(openPR) Die Fast Track Chirurgie ist eine in den späten 1990-er Jahren in Dänemark entwickelte revolutionäre Behandlungsmethode, die viele bisherigen chirurgischen Konzepte grundlegend und zum Wohl des Patienten verändert hat.
„Fast Track hat das Ziel, dem Organismus bei einem Eingriff so wenig Stress wie möglich zu machen und die Selbstregulation des Körpers anschließend schnell wieder in Gang zu bringen. Dabei umfasst Fast Track alle Phasen der Behandlung. Chirurgen, Anästhesisten, Intensivmediziner und Pflegekräfte arbeiten bei der Umsetzung eng zusammen“, erklärt PD Dr. Karl Kipfmüller, Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie im St. Marien-Hospital Mülheim an der Ruhr.
Aber was ist nun das revolutionär Neue an Fast Track? Und was ändert sich für den Patienten? Die ambulante Vorbereitung auf eine Bauchoperation erfolgt bei der Methode noch genauso wie bei der konventionellen Bauchchirurgie. Doch sobald der Patient stationär aufgenommen ist, ändert sich der Ablauf extrem: Eine Darmspülung, wie sie bislang zur Vorbereitung jeder Dickdarm-OP durchgeführt wurde, ist nicht mehr notwendig.
Auch beim Essen und Trinken hat sich einiges geändert. Nach der Fast Track Methode ist es nicht nur erlaubt, sondern sogar erwünscht, dass bis sechs Stunden vor der OP gegessen und noch bis zwei Stunden vor Beginn der Narkose klare Flüssigkeit getrunken wird.
Durch eine optimierte Schmerztherapie kann ferner bei Fast Track mit einer deutlich sanfteren Narkose gearbeitet werden, und die Patienten erwachen nach dem Eingriff schneller.
„Im Fast Track Programm führen wir Operationen – soweit es die Diagnosestellung zulässt – laparoskopisch durch“, erläutert Dr. Kipfmüller. „Grundsätzlich kann eine Vielzahl der Eingriffe bei Erkrankungen des Darmes auf diese Weise vorgenommen werden. Besonders geeignet ist das Verfahren bei geplanten Operationen der Divertikelkrankheit, bei Tumoren des Dick- und Enddarms sowie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen.“ Beim laparoskopischen Eingriff sind nur kleine Schnitte erforderlich, die jeweils etwa anderthalb Zentimeter lang sind. „Die Patienten fühlen sich nach einer laparoskopischen Operation besser und erholen sich rascher. Außerdem sind kleinere Schnitte aus kosmetischen Gründen natürlich vorteilhaft“, so der Chirurg aus Mülheim.
Raus aus dem Bett
Fast Track Patienten können die Klinik heute bereits nach etwa fünf Tagen wieder verlassen. Dr. Kipfmüller: „Zugegeben, Fast Track führt zu einer Dynamisierung und Verkürzung des stationären Aufenthaltes. Und das ist auch gut so. Aber in erster Linie bedeutet das sehr erfolgreiche Konzept für die Patienten nach einem bauchchirurgischen Eingriff geringere allgemeine Risiken und eine deutlich schnellere Erholung.“
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