16.10.2007 - 11:49 - Vereine & Verbände

Pakt Zukunft: Paktteilnehmer verabschieden Aktionsplan zur Verkehrsinfrastruktur

Pressemitteilung von: Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken (IHK)
Der Pakt Zukunft, der am 30. März von über 100 Vertretern aus Kommunen, Institutionen und Verbänden sowie Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken, unterzeichnet worden war, nimmt Fahrt auf. Bei der 2. Versammlung der Paktteilnehmer am 9. Oktober im Heilbronner Haus der Wirtschaft (IHK) wurde jetzt ein Aktionsplan zur Verkehrsinfrastruktur in der Region Heilbronn-Franken verabschiedet.

Seit Gründung des bundesweit einzigartigen Schulterschlusses von Kommunen und Wirtschaft hat sich einiges getan. Nicht nur ist die Zahl der Paktteilnehmer inzwischen auf 124 Teilnehmer angewachsen. Auch bei den wesentlichen Aufgaben, einer effizienteren Interessenvertretung für die Region sowie einer Förde­rung von innovativen Zukunftsideen ist der Pakt Zukunft ein gutes Stück vorangekommen.

Bei der 2. Versammlung der Paktteilnehmer wurde am 9. Oktober ein erster Aktionsplan zur Verkehrsinfrastruktur in der Region Heilbronn-Franken verabschiedet. Mit der zunehmenden Verflechtung des europäischen Wirtschaftsraumes wachsen die Personen- und Güterverkehre, heißt es in dem Papier. Dabei bremse eine nicht leistungsfähige und zugleich umweltverträglich ausgelegte Verkehrsinfrastruktur die Entwicklung der Region. Deshalb wird mit dem Aktionsplan das strategische Ziel verfolgt, die regionale Verkehrsinfrastruktur und die überregionale Verkehrsanbindung zu verbessern. Vorbereitet worden war das Strategiepapier von Experten aus Kommunen, Wirtschaft und von Institutionen. Auf die Agenda haben die Paktteilnehmer schwerpunktmäßig den Ausbau der A 6 und der Neckarschleusen, den Bau eines Containerterminals in Heilbronn sowie eine Verbesserung der Frankenbahn und Murrbahn gesetzt.

A 6 Resolution und Vorfinanzierung der Vorplanung

Das Thema A 6 wird nach Willen der Paktteilnehmer auch in Zukunft für die Region von Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach koordiniert. Hier soll unter anderem bis Ende 2007 zwischen Region und Land eine Vereinbarung über die Vorfinanzierung weiterer Vorplanungen zum sechsspurigen Ausbau der A 6 getroffen werden. Begleitet werden soll diese Maßnahme durch eine Resolution an Land und Bund, die A 6 durchgängig in die höchste Dringlichkeitsstufe des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen aufzunehmen und die Finanzierung des Ausbaus sicherzustellen. Ergänzt wird dies durch Gespräche mit Bundes- und Landtagsabgeordneten.

Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach wird ebenfalls die Maßnahmen der Region im Zusammenhang mit dem Ausbau der Neckarschleusen koordinieren. Dieser Ausbau ist notwendig, damit der Neckar als Transportweg langfristig gesichert werden kann. Nur durch den Ausbau der Schleusen für große Containerschiffe, wie sie inzwischen etwa auf dem Rhein üblich sind, kann die Wettbewerbsfähigkeit des Flusses sichergestellt werden. In einem ersten Schritt soll zunächst der Bundestag aufgefordert werden, die notwendigen Ausbaumittel bereitzustellen. Gefordert wird ebenfalls, die Planung des Schleusenausbaus von ökologischen Ausgleichsmaßnahmen zu trennen, damit ein Ausbau schneller erfolgen könne. Auch das Land soll in die Pflicht genommen werden und zeitnah Personal für die Planungen bereit­stellen.

Erster Erfolg bei Frankenbahn

Die Koordination der Maßnahmen des Pakt Zukunft zum Ausbau und zur Ertüchtigung der Frankenbahn (Stuttgart - Heilbronn - Würzburg) wird künftig Detlef Piepenburg, Landrat des Landkrei­ses Heilbronn, übernehmen. Ein erster Erfolg wurde hier bereits mit der Rücknahme von Zugstreichungen erreicht. Jetzt will die Region sich für bessere Anschlussmöglichkeiten an den überregionalen Zugfernverkehr einsetzen. Dazu sollen unter anderem die seit 2005 ins Stocken geratenen Planungen für die durchgängige Zweigleisigkeit des Schienennetzes Heilbronn - Würzburg wieder in Bewegung gebracht werden. Ein weiteres wesentliches Ziel ist es, die Frankenbahn optimal mit der Region zu verzahnen.

Murrbahn zweispurig ausbauen

Auch für die Murrbahn, einem Teilstück der Bahnverbindung zwischen Stuttgart und Nürnberg, fordert die Versammlung der Paktteilnehmer deutliche Verbesserungen. Vor allem auf dem eingleisigen Streckenabschnitt zwischen Backnang und Schwäbisch Hall kommt es auch aufgrund des starken Güterverkehrs zu langen Fahrzeiten. Koordiniert durch den Haller Landrat Gerhard Bauer sollen nun Politik und Bahn in die Pflicht genommen werden. Angestrebt wird der zweigleisige Ausbau der Murrbahn mit dem Ziel, die bisherige Fahrzeit zwischen Schwäbisch Hall-Hessental und Stuttgarter Hauptbahnhof um 15 Minuten auf insgesamt eine Stunde zu verkürzen.

Containerterminal für Heilbronn

Als weiteren Punkt haben sich die Paktteilnehmer den Bau eines Containerterminals in Heilbronn zum Ziel gesetzt. Da in Zukunft mit einem weiteren Anstieg an Güterverkehr zu rechnen ist, könnte über ein solches Containerterminal Schiene, Straße und Wasser intelligent vernetzt werden. Als siebtgrößter Binnenhafen Deutschlands bietet sich der Heilbronner Hafen als Standort eines solchen Terminals an. Koordiniert werden sollen die Maßnahmen des Pakt Zukunft in Zusammenhang mit dem Containerterminal über Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach. Noch im Oktober soll für das Containerterminal unter Federführung der Heilbronner Versorgungs GmbH eine Betreibergesellschaft gegründet werden und vom Bundesver­kehrsministerium eine Förderzusage eingeholt werden.

„Vieles erscheint uns heute noch wie Zukunftsmusik“, bekannte IHK-Präsident Thomas Philippiak, der die Paktversammlung leitete, bei Verabschiedung des Aktionsplanes. „Doch wenn wir uns gemeinsam an die Gestaltung dieser Aufgaben machen, sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit unserer Region.“

Innovative Projekte im Bereich Demografie gesucht

Philippiak warb dafür, bis zum 31. Oktober Projekte aus dem Bereich Demografie für die Projektförderung im Rahmen des Pakt Zukunft einzureichen. Gesucht werden dabei innovative Projekte zur qualifizierten Kinderbetreuung, der Vereinbarkeit von Kind und Beruf, der Integration von Zuwanderern sowie der Altenpflege und -betreuung. Die Förderquote durch den Pakt Zukunft beträgt dabei maximal 50 Prozent der gesamten Projektkosten. Möglich wird diese Förderung durch Unternehmen und Institutionen der Region Heilbronn-Franken, die insgesamt eine Fördersumme von über 1 Mio. Euro zur Verfügung gestellt haben.

Weitere Infos zu den Bedingungen der Projektförderung sowie zu den allgemeinen Zielen des Pakt Zukunft gibt es im Internet unter www.paktzukunft.de.

Neue Teilnehmer des Pakt Zukunft

Folgende Städte, Gemeinden, Institutionen und Unternehmen sind seit 30. März dem Pakt Zukunft noch beigetreten: die Gemeinden Ahorn, Flein, Großrinderfeld, Kupferzell, Lehrensteinsfeld, Massenbachhausen, Michelbach, Pfedelbach, Roigheim, Sulzbach-Laufen, Talheim, die Städte Bad Wimpfen, Boxberg, Creglingen, Weikersheim, Wertheim, die ARKUS, Arbeits-, Kultur- und Selbsthilfe gGmbH, Heilbronn, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) Region Heilbronn-Franken, das Diakonische Werk für den Stadt- und Landkreis Heilbronn, Kreisdiakonieverband sowie die Wirtschaftsjunioren Heilbronn-Franken e. V.

Kontakt und Informationen

Koordinierungsstelle Pakt Zukunft
Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken
Ferdinand-Braun-Straße 20
74074 Heilbronn
Telefon 07131 9677-300
Fax 07131 9677-243
E-Mail:
Homepage: www.paktzukunft.de

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Industrie- und Handelskammer Heilbronn-Franken
Ferdinand-Braun-Straße 20
74074 Heilbronn
Achim Ühlin
Leiter PR
Tel: 07131 9677-106
Fax: 07131 9677-117

Die IHK Heilbronn-Franken ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts.

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