29.10.2007 - 17:08 - Kunst & Kultur

Mörderisches Schweden - Lesen im Herbst 2007: Neue Krimis aus Europas Norden

Pressemitteilung von: Literaturportal schwedenkrimi.de
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Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
Rostock, 29.10.2007 – Der Herbst lockt sie wieder hervor: die Leseratte! Wenn die Tage kürzer, das Wetter ungemütlicher und die Buchneuerscheinungen zahlreicher werden, macht es sich die bibliophile Spezies wieder verstärkt auf dem Sofa zum Schmökern gemütlich. Besonders beliebt ist der Krimi, erst Recht, wenn er aus Schweden kommt. Kaum ein anderes Land hat in den letzten Jahren eine derartige Vielzahl hochkarätiger Krimiautoren hervorgebracht. Henning Mankell, Håkan Nesser, Arne Dahl oder Åke Edwardson zählen zu den bekanntesten Autoren aus Europas Norden. Doch auch die 34jährige Camilla Läckberg findet ihr Publikum. Mit einer Gesamtauflage von einer Million darf man sie getrost zu Skandinaviens erfolgreichsten Krimischriftstellern zählen. Pünktlich zum großen Leseherbst liegt nun neue spannende Lektüre von Arne Dahl und Camilla Läckberg vor.

In „Die Töchter der Kälte“, Camilla Läckbergs drittem auf Deutsch vorliegenden Fjällbacka-Krimi, dreht sich alles um die Familie. Erica leidet unter postnatalen Depressionen, ihre Schwester Anna unter ihrem despotischen Mann, Patricks Chef wird unerwartet Vater eines fast erwachsenen Sohnes, und der alte Fischer Frans Bengtsson macht einen grausamen Fang: Mit seinem Netz holt er die Leiche der siebenjährigen Sara aus dem Meer. Die Autopsie zeigt, dass Sara ermordet wurde, denn in ihrem Leichnam finden sich Spuren von Süßwasser und Seife. Im Verlauf der Ermittlungen fördern Patrick und sein Kollege Martin erneut abscheuliche Familiengeheimnisse zutage, die die idyllische Fassade von Fjällbacka erschüttern. Ihre zahlreichen Fans wird die Schwedin mit ihrer typischen Mischung aus privatem Liebesglück und spannend konstruierter Handlung ganz sicher sehr glücklich machen und ein paar „heiße“ Herbststunden bescheren. Kein „Cosy-Krimi“ ist dagegen Arne Dahls neuer Roman „Ungeschoren“, der inzwischen sechste Band seiner zehnteiligen Reihe um die Sonderermittlertruppe der sogenannten A-Gruppe.

In der Mittsommerwoche treibt ein Mörder in Stockholm sein Unwesen, der allesamt Menschen umbringt, um die man nicht wirklich trauert. Mehr noch: Die Getöteten haben selbst Menschenleben auf dem Gewissen und Leichen im Keller. So rettet der Mörder durch seine Taten diejenigen, die zu Lebzeiten der Toten ihre Opfer waren. Kaum sichtbare Tätowierungen in den Kniekehlen der Ermordeten führen die A-Gruppe um Kerstin Holm schließlich auf die Spur des Mörders. Arne Dahl, der mit richtigem Namen Jan Arnald heißt und mehrfach für seine Romane mit dem Deutschen Krimipreis, der renommierteste Auszeichnung des Genres, ausgezeichnet wurde, zeigt sich in „Ungeschoren“ wieder von seiner besten Seite, und das ist die intellektuelle. Souverän spielt er mit den Genregrenzen, verschiebt sie, definiert sie neu und fordert den Leser heraus, ohne dabei arrogant zu werden oder der Handlung die Spannung zu nehmen. Im Gegenteil ist es ein großes ästhetisches Vergnügen, Arne Dahl und seine A-Gruppe bei den Ermittlungen zu begleiten.

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Sebastian Bielke
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