28.11.2007 - 10:52 - Vereine & Verbände

3.12. Ottawa-Konvention - SODI fordert ein Verbot aller Landminen und Streumunition

Pressemitteilung von: Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI)
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Zum 10. Jahrestag der Ottawa-Konvention am 3. 12. 2007 fordert der Solidaritätsdienst-international e.V. (SODI) ein verstärktes Engagement der Bundesregierung für ein Verbot aller Landminen und Streumunition. Seit 1998 ist SODI im Humanitären Minenräumen in Vietnam tätig. Die Nichtregierungsorganisation hat bisher über 900 Hektar Land am 17. Breitengrad beräumt und nachhaltige Entwicklungsprojekte umgesetzt.

Am 3.12.2007 jährt sich die Ottawa-Konvention für das Verbot von Landminen zum 10. Mal. Die Konvention ist bereits von 155 Staaten – darunter Deutschland – ratifiziert. Streumunition ist jedoch nicht Bestandteil der Verbotsvereinbarung. Dabei fordern diese Waffen und Landminen bis zu 20 000 Opfer pro Jahr. Streumunition verseucht weite Landstriche, die weder als Siedlungsraum noch als landwirtschaftliche Fläche genutzt werden können. "In Vietnam räumen wir vorrangig nicht explodierte Streumunition - unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen," berichtet Ilona Schleicher, Projektmanagerin bei SODI, "die Blindgänger, so genannte Bombis, sind höchst empfindlich und können bereits bei leichten Berührungen explodieren." Erst vor Kurzem ereilte einem 15jährigen Jungen das grausame Schicksal. Beim Spielen verwechselte er die unauffälligen Blindgänger mit Steinen und verstarb noch am Unfallort. "Daher rufen wir die Bundesregierung dazu auf, auch so hinterhältige Waffen, wie Streumunition und Anti-Fahrzeugminen, zu ächten", betont Ilona Schleicher.

Am 17. Breitengrad, der ehemaligen Trennlinie zwischen Nord und Südvietnam, führt SODI humanitäre Minen- und Blindgängerräumung in den Provinzen Quang Tri und Thua Thien Hue durch. Für die Räumaktivitäten einschließlich Bevölkerungsaufklärung stellte das deutsche Auswärtige Amt bisher 4,8 Mio. Euro zur Verfügung. „Wir verbinden die Beseitigung explosiver Hinterlassenschaften des Krieges mit der Unterstützung für Wiederansiedlung und Entwicklung. Schließlich wird die Entwicklung der Region durch Minen, Bomben und Granaten noch drei Jahrzehnte nach Kriegsende behindert. Damit setzen wir durchaus beispielhaft die Leitlinien für humanitäre Minenräumung um,“ so Ilona Schleicher. „Unser Ziel ist die nachhaltige Rehabilitation von Opfern der Langzeitfolgen des Krieges, indem wir ihrer Lebensverhältnisse grundlegend verbessern.“ Mit Hilfe von SODI-Spenden, die durch Fördermittel des Entwicklungsministeriums vervielfacht wurden, bauten Bauernfamilien in Quang Tri bereits drei Dörfer wieder auf. 220 Familien leben hier. Ihr Start in ein neues Leben wurde durch Kleinkreditprogramme unterstützt. Gegenwärtig werden ein Kindergarten, eine Schule und ein Gesundheitszentrum gebaut, um die Strukturen in Grundbildung und medizinischer Versorgung zu stärken.

Die Bundeswehr lagert immer noch mehrere Millionen Streubomben. Deutsche Unternehmen produzieren nach wie vor Streumunition. Dabei hat das Europäische Parlament vor kurzem von den EU-Mitgliedsstaaten gefordert ein umfassendes Verbot des Einsatzes, der Herstellung, der Weitergabe und der Lagerung von Streumunition zu beschließen. Als Teil des Aktionsbündnis Landmine.de präsentiert SODI seine Arbeit im Rahmen einer Bundestagsausstellung, die am 27.11.07 von Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse eröffnet wurde.

Für das SODI-Projekt in Vietnam können Spenden unter dem Kennwort „17. Breitengrad“ auf das SODI-Spendenkonto 10 20 100 bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00 getätigt werden.

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Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Ihre Ansprechpartnerin ist: Ilona Schleicher und unter oder unter 030-928 60 47 zu erreichen. Druckfähiges Bildmaterial ist vorhanden. Siehe www.sodi.de
SODI e.V. Grevesmühlener Straße 16, 13059 Berlin

Der Solidaritätsdienst-international e. V. (SODI) ist eine Organisation, die nachhaltige Projekte der Entwicklungszusammenarbeit realisiert und humanitäre Hilfe für Opfer von Naturkatastrophen, Kriegen und Bürgerkriegen leistet. Seit 1990 hat SODI 802 Projekte im Wert von 55 Millionen Euro in 28 Ländern verwirklicht. Möglich wurde dies durch private Geld- und Sachspenden sowie durch öffentliche und private Zuschüsse, z.B. der Europäischen Union und der Bundesregierung. Die Projekte auf vier Kontinenten, die SODI in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen und kommunalen Organisationen realisierte, dienen der selbsthilfeorientierte Armutsbekämpfung.
SODI leistet in Deutschland Informations- und Bildungsarbeit über Ursachen und Verantwortlichkeiten von Kriegen, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen, Armut und Umweltzerstörungen. Wir engagieren uns gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen in Netzwerken und Kampagnen gegen neoliberale Globalisierung, für ein Verbot von Landminen und für gerechte Weltwirtschaftsbeziehungen, für Frieden und ein tolerantes Miteinander der Menschen, Völker und Kulturen.
Für den verantwortungsvollen Umgang mit Spenden und deren zweckgebundenen Einsatz wird SODI seit 1994 jährlich das Spenden-Siegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) verliehen.

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