23.11.2007 - 17:58 - Kunst & Kultur
direct/ Evonik Industries AG: Klassikstars aus Süd-Amazonien zurück in Deutschland
Pressemitteilung von: Evonik Industries AG
Die "Wunderkinder" aus Urubichá geben Konzerte in NRW, Berlin, Rheinland-Pfalz, Bayern und Österreich
Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Dezember kommt das Jugendbarockorchester Urubichá zurück nach Deutschland. Ermöglicht wird ihre Konzertreise durch den Essener Industriekonzern Evonik Industries AG. Im Gepäck haben die jungen Virtuosen aus dem bolivianischen Tiefland Meisterwerke des Barock. Im abgeschiedenen Dschungeldorf Urubichá hat die Musiktradition der Jesuitenmissionare bis heute überlebt.
Zeit ist in Urubichá eine relative Größe. Nicht die Uhr, sondern der Taktstock bestimmt den Rhythmus der 5.000-Seelen-Gemeinde im bolivianischen Tiefland. Jeden Morgen spielt sich hier ein unwirkliches Schauspiel ab. Ein vielstimmiges Ensemble aus Kantaten, Fugen und Sonaten legt sich über das Dorf. Aus den Strohhütten dringt klassische Musik, in der Kirche erklingt Bach, auf dem Dorfplatz ertönt Vivaldi. Statt Ghettoblaster tragen die Jugendlichen Geigenkoffer und Notenblätter unterm Arm.
Mehr als 300 Jahre sind vergangen, seit die Jesuiten im bolivianischen Regenwald eintrafen. Im Gepäck hatten sie Geigen, Celli, Flöten und Trompeten. Mit barocker Musik wollten die Padres den Indigenen das Christentum näherbringen. Bei ihrer Ankunft hatte keiner geglaubt, dass die musikalische Missionierung auf derart fruchtbaren Boden fallen könnte. In kurzer Zeit entwickelten sich die Chiquitano-IndÃgenas zu Barockmusikern, die virtuos in den prächtigen Jesuitenkirchen aufspielten. Die Musik der Jesuitenreduktionen birgt bis heute große musikgeschichtliche Geheimnisse.
Gerade einmal 76 Jahre blühte der Barock. 1767 wurden die Jesuiten aus ganz Lateinamerika verbannt. Zu groß war der Argwohn der Kolonisatoren, die billige Arbeitskräfte für den Rohstoffabbau benötigten. Die IndÃgenas flüchteten aus Angst vor Sklaverei wieder in die Wälder.
Im kleinen Urubichá hat die Musik überlebt. 1967 traf der deutsche Priester Walter Neuwirth in dem abgelegenen Dorf ein. Mit Unterstützung des Lateinamerika-Hilfswerks ADVENIAT brachte er die Zukunft in das verschlafene Nest zurück. Erstes Ziel: die Schaffung menschenwürdiger Wohnbedingungen. Im nächsten Schritt entstanden Produktionsgenossenschaften und insgesamt fünf Schulen. Schließlich erweckte Pater Walter die längst vergrabene Tradition der Barockmusik wieder zum Leben. Seit 1980 werden in Urubichá wieder Geigen gebaut.
Heute hat das Dorf ein eigenes Jugendorchester, 20 Violinbauer und eine angesehene Musikschule. Die Absolventen des Instituts lehren inzwischen in der gesamten Region. Der Erfolg des Projekts hat andere Dörfer und Städte dazu ermutigt, eigene Orchester zu gründen und die bolivianische Barocktradition wieder zu beleben. Die jungen Virtuosen sind der ganze Stolz von Urubichá. Das Jugendorchester hat schon auf Festivals in Bolivien, Venezuela, Chile und Argentinien gespielt.
Nun schickt Urubichá wieder seine besten Musiker auf die lange Reise über den Atlantik. Auf Einladung des Essener Industriekonzerns Evonik Industries und ADVENIAT ist das Jugendorchester vom 14. November bis zum 15. Dezember zu Gast in Deutschland und Österreich.
Schon in 2006 kamen rund 20 der jungen Musikvirtuosen erstmals für elf Konzerte nach Deutschland. Die Konzerte blieben kostenlos. Lediglich um Spenden wurde gebeten. Die am Ende rund 40.000 Euro flossen in den Ausbau der Musikschule Urubichás, wurden verwand um zusätzliche Musiklehrer einzustellen und um dringend benötigte Instrumente zu kaufen. Nach dem großen Erfolg in 2006 wurde das Projekt in 2007 erneut aufgesetzt - unter dem Motto "Jugendliche helfen Jugendlichen". Denn die Spenden aus der diesjährigen Tournee sollen der christlichen Bewegung "Fe y Alegria" - zu deutsch "Glaube und Freude" - zugute kommen. Fe y Alegria ermöglicht bolivianischen Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien eine Schulausbildung.
Auch Wilson Urazayegua, Orchestermitglied, wird zur kalten Jahreszeit nach Deutschland reisen, um Spenden einzuspielen. Im Gepäck, eine warme Jacke und seine Querflöte. Für ihn bedeutet Musik Gefühlsausdruck. "Nichts kann besser Trauer oder Freude transportieren", sagt er. Dina ist 20 Jahre alt, spielt Violine. "In Deutschland möchte ich den Menschen zeigen, wer wir Guarayos sind", sagt sie.
Infokasten:
Hier finden Sie alle Konzerttermine im Überblick. Vielleicht spielt das Jugendorchester auch in Ihrer Stadt:
www.directnewsroom.de/servlets/LoadBinaryServlet/2183961/...
www.directnewsroom.de/servlets/LoadBinaryServlet/2183974/...
Früh übt sich, wer ein Musikvirtuose werden will. Zwischen fünf und sechs Jahren können die Kinder an der Musikschule in Urubichá aufgenommen werden.
www.directnewsroom.de/servlets/LoadBinaryServlet/2183987/...
Aller Anfang ist schwer. Auch Notenlesen gehört für den angehenden Musiker dazu.
www.directnewsroom.de/servlets/LoadBinaryServlet/2184000/...
Das Jugendorchester von Urubichá ist mittlerweile weit über die Grenzen des kleinen Dorfes bekannt.
Mehr zu den Konzerten unter: www.jugendorchester-bolivien.de
Das Projekt
Jugendliche helfen Jugendlichen
Die Erlöse aus der Konzertreise kommen in diesem Jahr dem ADVENIAT-Bildungsprojekt "Fe y AlegrÃa" zugute. Das Motto: Jugendliche helfen Jugendlichen. "Fe y AlegrÃa" gehört zu den angesehensten Bildungsbewegungen für Benachteiligte in ganz Lateinamerika. Fe-y-AlegrÃa-Schulen gibt es vor allem in abgelegenen Gegenden auf dem Land und in den Randbezirken großer Städte. Hier ist Schule ein Luxus, den sich viele Familien nicht leisten können. Ausgangspunkt für die Arbeit mit Lehrern, Eltern und Schülern bildet das christliche Wertefundament, das sich im gegenseitigen Respekt, in Solidarität und Nächstenliebe ausdrückt. Ohne eine gefestigte Persönlichkeit - so die Überzeugung von "Fe y AlegrÃa" - nützen auch die besten Mathematikkenntnisse nichts.
ADVENIAT unterstützt die Arbeit von Fe y AlegrÃa schon seit vielen Jahren. Die sachgerechte Verwendung und Verteilung der Mittel an die einzelnen Schulen verantwortet das nationale Koordinierungsbüro von Fe y AlegrÃa, das darüber jährlich gegenüber ADVENIAT Rechenschaft ablegt.
Evonik Industries AG
Evonik Industries ist der kreative Industriekonzern aus Deutschland mit den ertragsstarken und zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern Chemie, Energie und Immobilien. Evonik ist weltweit führend in der Spezialchemie, Experte für Stromerzeugung aus Steinkohle und erneuerbaren Energien sowie eine der größten privaten Wohnungsgesellschaften in Deutschland. Evonik ist in mehr als 100 Ländern der Welt aktiv. Mehr als 43.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2006 einen Umsatz von rund 14,8 Milliarden Euro.
ADVENIAT - für die Menschen in Lateinamerika
Seit mehr als 40 Jahren unterstützt ADVENIAT kirchliche Initiativen zugunsten der Armen und Benachtei-ligten in Lateinamerika. Mit mehr als 3.700 Projekten im Jahr und einem Spendenvolumen von 50 Millionen Euro ist ADVENIAT die europaweit größte Hilfsaktion für Lateinamerika. Wichtigstes Kriterium für eine Projektförderung ist die Armutsorientierung. Ihre Hilfe kommt an: Gerade einmal 6,62 Prozent der Einnahmen fließen in Werbung und Verwaltung.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Ansprechpartner: Sabrina Herich, Tel.: 0201/177-2225, E.mail:
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Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Dezember kommt das Jugendbarockorchester Urubichá zurück nach Deutschland. Ermöglicht wird ihre Konzertreise durch den Essener Industriekonzern Evonik Industries AG. Im Gepäck haben die jungen Virtuosen aus dem bolivianischen Tiefland Meisterwerke des Barock. Im abgeschiedenen Dschungeldorf Urubichá hat die Musiktradition der Jesuitenmissionare bis heute überlebt.
Zeit ist in Urubichá eine relative Größe. Nicht die Uhr, sondern der Taktstock bestimmt den Rhythmus der 5.000-Seelen-Gemeinde im bolivianischen Tiefland. Jeden Morgen spielt sich hier ein unwirkliches Schauspiel ab. Ein vielstimmiges Ensemble aus Kantaten, Fugen und Sonaten legt sich über das Dorf. Aus den Strohhütten dringt klassische Musik, in der Kirche erklingt Bach, auf dem Dorfplatz ertönt Vivaldi. Statt Ghettoblaster tragen die Jugendlichen Geigenkoffer und Notenblätter unterm Arm.
Mehr als 300 Jahre sind vergangen, seit die Jesuiten im bolivianischen Regenwald eintrafen. Im Gepäck hatten sie Geigen, Celli, Flöten und Trompeten. Mit barocker Musik wollten die Padres den Indigenen das Christentum näherbringen. Bei ihrer Ankunft hatte keiner geglaubt, dass die musikalische Missionierung auf derart fruchtbaren Boden fallen könnte. In kurzer Zeit entwickelten sich die Chiquitano-IndÃgenas zu Barockmusikern, die virtuos in den prächtigen Jesuitenkirchen aufspielten. Die Musik der Jesuitenreduktionen birgt bis heute große musikgeschichtliche Geheimnisse.
Gerade einmal 76 Jahre blühte der Barock. 1767 wurden die Jesuiten aus ganz Lateinamerika verbannt. Zu groß war der Argwohn der Kolonisatoren, die billige Arbeitskräfte für den Rohstoffabbau benötigten. Die IndÃgenas flüchteten aus Angst vor Sklaverei wieder in die Wälder.
Im kleinen Urubichá hat die Musik überlebt. 1967 traf der deutsche Priester Walter Neuwirth in dem abgelegenen Dorf ein. Mit Unterstützung des Lateinamerika-Hilfswerks ADVENIAT brachte er die Zukunft in das verschlafene Nest zurück. Erstes Ziel: die Schaffung menschenwürdiger Wohnbedingungen. Im nächsten Schritt entstanden Produktionsgenossenschaften und insgesamt fünf Schulen. Schließlich erweckte Pater Walter die längst vergrabene Tradition der Barockmusik wieder zum Leben. Seit 1980 werden in Urubichá wieder Geigen gebaut.
Heute hat das Dorf ein eigenes Jugendorchester, 20 Violinbauer und eine angesehene Musikschule. Die Absolventen des Instituts lehren inzwischen in der gesamten Region. Der Erfolg des Projekts hat andere Dörfer und Städte dazu ermutigt, eigene Orchester zu gründen und die bolivianische Barocktradition wieder zu beleben. Die jungen Virtuosen sind der ganze Stolz von Urubichá. Das Jugendorchester hat schon auf Festivals in Bolivien, Venezuela, Chile und Argentinien gespielt.
Nun schickt Urubichá wieder seine besten Musiker auf die lange Reise über den Atlantik. Auf Einladung des Essener Industriekonzerns Evonik Industries und ADVENIAT ist das Jugendorchester vom 14. November bis zum 15. Dezember zu Gast in Deutschland und Österreich.
Schon in 2006 kamen rund 20 der jungen Musikvirtuosen erstmals für elf Konzerte nach Deutschland. Die Konzerte blieben kostenlos. Lediglich um Spenden wurde gebeten. Die am Ende rund 40.000 Euro flossen in den Ausbau der Musikschule Urubichás, wurden verwand um zusätzliche Musiklehrer einzustellen und um dringend benötigte Instrumente zu kaufen. Nach dem großen Erfolg in 2006 wurde das Projekt in 2007 erneut aufgesetzt - unter dem Motto "Jugendliche helfen Jugendlichen". Denn die Spenden aus der diesjährigen Tournee sollen der christlichen Bewegung "Fe y Alegria" - zu deutsch "Glaube und Freude" - zugute kommen. Fe y Alegria ermöglicht bolivianischen Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten Familien eine Schulausbildung.
Auch Wilson Urazayegua, Orchestermitglied, wird zur kalten Jahreszeit nach Deutschland reisen, um Spenden einzuspielen. Im Gepäck, eine warme Jacke und seine Querflöte. Für ihn bedeutet Musik Gefühlsausdruck. "Nichts kann besser Trauer oder Freude transportieren", sagt er. Dina ist 20 Jahre alt, spielt Violine. "In Deutschland möchte ich den Menschen zeigen, wer wir Guarayos sind", sagt sie.
Infokasten:
Hier finden Sie alle Konzerttermine im Überblick. Vielleicht spielt das Jugendorchester auch in Ihrer Stadt:
www.directnewsroom.de/servlets/LoadBinaryServlet/2183961/...
www.directnewsroom.de/servlets/LoadBinaryServlet/2183974/...
Früh übt sich, wer ein Musikvirtuose werden will. Zwischen fünf und sechs Jahren können die Kinder an der Musikschule in Urubichá aufgenommen werden.
www.directnewsroom.de/servlets/LoadBinaryServlet/2183987/...
Aller Anfang ist schwer. Auch Notenlesen gehört für den angehenden Musiker dazu.
www.directnewsroom.de/servlets/LoadBinaryServlet/2184000/...
Das Jugendorchester von Urubichá ist mittlerweile weit über die Grenzen des kleinen Dorfes bekannt.
Mehr zu den Konzerten unter: www.jugendorchester-bolivien.de
Das Projekt
Jugendliche helfen Jugendlichen
Die Erlöse aus der Konzertreise kommen in diesem Jahr dem ADVENIAT-Bildungsprojekt "Fe y AlegrÃa" zugute. Das Motto: Jugendliche helfen Jugendlichen. "Fe y AlegrÃa" gehört zu den angesehensten Bildungsbewegungen für Benachteiligte in ganz Lateinamerika. Fe-y-AlegrÃa-Schulen gibt es vor allem in abgelegenen Gegenden auf dem Land und in den Randbezirken großer Städte. Hier ist Schule ein Luxus, den sich viele Familien nicht leisten können. Ausgangspunkt für die Arbeit mit Lehrern, Eltern und Schülern bildet das christliche Wertefundament, das sich im gegenseitigen Respekt, in Solidarität und Nächstenliebe ausdrückt. Ohne eine gefestigte Persönlichkeit - so die Überzeugung von "Fe y AlegrÃa" - nützen auch die besten Mathematikkenntnisse nichts.
ADVENIAT unterstützt die Arbeit von Fe y AlegrÃa schon seit vielen Jahren. Die sachgerechte Verwendung und Verteilung der Mittel an die einzelnen Schulen verantwortet das nationale Koordinierungsbüro von Fe y AlegrÃa, das darüber jährlich gegenüber ADVENIAT Rechenschaft ablegt.
Evonik Industries AG
Evonik Industries ist der kreative Industriekonzern aus Deutschland mit den ertragsstarken und zukunftsträchtigen Geschäftsfeldern Chemie, Energie und Immobilien. Evonik ist weltweit führend in der Spezialchemie, Experte für Stromerzeugung aus Steinkohle und erneuerbaren Energien sowie eine der größten privaten Wohnungsgesellschaften in Deutschland. Evonik ist in mehr als 100 Ländern der Welt aktiv. Mehr als 43.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahr 2006 einen Umsatz von rund 14,8 Milliarden Euro.
ADVENIAT - für die Menschen in Lateinamerika
Seit mehr als 40 Jahren unterstützt ADVENIAT kirchliche Initiativen zugunsten der Armen und Benachtei-ligten in Lateinamerika. Mit mehr als 3.700 Projekten im Jahr und einem Spendenvolumen von 50 Millionen Euro ist ADVENIAT die europaweit größte Hilfsaktion für Lateinamerika. Wichtigstes Kriterium für eine Projektförderung ist die Armutsorientierung. Ihre Hilfe kommt an: Gerade einmal 6,62 Prozent der Einnahmen fließen in Werbung und Verwaltung.
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