31.10.2007 - 09:00 - Wissenschaft, Forschung, Bildung
Fossiler Schädel unterm Laser
Pressemitteilung von: DESCAM 3D Technologies GmbH
Wertvoll, zerbrechlich und 246 Mio. Jahre alt: Der Schädel des Fodonyx. Copyright: DESCAM 3D Technologies GmbH
Er war ein Pflanzenfresser, der Wurzelknollen und Grünzeug liebte, große Krallen an den Hinterläufen und einen wuchtigen Kiefer mit einer schnabelartigen Struktur hatte. Zur Familie der Rhynchosaurier gehörend, starb er vor 246 Millionen Jahren im Zeitalter der Trias. Konserviert und bis heute erhalten hat ihn der Sandstein, der ihn umgab. Gefunden wurde sein versteinerter Schädel durch Zufall in Südengland in Sidmouth bei Exeter. Er ist heute im Besitz der University of Bristol. Da es sich weitgehend um den Originalknochen handelt, nennt man den Fund ein Körperfossil.
Er, das ist ein Reptil namens Fodonyx. Dieses Reptil stellt das Bindeglied zwischen einfacheren Echsen und Dinosauriern dar. Im Dezember 2006 macht Fodonyx, der Gattungsname bedeutet „Grabkralle“, seine Aufwartung bei DESCAM. Gut verpackt und gepolstert wird der Schädel eines ausgewachsenen Exemplars in das Systemhaus nach Oberhaching bei München gebracht. Der Fund ist für die Wissenschaft unschätzbar, da es sich hierbei um den einzig komplett erhaltenen Schädel eines Fodonyx handelt. Dr. David Hone hat zu diesem Thema seine Doktorarbeit abgeschlossen, die er an der University of Bristol bei seinem Doktorvater Michael Benton schrieb. Benton war wissenschaftlicher Berater für den Film „Walking with dinosaurs“. Hone hat in München eine Stelle der Deutschen Forschungsgemeinschaft inne.
Thema der Doktorarbeit: Fodonyx. Der genaue Titel lautet: „A new genus of Rhynchosaur from the mid triassic of SW England”. Dr. Dieter Schmid, Privatdozent am Institut für Paläontologie in München, stellt den Kontakt zu DESCAM her. Hone benötigt zwei Reproduktionen des fossilen Schädels. Da dieser höchst zerbrechlich ist, kann man keinen Gipsabdruck nehmen.
Mit dem Laserscannersystem ModelMaker wird der komplette Schädel präzise und schnell digitalisiert. Da ModelMaker berührungslos arbeitet, kann dabei nichts beschädigt werden. Der Techniker fixiert zunächst den Schädel und führt dann den handgeführten Scanner an der Oberseite entlang. Streifen für Streifen wird die Oberfläche abdigitalisiert. Die Daten werden in Sekundenbruchteilen verarbeitet und die erfasste Fläche in Echtzeit am PC dargestellt. Zur Erfassung der Unterseite wird der Schädel umgedreht, die beiden Datensätze lassen sich anschließend problemlos per Best fit in der Software zusammenfügen.
Die Daten liegen zunächst als Punktewolke vor und werden trianguliert. Dabei entsteht ein Dreiecksmaschennetz, das nochmals optimiert wird. Das Endergebnis ist eine 3D-Kopie des fossilen Schädels. Die Daten werden im STL-Format exportiert. Im 3D-Drucker werden danach im Rapid Protoyping Verfahren zwei 1:1 Modelle erstellt. Eines ist für das Paläontologische Museum der Ludwig-Maximilians-Universität bestimmt. Eines kehrt mit David Hone nach England zurück. Das Original wird an einem sicheren Ort verwahrt.
Oft suchen Museen nach einem Weg, ihre Originale zu archivieren und so zu schützen, dass sie die Gegenwart überdauern. In der Ausstellung wird eine weniger wertvolle Replik gezeigt. Und falls es doch zu einem Verlust käme, kann auch noch nach vielen Jahren anhand der archivierten 3D-Daten ein neues Modell erstellt werden.
Finanziert wurde die Scan-Dienstleistung jeweils zur Hälfte von den „Freunden der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie“ sowie der „Alumni Foundation“ der ehemaligen Studenten der University of Bristol.
Weitere Informationen zu David Hones wissenschaftlicher Arbeit und seinen Forschungsergebnissen im Internet unter
www.gly.bris.ac.uk (Department of Earth Sciences at the University of Bristol, England)
www.askabiologist.org.uk/ (Englische Website für Fragen zur Biologie und Paläontologie von David Hone, speziell für Schulkinder konzipiert).
Oder schauen Sie einfach mal im Paläontologischen Museum in der Richard- Wagner-Straße 10 in München vorbei. Es hat wochentags täglich sowie jeden ersten Sonntag im Monat geöffnet. Informationen zur Dauerausstellung, den Sonderausstellungen, dem „Fossil des Monats“ sowie zu den Öffnungszeiten sind im Internet unter www.palmuc.de abrufbar.
Die DESCAM 3D Technologies GmbH ist erreichbar unter www.descam.de .
DESCAM 3D Technologies GmbH
Frau Bettina Scriba
Raiffeisenallee 6
D-82041 Oberhaching
Tel.: +49 (0) 89 450 286-0
Fax: +49 (0) 89 450 286-11
Web: www.descam.de
eMail: info at descam.de
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Die DESCAM 3D Technologies GmbH mit Sitz in Oberhaching bei München ist ein Systemhaus, das schlüsselfertige Systeme im Bereich der 3D-Formerfassung anbietet. Bereits 1997 hat man sich auf das Scannen und die Weiterbearbeitung der Daten (Reverse Engineering, Qualitätsanalysen, NC-Programmierung u.a.) spezialisiert. Das Lieferprogramm umfasst das handgeführte Laserscannersystem ModelMaker, das halbautomatische Laserscannersystem MobileScan3D, kundenspezifische Messsysteme für unterschiedlichste Applikationen (LAMAS), taktile Messarme, Software für die Datenbearbeitung (KUBE, Geomagic Studio, Qualify und Blade, Rhinoceros etc.) sowie Dienstleistungen aller Art: Scannen, Flächenrückführungen, Qualitätsanalysen, Schulung, Wartung und Vieles mehr.
Company profile:
DESCAM 3D Technologies GmbH is situated in Oberhaching near Munich. DESCAM specialized on laser scanning in 1997. The product range includes laser scanning systems (hand-held ModelMaker and half-automated MobileScan3D), customized measurement systems and solutions for any application (LAMAS), tactile measurement arms and software for data processing (e.g. KUBE, Geomagic software, Rhinoceros etc.). Additionally, DESCAM offers services like scanning, surfacing, inspection, installation, training, hotline, repair and service on site. The focus is on scanning almost any 3d object independent from size, shape and colour, as fast and as accurate as possible (non-contact 3d digitising).
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