28.11.2007 - 08:06 - Gesundheit & Medizin

Das Erbe des Hippokrates – dürfen wir es ausschlagen?

Pressemitteilung von: IQB - Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht - Lutz Barth
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Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth
Unter dem Titel „Das Erbe des Hippokrates - Medizinethische Konflikte und ihre Wurzeln“ erscheint laut Vorankündigung des Verlags Vandenhoeck &. Ruprecht im Januar 2008 das Buch von Florian Steger. Er geht in diesem Buch der Frage nach , wo das ethische Problembewusstsein der modernen Medizin seine Wurzeln hat. Hierbei ist evident, dass gerade die Lehre und nicht zuletzt auch der Eid des Hippokrates und speziell ihre/seine Revitalisierung in dem höchst aktuellen Diskurs über die Sterbehilfe vermuten lässt, dass die Grundlagen im Umgang etwa mit der brisanten Frage in der Antike zu finden sind.
Gerade die Medizinethiker der Gegenwart und die berufsständischen Kammern rücken zunehmend Hippokrates ins Bewusstsein ihrer Kollegen und von daher dürfen wir auf das Buch gespannt sein, zumal der Autor Steger in Aussicht stellt, dass der Verfasser des Eides „selbst zu Wort kommt“, freilich in einem übertragenen Sinne.

Ob allerdings Hippokrates seinen Kollegen „ins Gewissen“ zu reden vermag, bleibt zunächst eine offene Frage und kann erst nach dem näheren Studium der Lektüre entschieden werden. Eines allerdings darf schon jetzt festgestellt werden: Das Erbe des Hippokrates darf ausgeschlagen werden, mehr noch – es muss mit Blick auf die aktuelle Sterbehilfe-Debatte zumindest modifiziert werden, da insoweit das Selbstbestimmungsrecht des Patienten den Hippokratischen Lehren eine Grenze setzt und damit in der Folge auch einem medizinethischen Paternalismus, der einer sozialethischen Inpflichtnahme der Patienten das Wort redet und die Freiheit zur Selbstbestimmung als egozentrischen Individualismus wertet.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

IQB - Lutz Barth
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