 Vermittlungsstellen in Deutschland. Die meisten werden von den bundesweiten Wohlfahrtsorganisationen getragen.

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