(openPR) Eisen ist ein für den Menschen lebensnotwendiges Spurenelement, welches vor allem für die Blutbildung (Hämoglobin) und als wichtiger Biokatalysator benötigt wird. Aufgrund falscher Ernährungsgewohnheiten ist Eisenmangel nicht nur in Entwicklungsländern ein Problem, sondern gewinnt auch in Europa an Bedeutung. Der menschliche Körper verliert täglich nur rund 1mg (Mann) bis 2mg (Frau) Eisen, was über die Ernährung ausgeglichen werden muss (das Eisen von abgebautem Hämoglobin wird nicht ausgeschieden, sondern bleibt dem Körper erhalten und wird "rezykliert").
Zu der Frage, wie viel Eisen ein Mensch täglich aufnehmen muss, gibt es unterschiedliche Richtwerte, normalerweise werden rund 10-20 mg/Tag empfohlen.Das mit der Nahrung zugeführte Eisen wird unterschiedlich gut vom Körper aufgenommen. In dreiwertiger Form Fe 3+ kann es so gut wie nicht aus dem neutralen Dünndarm-Inhalt aufgenommen werden (wegen der Bildung von sehr schwer löslichen Eisenverbindungen), hier ist die zweiwertige Form Fe2+ deutlich besser resorbierbar. Besonders gut erfolgt die Aufnahme in der Form des sogenannten Häm-Eisens, welches im tierischen Fleisch (im Hämoglobin) enthalten ist. Sehr viel schlechter ist die Aufnahme von sogenanntem Nicht-Häm-Eisen, welches in Gemüse und Obst zu finden ist. Hierbei sollte allerdings berücksichtigt werden, dass Häm-Eisen schon während der Lagerung und spätestens beim Braten des Fleisches zu einem grossen Teil zersetzt wird. Gemäss einer spanischen Studie beeinflusst die Ernährungszusammenstellung massgebend, wieviel Eisen aus der Nahrung resorbiert werden kann: Kalzium reduziert die Aufnahme von Eisen ab ca. 40 mg Kalzium, Fleischproteine fördert die Aufnahme von Nicht-Häm-Eisen um das 2-3 fache, Proteine aus Eier und Milch vermindern hingegen die Eisenaufnahme, entgegen früheren Behauptungen beeinflusst die gleichzeitigen Aufnahme von Ballaststoffen die Aufnahme nur wenig. Stark beeinflusst wird die Eisenaufnahme durch Polyphenole, welche in Schwarztee und vor allem grünen Tee reichlich aber auch in Gemüsen vorkommen. Je nach Art und Menge des Polyphenols wurde hierbei die Eisenaufnahme fast vollständig verhindert. Interessanterweise scheint die gleichzeitige Aufnahme von Früchten das Eisen z.T. wieder zu mobilisieren, was auf bestimmte Fruchtzucker Arten zurückgeführt wurde.
Ein Eisenmangel wird oft durch eine orale Verabreichung von Eisensalzen in der Wertigkeit 2+ (z.B. Eisensulfat) bekämpft. Dies ist aus chemischer Sicht jedoch nur bedingt sinnvoll, da die Oxidation des Fe 2+ zum unlöslichen Fe 3+ auch im sauren Milieu des Magens sehr schnell stattfindet. Dadurch entstehende Radikale sind zudem in der Lage, Zellen zu zerstören oder in die Entartung (Krebs) zu treiben. Wie in einer amerikanischen Studie unlängst festgestellt wurde, sind Eisenkomplexe (so werden Verbindungen genannt, in welchen das Eisen von mehreren Molekülen umgeben vorliegt und so geschützt wird) für eine Eisentherapie viel geeigneter, da hier keine freien Radikale entstehen und das Eisen nicht frei vorliegt. Letzteres ist von grosser Bedeutung, da freies Eisen unter anderem dadurch toxisch wirkt, weil es über die sogenannte Fenton Reaktion sehr starke Oxidationsmittel freigesetzt, welche ihrerseits wiederum Körperzellen angreifen und zerstören. Wird trotzdem mit z.B. Eisensulfat therapiert, so scheint es sinnvoll, gleichzeitig Antioxidantien wie z.B. Ascorbinsäure (Vitamin C) zu sich zu nehmen. Zudem kann sich der gleichzeitige Verzehr von Fleisch günstig auswirken, da darin enthaltene schwefelhaltige Aminosäuren der Oxidation des Eisen 2+ zum Eisen 3+ ebenso entgegenwirken.
Das Auftreten von niedrigen Eisenwerten im Blut muss aber nicht immer auf einen Eisenmangel beruhen, den es auszugleichen gilt, sondern kann auch eine Strategie des menschlichen Körpers sein. Die Herabsetzung des Eisengehaltes im Blut hat vor allem bei der Infektionsbekämpfung eine grosse Bedeutung, denn viele Bakterien benötigen Eisen. Bei Infektion wird deshalb auch vermehrt Eisen in Ferritin, eine bestimmte Speicherform im menschlichen Körper, umgewandelt, weil Bakterien das Eisen in dieser Form nicht verwenden können. So stellte z.B. eine östereichische Forschungsgruppe einen starken Zusammenhang zwischen der Aggressivität von Bakterien und dem Eisengehalt im menschlichen Blut fest.
Übrigens enthält Spinat entgegen der immer noch verbreiteten Meinung nur wenig Eisen. Ob der Irrtum über den hohen Eisengehalt des Spinats tatsächlich aufgrund eines Kommafehlers eines amerikanischen Chemikers entstand, ist bis heute nicht endgültig geklärt. Klar scheint jedoch, dass der Fehler bereits in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in Deutschland erkannt wurde. Doch das "Wissen" um den Eisengehalt von Spinat hatte sich schon so in das Bewusstsein der Menschen eingegraben, dass die Fehlermeldung weitgehend ungehört verhallte.
Journal of Laboratory and Clinical Medicine, 136, 5 (2000), 371-378 und International Journal of Food Scieneces and Nutrition, 55, 8 (2004) 597-606 und Journal of Agricultural and Food Chemistry und Kidney International, 55, 69 (1999) S-125-S-130 und Heinrich Zankl, Der grosse Irrtum und Heinz Lüllmann, Klaus Mohr, Taschenatlas der Pharmakologie
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