08.11.2007 - 13:31 - Gesundheit & Medizin
Vorbeugen, um unerwünschte Entwicklungen zu vermeiden
Pressemitteilung von: Arbeitskreis Frauengesundheit e.V. (AKF) / PR Agentur: Kommunikation
Arbeitskreis Frauengesundheit (AKF) fordert gewaltfreie Lebenswelten für Frauen und ihre Kinder, einen Wertewandel in der Geburtshilfe und den Schutz vor unsinnigen Präventionsangeboten.
Bei der 14. Jahrestagung des AKF (Arbeitskreis Frauengesundheit e.V.) diskutierten Medizinerinnen, Psychotherapeutinnen und Gesundheitsberaterinnen eine angemessene frauengerechte Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund des geplanten Präventionsgesetzes und den hierfür von der Bundesregierung definierten Gesundheitszielen. Die bestehenden Nationalen Gesundheitsziele werden einer angemessenen Frauengesundheitsversorgung nicht in vollem Umfang gerecht. Um dieses Defizit auszugleichen, fordert der AKF die politisch Verantwortlichen und die Selbstverwaltungsgremien im Gesundheitssystem auf, zwei weitere Gesundheitsziele, die sich insbesondere an Frauen, Kinder und Familien richten, in den Katalog der Nationalen Gesundheitsziele aufzunehmen:
1.Gewaltfreie Lebenswelten für Frauen und ihre Kinder schaffen: Körperliche, sexualisierte und psychische Gewalt können körperlich und psychisch krank machen Gewalt ist Teil des Alltags von Frauen in der Familie, im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz und im Gesundheits- und Hilfesystem selbst. Um eine Fehl-, Über- oder Unterversorgung gewaltbetroffener Frauen zu vermeiden und wirksamen gesundheitlichen und sozialen Schutz bereitstellen zu können, muss das Thema von den politischen und medizinischen Gremien auf die Tagesordnung gesetzt und zu einem „Nationalen Gesundheitsziel“ erklärt werden. Für die Erreichung des Ziels müssen Mittel für wissenschaftliche Untersuchungen, Konzeptentwicklungen zu umfangreichen gewaltpräventiven Maßnahmen, zu adäquater gesundheitlicher Versorgung, Beratung und Wegweiserberatung und für Modellprojekte bereitgestellt werden.
2.Ressourcenorientiert Eltern werden: Frauen gehen in der Schwangerschaft gesund in die Praxis, kommen aber zu drei Viertel als Risiko wieder heraus. Die meisten Frauen sind aber nicht krank und sollten deshalb auch wie Gesunde behandelt werden. In den letzten dreißig Jahren hat sich in Deutschland die Geburtshilfe hin zur Geburtsmedizin mit Medikalisierung und Pathologisierung entwickelt. Eltern haben, so wird suggeriert, die Verantwortung, Macht und Pflicht, mithilfe medizinischer engmaschiger Überwachung ein gesundes, möglichst den gängigen Normen entsprechendes Kind zur Welt zu bringen. Dies schafft Druck, Ratlosigkeit und Gefahren trotz aller Information. Der AKF tritt für einen Wertewandel in der Geburtshilfe ein: Schwangerschaft und Geburt sind keine schlechte Erfindung der Natur, die durch medizinische Interventionen wie zum Beispiel den Kaiserschnitt verbessert werden müssen. Sie sind fein abgestimmte, sinnvolle physiologische Abläufe, die es sensibel zu unterstützen und zu schützen gilt. Die Medizin ist für den Notfall da.
Genderinteressen im geplanten Präventionsgesetz sicherstellen: Nach Auffassung des AKF gilt es bei der Umsetzung des Präventionsgesetzes sicherzustellen, dass Frauen- bzw. Genderinteressen angemessen – zum Beispiel durch eine/n Genderbeauftragte/n - berücksichtigt werden. Petra Kolip, Professorin im Bereich Gesundheitswissenschaften an der Universität Bremen führte zur gesundheitlichen Versorgung für Frauen aus: „Die Lebenserwartung von Frauen in Deutschland ist gut fünf Jahre höher als die der Männer und dieser Unterschied lässt sich vor allem darauf zurück führen, dass sich Frauen gesundheitsförderlicher verhalten: Sie konsumieren weniger Alkohol, rauchen seltener, zumindest im mittleren Lebensalter, nicht aber in den jüngeren Altersgruppen, sie verhalten sich in Sport und Freizeit vorsichtiger und verursachen weniger Unfälle. Sie nutzen häufiger Krebsfrüherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen und nehmen häufiger die Präventionsangebote der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch. So erstaunt es nicht, dass die Sterblichkeit vor dem 65. Lebensjahr von Frauen an Herzinfarkt, Leberzirrhose, Lungenkrebs und Unfällen nur halb so groß ist wie bei den Männern.“
In diesem Zusammenhang fordert der AKF, dass gerade sozial benachteiligte Frauen sinnvolle Präventionsangebote vermehrt nutzten können und dass Frauen vor allem vor unsinnigen und unnützen Präventionsangeboten geschützt werden. Prof. Petra Kolip: „Frauen sind auch eher bereit, für unnnötige, kostenpflichtige Leistungen wie die so genannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IgeL) Geld auszugeben bzw. nicht nur unnütz Geld ausgeben, sondern mitunter auch ihre Gesundheit zu gefährden, weil Präventionsangebote mehr Schaden als Nutzen anrichten bzw. weil Nutzen und /oder Schaden vom Mammographie-Screening bis zur HPV-Impfung nicht eindeutig geklärt sind.“
In einer Stellungnahme zum so genannten „Gender - Test“, mit dem das Geschlecht innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen festgestellt werden kann, sieht der AKF einen weiteren Schritt hin zum perfekt geplanten Baby. Da niemand kontrolliert, wann den Eltern das Geschlecht mitgeteilt wird, besteht die Möglichkeit, den Test zur Geschlechterselektion zu nutzen. Der AKF fordert deshalb ein gesetzliches Verbot dieses Tests ohne medizinische Notwendigkeit vor Ablauf der Frist eines straffreien Schwangerschaftsabbruchs.
Pressekontakt: Gundel Köbke | Kommunikation | Wielandstr. 32 | 10629 Berlin Tel. 030 - 8868 37 48 & 0170 551 80 55 | Email:
Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) ist ein bundesweit tätiger Verein. Im AKF haben sich vor allem Frauen und Verbände zusammengeschlossen, die im Bereich Frauengesundheit arbeiten oder sich im Bereich der Selbsthilfe und Beratung engagieren. Das Anliegen dieser Frauen ist es, aus den verschiedenen Disziplinen Erfahrungen und Forschungsergebnisse zusammenzutragen, die aktuellen Entwicklungen im Bereich Frauengesundheit kritisch zu begleiten, auf frauenrelevante Fehlentwicklungen in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft nachdrücklich hinzuweisen und Frauen besser über ihren Körper und dessen mögliche Erkrankungen, aber auch über seelisch und sozial krankmachende Faktoren zu informieren und die eigene Kompetenz zu stärken.
Der AKF besteht seit November 1993 und ist als gemeinnützig anerkannt.
Wir sind ein Zusammenschluss engagierter Fachfrauen aus Theorie und Praxis, die in unterschiedlichen Berufsfeldern und in der Selbsthilfe tätig sind. Zu uns gehören, Hebammen, Ärztinnen, Psychologinnen und Pädagoginnen, Heilpraktikerinnen, in den Pflegeberufen Tätige, in der Selbsthilfe Engagierte, Gesundheitswissenschaftlerinnen, außerdem große Berufsverbände und Organisationen, Frauenberatungsstellen, Frauengesundheitszentren und Selbsthilfeverbände.
Wir vernetzen auf nationaler und internationaler Ebene die vielfältigen Erfahrungen und Kompetenzen in der Frauengesundheit und stellen diese Informationen allen Frauen zur Verfügung. Wir tauschen unser Wissen aus und schaffen gemeinsam eine Plattform für die Vertretungen von Fraueninteressen in Politik, Medizin und Gesellschaft.
Wir engagieren uns für eine frauengerechte Gesundheitsversorgung und für die Integration weiblicher Lebensformen und Betrachtungsweisen im Sinne des Gender Mainstreaming in alle medizinischen und gesellschaftlichen Bereiche.
Wir verstehen Frauengesundheit als Ergebnis medizinischer, sozialer, psychischer und ökonomischer Bedingungen und setzen uns deshalb für die Berücksichtigung weiblicher Lebenswelten und Bedürfnisse in der präventiven Arbeit und bei der Definition und Behandlung von Krankheiten ein.
Wir begleiten und beobachten kritisch die Entwicklungen in der modernen Medizin und Psychologie, überprüfen sie auf ihre Relevanz für die Gesundheit von Frauen, fordern Korrekturen, bringen Änderungsvorschläge ein und beziehen Stellung in den gesundheitspolitischen Debatten.
Wir arbeiten bundesweit. Wir haben Regional- und Fachgruppen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten, z.B. Frauenheilkunde, Psychotherapie/Psychiatrie/Psychosomatik und kommunale Frauenpolitik.
Wir entwickeln Informationsmaterialien zu aktuellen Fragestellungen wie Gebärmutterentfernung, frauengerechte Psychotherapie, Qualität in der frauenheilkundlichen Versorgung, Hormontherapie in den Wechseljahren, Fortpflanzungsmedizin und Brustkrebsfrüherkennung an und stellen sie interessierten Frauen zu Verfügung.
Wir veranstalten Tagungen zu Frauen relevanten Themen, geben eine Mitgliederzeitschrift heraus, informieren über interessante Entwicklungen auf unserer Website und führen Projekte im Bereich Frauengesundheit durch.
Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Sie können bei uns Mitglied werden oder mit einer einmaligen oder regelmäßigen Spende unsere Arbeit fördern und unterstützen.
Unsere Themenschwerpunkte sind
- Verbreitung eines von Frauen entwickelten Wissens über Pubertät, Zyklus, Schwangerschaft, Geburt, Klimakterium und Alter mit dem Ziel, das Selbstbestimmungsrecht von Frauen zu unterstützen - im Gegensatz zur zunehmenden Medikalisierung und Pathologisierung von weiblichen Lebensphasen
-Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Diagnose- und Behandlungsansätzen in der Medizin und mit Verschreibungspraktiken, die suchtfördernd sein können
-Förderung integrativer Ansätze zur Psychosomatik mit dem Ziel einer frauengerechten Diagnostik und Therapie, die weibliche Lebenszusammenhänge in einer männlich bestimmten Gesellschaft berücksichtigen
- Aufklärung über die Verbreitung und den Stellenwert von sexueller Traumatisierung und Gewalt und deren Folgen für die Gesundheit von Frauen
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Unsere Arbeitsweisen
Durch eine unabhängige Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit, durch Tagungen, Arbeitstreffen, Vorträge und Publikationen wollen wir einen Beitrag zur Vernetzung von frauengerechten Initiativen und zur direkten Information und Stärkung von Frauen leisten und auf die Politik Einfluss nehmen.
Wir setzen auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen und Organisationen, verwirklicht in regionalen Gruppen und Fachgruppen. Angesprochen für eine Mitarbeit sind nicht nur direkt im Gesundheitswesen Tätige - ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, Hebammen, Tätige in Pflegeberufen, Frauen aus der Selbsthilfe u.a. - sondern auch Menschen, deren Tätigkeit die sozialen Bedingungen für die Gesundheit von Frauen beeinflusst: FrauenforscherInnen, GesundheitswissenschaftlerInnen, Gleichstellungsbeauftragte, MitarbeiterInnen von Beratungsstellen, SozialarbeiterInnen, PädagogInnen, HeilpraktikerInnen und JuristInnen.Gleichzeitig wollen wir Frauen stärken, ihren eigenen Weg zu gehen und sie dabei begleiten. Frauen sollen Sinn und Konsequenzen medizinischer/psychotherapeutischer Maßnahmen kennen und ermutigt und befähigt werden, selbst zu beurteilen und zu entscheiden.Um die Rahmenbedingungen für eine frauenfreundliche und bedürfnisgerechte Gesundheitsförderung, Prävention, Krankheitsversorgung und Rehabilitation zu verbessern, suchen wir den kritischen Diskurs mit EntscheidungsträgerInnen in Politik, Gesellschaft und Medizin.
Bei der 14. Jahrestagung des AKF (Arbeitskreis Frauengesundheit e.V.) diskutierten Medizinerinnen, Psychotherapeutinnen und Gesundheitsberaterinnen eine angemessene frauengerechte Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund des geplanten Präventionsgesetzes und den hierfür von der Bundesregierung definierten Gesundheitszielen. Die bestehenden Nationalen Gesundheitsziele werden einer angemessenen Frauengesundheitsversorgung nicht in vollem Umfang gerecht. Um dieses Defizit auszugleichen, fordert der AKF die politisch Verantwortlichen und die Selbstverwaltungsgremien im Gesundheitssystem auf, zwei weitere Gesundheitsziele, die sich insbesondere an Frauen, Kinder und Familien richten, in den Katalog der Nationalen Gesundheitsziele aufzunehmen:
1.Gewaltfreie Lebenswelten für Frauen und ihre Kinder schaffen: Körperliche, sexualisierte und psychische Gewalt können körperlich und psychisch krank machen Gewalt ist Teil des Alltags von Frauen in der Familie, im öffentlichen Raum, am Arbeitsplatz und im Gesundheits- und Hilfesystem selbst. Um eine Fehl-, Über- oder Unterversorgung gewaltbetroffener Frauen zu vermeiden und wirksamen gesundheitlichen und sozialen Schutz bereitstellen zu können, muss das Thema von den politischen und medizinischen Gremien auf die Tagesordnung gesetzt und zu einem „Nationalen Gesundheitsziel“ erklärt werden. Für die Erreichung des Ziels müssen Mittel für wissenschaftliche Untersuchungen, Konzeptentwicklungen zu umfangreichen gewaltpräventiven Maßnahmen, zu adäquater gesundheitlicher Versorgung, Beratung und Wegweiserberatung und für Modellprojekte bereitgestellt werden.
2.Ressourcenorientiert Eltern werden: Frauen gehen in der Schwangerschaft gesund in die Praxis, kommen aber zu drei Viertel als Risiko wieder heraus. Die meisten Frauen sind aber nicht krank und sollten deshalb auch wie Gesunde behandelt werden. In den letzten dreißig Jahren hat sich in Deutschland die Geburtshilfe hin zur Geburtsmedizin mit Medikalisierung und Pathologisierung entwickelt. Eltern haben, so wird suggeriert, die Verantwortung, Macht und Pflicht, mithilfe medizinischer engmaschiger Überwachung ein gesundes, möglichst den gängigen Normen entsprechendes Kind zur Welt zu bringen. Dies schafft Druck, Ratlosigkeit und Gefahren trotz aller Information. Der AKF tritt für einen Wertewandel in der Geburtshilfe ein: Schwangerschaft und Geburt sind keine schlechte Erfindung der Natur, die durch medizinische Interventionen wie zum Beispiel den Kaiserschnitt verbessert werden müssen. Sie sind fein abgestimmte, sinnvolle physiologische Abläufe, die es sensibel zu unterstützen und zu schützen gilt. Die Medizin ist für den Notfall da.
Genderinteressen im geplanten Präventionsgesetz sicherstellen: Nach Auffassung des AKF gilt es bei der Umsetzung des Präventionsgesetzes sicherzustellen, dass Frauen- bzw. Genderinteressen angemessen – zum Beispiel durch eine/n Genderbeauftragte/n - berücksichtigt werden. Petra Kolip, Professorin im Bereich Gesundheitswissenschaften an der Universität Bremen führte zur gesundheitlichen Versorgung für Frauen aus: „Die Lebenserwartung von Frauen in Deutschland ist gut fünf Jahre höher als die der Männer und dieser Unterschied lässt sich vor allem darauf zurück führen, dass sich Frauen gesundheitsförderlicher verhalten: Sie konsumieren weniger Alkohol, rauchen seltener, zumindest im mittleren Lebensalter, nicht aber in den jüngeren Altersgruppen, sie verhalten sich in Sport und Freizeit vorsichtiger und verursachen weniger Unfälle. Sie nutzen häufiger Krebsfrüherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen und nehmen häufiger die Präventionsangebote der gesetzlichen Krankenkassen in Anspruch. So erstaunt es nicht, dass die Sterblichkeit vor dem 65. Lebensjahr von Frauen an Herzinfarkt, Leberzirrhose, Lungenkrebs und Unfällen nur halb so groß ist wie bei den Männern.“
In diesem Zusammenhang fordert der AKF, dass gerade sozial benachteiligte Frauen sinnvolle Präventionsangebote vermehrt nutzten können und dass Frauen vor allem vor unsinnigen und unnützen Präventionsangeboten geschützt werden. Prof. Petra Kolip: „Frauen sind auch eher bereit, für unnnötige, kostenpflichtige Leistungen wie die so genannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IgeL) Geld auszugeben bzw. nicht nur unnütz Geld ausgeben, sondern mitunter auch ihre Gesundheit zu gefährden, weil Präventionsangebote mehr Schaden als Nutzen anrichten bzw. weil Nutzen und /oder Schaden vom Mammographie-Screening bis zur HPV-Impfung nicht eindeutig geklärt sind.“
In einer Stellungnahme zum so genannten „Gender - Test“, mit dem das Geschlecht innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen festgestellt werden kann, sieht der AKF einen weiteren Schritt hin zum perfekt geplanten Baby. Da niemand kontrolliert, wann den Eltern das Geschlecht mitgeteilt wird, besteht die Möglichkeit, den Test zur Geschlechterselektion zu nutzen. Der AKF fordert deshalb ein gesetzliches Verbot dieses Tests ohne medizinische Notwendigkeit vor Ablauf der Frist eines straffreien Schwangerschaftsabbruchs.
Pressekontakt: Gundel Köbke | Kommunikation | Wielandstr. 32 | 10629 Berlin Tel. 030 - 8868 37 48 & 0170 551 80 55 | Email:
Der Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V. (AKF) ist ein bundesweit tätiger Verein. Im AKF haben sich vor allem Frauen und Verbände zusammengeschlossen, die im Bereich Frauengesundheit arbeiten oder sich im Bereich der Selbsthilfe und Beratung engagieren. Das Anliegen dieser Frauen ist es, aus den verschiedenen Disziplinen Erfahrungen und Forschungsergebnisse zusammenzutragen, die aktuellen Entwicklungen im Bereich Frauengesundheit kritisch zu begleiten, auf frauenrelevante Fehlentwicklungen in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft nachdrücklich hinzuweisen und Frauen besser über ihren Körper und dessen mögliche Erkrankungen, aber auch über seelisch und sozial krankmachende Faktoren zu informieren und die eigene Kompetenz zu stärken.
Der AKF besteht seit November 1993 und ist als gemeinnützig anerkannt.
Wir sind ein Zusammenschluss engagierter Fachfrauen aus Theorie und Praxis, die in unterschiedlichen Berufsfeldern und in der Selbsthilfe tätig sind. Zu uns gehören, Hebammen, Ärztinnen, Psychologinnen und Pädagoginnen, Heilpraktikerinnen, in den Pflegeberufen Tätige, in der Selbsthilfe Engagierte, Gesundheitswissenschaftlerinnen, außerdem große Berufsverbände und Organisationen, Frauenberatungsstellen, Frauengesundheitszentren und Selbsthilfeverbände.
Wir vernetzen auf nationaler und internationaler Ebene die vielfältigen Erfahrungen und Kompetenzen in der Frauengesundheit und stellen diese Informationen allen Frauen zur Verfügung. Wir tauschen unser Wissen aus und schaffen gemeinsam eine Plattform für die Vertretungen von Fraueninteressen in Politik, Medizin und Gesellschaft.
Wir engagieren uns für eine frauengerechte Gesundheitsversorgung und für die Integration weiblicher Lebensformen und Betrachtungsweisen im Sinne des Gender Mainstreaming in alle medizinischen und gesellschaftlichen Bereiche.
Wir verstehen Frauengesundheit als Ergebnis medizinischer, sozialer, psychischer und ökonomischer Bedingungen und setzen uns deshalb für die Berücksichtigung weiblicher Lebenswelten und Bedürfnisse in der präventiven Arbeit und bei der Definition und Behandlung von Krankheiten ein.
Wir begleiten und beobachten kritisch die Entwicklungen in der modernen Medizin und Psychologie, überprüfen sie auf ihre Relevanz für die Gesundheit von Frauen, fordern Korrekturen, bringen Änderungsvorschläge ein und beziehen Stellung in den gesundheitspolitischen Debatten.
Wir arbeiten bundesweit. Wir haben Regional- und Fachgruppen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten, z.B. Frauenheilkunde, Psychotherapie/Psychiatrie/Psychosomatik und kommunale Frauenpolitik.
Wir entwickeln Informationsmaterialien zu aktuellen Fragestellungen wie Gebärmutterentfernung, frauengerechte Psychotherapie, Qualität in der frauenheilkundlichen Versorgung, Hormontherapie in den Wechseljahren, Fortpflanzungsmedizin und Brustkrebsfrüherkennung an und stellen sie interessierten Frauen zu Verfügung.
Wir veranstalten Tagungen zu Frauen relevanten Themen, geben eine Mitgliederzeitschrift heraus, informieren über interessante Entwicklungen auf unserer Website und führen Projekte im Bereich Frauengesundheit durch.
Wir sind ein gemeinnütziger Verein. Sie können bei uns Mitglied werden oder mit einer einmaligen oder regelmäßigen Spende unsere Arbeit fördern und unterstützen.
Unsere Themenschwerpunkte sind
- Verbreitung eines von Frauen entwickelten Wissens über Pubertät, Zyklus, Schwangerschaft, Geburt, Klimakterium und Alter mit dem Ziel, das Selbstbestimmungsrecht von Frauen zu unterstützen - im Gegensatz zur zunehmenden Medikalisierung und Pathologisierung von weiblichen Lebensphasen
-Auseinandersetzung mit geschlechtsspezifischen Diagnose- und Behandlungsansätzen in der Medizin und mit Verschreibungspraktiken, die suchtfördernd sein können
-Förderung integrativer Ansätze zur Psychosomatik mit dem Ziel einer frauengerechten Diagnostik und Therapie, die weibliche Lebenszusammenhänge in einer männlich bestimmten Gesellschaft berücksichtigen
- Aufklärung über die Verbreitung und den Stellenwert von sexueller Traumatisierung und Gewalt und deren Folgen für die Gesundheit von Frauen
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Unsere Arbeitsweisen
Durch eine unabhängige Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit, durch Tagungen, Arbeitstreffen, Vorträge und Publikationen wollen wir einen Beitrag zur Vernetzung von frauengerechten Initiativen und zur direkten Information und Stärkung von Frauen leisten und auf die Politik Einfluss nehmen.
Wir setzen auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen und Organisationen, verwirklicht in regionalen Gruppen und Fachgruppen. Angesprochen für eine Mitarbeit sind nicht nur direkt im Gesundheitswesen Tätige - ÄrztInnen, PsychotherapeutInnen, Hebammen, Tätige in Pflegeberufen, Frauen aus der Selbsthilfe u.a. - sondern auch Menschen, deren Tätigkeit die sozialen Bedingungen für die Gesundheit von Frauen beeinflusst: FrauenforscherInnen, GesundheitswissenschaftlerInnen, Gleichstellungsbeauftragte, MitarbeiterInnen von Beratungsstellen, SozialarbeiterInnen, PädagogInnen, HeilpraktikerInnen und JuristInnen.Gleichzeitig wollen wir Frauen stärken, ihren eigenen Weg zu gehen und sie dabei begleiten. Frauen sollen Sinn und Konsequenzen medizinischer/psychotherapeutischer Maßnahmen kennen und ermutigt und befähigt werden, selbst zu beurteilen und zu entscheiden.Um die Rahmenbedingungen für eine frauenfreundliche und bedürfnisgerechte Gesundheitsförderung, Prävention, Krankheitsversorgung und Rehabilitation zu verbessern, suchen wir den kritischen Diskurs mit EntscheidungsträgerInnen in Politik, Gesellschaft und Medizin.
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