28.11.2007 - 18:50 - Politik, Recht & Gesellschaft

Ministerrat beschließt Vereinbarung mit den Ländern zur Förderung der Elementarbildungseinrichtungen

Pressemitteilung von: PLATTFORM EDUCARE

Die Plattform EduCare begrüßt die offenbar weitgehende Einigung zwischen der Österreichischen Bundesregierung und den Bundesländern, die Aufstockung der Kinderbetreuungsplätze für Unter-3-jährige Kinder in gemeinsamer Anstrengung in Angriff zu nehmen. „Die von der Regierung beschlossenen Vereinbarungen müssen als erster Schritt zur Positionierung des Kindergartens als eigenständige Bildungseinrichtung gewertet werden. Der Kindergarten ist für Kinder ein unersetzbarer sozialer Erfahrungsraum, er ist individueller Entwicklungsraum und professionell gestalteter ’Spielraum’, der frühkindliches Lernen unterstützt und begleitet,“ stellt Mag.a Lisa Kneidinger, freibeufliche Trainerin und Referentin und Mitglied der Steuergruppe der Plattform EduCare fest.

„Natürlich steht und fällt die Sache mit der Qualität der Einrichtung“, meint Katharina Marek-Baudisch für „Eltern für Kinder Österreich“ und Mitglied der Steuergruppe der Plattform EduCare. "Ein Bundesrahmengesetz, das verbindliche (Mindest-) Standards für ganz Österreich festlegt und einen gesetzlich verankerten Anspruch auf einen Betreuungsplatz beinhaltet, wäre daher für die Sicherung der Qualität in der Elementarpädagogik besonders wünschenswert", meint Monika Riha als Geschäftsführerin von KIWI - Kinder in Wien und ebenfalls Mitglied des Steuerteams der Plattform EduCare., und ergänzt: „Die Plattform EduCare fordert in einem umfangreichen Positionspapier die Anhebung der Ausbildung der Kindergarten- und HortpädagogInnen auf die tertiäre Ebene. Die im internationalen Vergleich längst fällige Integration der Ausbildung von Kindergarten- und HortpädagogInnen in die gemeinsame Ausbildung aller PädagogInnen sollte in raschen Schritten umgesetzt werden.“

„Allerdings stößt jedes Betreuungsmodell sowie die Umsetzung pädagogischer Inhalte dort an seine Grenzen, wo finanzielle Unterstützung fehlt“, stellt Grete Miklin vom Bundesverband der Österreichischen Elternverwalteten Kindergruppen (BÖE), langjähriges Mitglied der Plattform EduCare, klar und ergänzt weiter: “Das Wissen und die Erfahrung, wie optimaler Umgang und Betreuung im vorschulischen Bereich funktioniert, ist vorhanden. Schwierigkeiten mit der Umsetzung gibt es dort, wo die Unterstützung von Gemeinden, Ländern und Bund fehlt. Besonders wichtig für kindgerechte Betreuung ist, in Österreich einen Rechtsanspruch auf qualitativ hochwertige Betreuungsplätze für Familien zu verankern.“

„Eine der Hauptforderungen zur Förderung der Bildungschancen aller stellt für die Plattform EduCare auch der elterliche Rechtsanspruch auf einen gratis Kindergartenplatz ab dem zweiten Lebensjahr dar. Und wie im Schulbereich auch, solle der Kindergarten als elementare Bildungseinrichtung gänzlich über Steuern finanziert werden, denn moderne Familienpolitik geht den Weg der Entlastung. Zuzahlungen der Eltern - die derzeit durchschnittlich 20 Prozent der Kosten für einen Kindergartenplatz tragen - sollen damit gänzlich entfallen!“ fordert Gernot Rammer, Bundesgeschäftsführer der Kinderfreunde Österreich und Mitglied des Steuerteams der Plattform EduCare.

„Dass die Sprachförderung auch aus politischer Sicht im Kindergarten angesiedelt wird, ist durch den im Kindergarten schon seit jeher erprobten und praktizierten gesicherten Dreiklang aus Bildung, Erziehung und früher Förderung ideal“, stellt ergänzend die Raphaela Keller, Sprecherin des Österreichischen Dachverbandes der Berufsgruppen der Kindergarten- und HortpädagogInnen, ÖDKH, die in der Steuergruppe der Plattform EduCare mitarbeitet, fest.

„Die Plattform EduCare ist – soweit dies in ihrem Einflussbereich liegt - bemüht, Entscheidungsträger/innen, Fortbildungsreferenten/innen und Experten/innen , die mit den Qualifizierungsmaßnahmen zum Bereich der Frühen Sprachförderung im Kindergarten befasst sind, zu vernetzen und somit die partnerschaftliche Behandlung von Fragestellungen zu ermöglichen bzw. zur Entwicklung von Umsetzungsstrategien, die allen Beteiligten gerecht werden, beizutragen.!“, bekräftigt Mag.a Dr.in Heidemarie Lex-Nalis, Koordinatorin der Projektgruppe Aus-, Fort- und Weiterbildung in der Plattform EduCare.

„Das von der Bundesregierung präsentierte Paket zu Frühförderung und Kinderbetreuung ist eine positive Initiative in die richtige Richtung. Dieser Weg muss nun konsequent beschritten werden – es darf nicht alleine bei der Sprachförderung bleiben!“ fasst Dagmar Petrovitsch, Bereichsleiterin Diakonie Kindergärten Wien und Mitglied der Steuergruppe der Plattform EduCare zusammen. Nicht zuletzt bedarf es noch großer gemeinsamer Anstrengung aller Verantwortlichen, dafür zu sorgen, dass Eltern ohne schlechtes Gewissen zu ihrem Entschluss, ihr Kind in den Kindergarten, in Kindergruppen oder zu Tagesmütter/-väter/-familien zu geben, stehen können.

Plattform EduCare
Informationsdienst - Johannes-Maria Lex
Krausegasse 7a
A-1110 Wien

Tel.: +43 (664) 1141132

Die Plattform EduCare ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen, Interessengemeinschaften und TrägerInnenorganisationen aus dem Bildungsbereich sowie von Pädagoginnen und Pädagogen.

Die Plattform ist parteiübergreifend, überkonfessionell, ohne Festlegung auf pädagogische Lehrmeinungen und Schulen und keinen Trägerorganisationen verpflichtet.

Die "Mitglieder" sehen sich nicht als einheitlicher "Verein", sondern als ein Forum, das an gemeinsamen Positionen arbeitet und gemeinsame Statements veröffentlicht: mehrheitlich, einheitlich oder aber gegebenenfalls auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein oder mehrere "Mitglieder" einen Standpunkt auch nicht mittragen kann/können.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Die Plattform EduCare hat sich zum Ziel gesetzt, aktive Bewusstseinsbildung zur Anhebung des Stellenwertes des elementaren und außerschulischen Bildungsbereiches zu betreiben. Die aktive Zusammenarbeit mit EntscheidungsträgerInnen in Wissenschaft und Forschung, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Medien ist uns daher ein besonderes Anliegen.

Wir meinen, dass Bildung nicht erst in der Schule, sondern bereits mit der Geburt beginnt – deshalb setzen wir uns auch für die Anerkennung der vorschulischen Einrichtungen als Elementarbildungseinrichtungen ein.

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