09.10.2007 - 00:40 - Politik, Recht & Gesellschaft

Sprache – ein höchst aktuelles Thema in der Elementarpädagogik: Maßnahmenpaket zur Sprachförderung geplant.

Pressemitteilung von: PLATTFORM EDUCARE
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(c) Logo Plattform EduCare
Sprachförderung, Sprachstandsfeststellung, Sprachtraining etc. – eine Vielzahl an Begriffen schwirrt momentan durch die Elementarpädagogik Österreichs. Manche dieser Begriffe sind Pädagoginnen und Pädagogen aus dem Alltag vertraut, andere werden gerade mit Inhalten gefüllt.

Der Grund dafür: Ein Teil der „Eisenstädter Regierungsvereinbarung“ (das letzte Kindergartenjahr für Kinder mit Defiziten in der deutschen Sprache verpflichtend zu machen), geht nun in die Umsetzungsphase.

Das Bundesministerium für Unterricht Kunst und Kultur hat eine Projektgruppe eingerichtet, die dafür sorgen soll, dass bundesweit einheitlich vorgegangen wird.

Vorbereitungsarbeiten laufen

Eine Reihe von ExpertInnengruppen sind dazu österreichweit mit Vorbereitungsarbeiten beschäftigt. Es werden Instrumente zur Sprachdiagnostik ausgewählt und Einsatzmöglichkeiten entwickelt, es wird ein Curriculum zur Qualifizierung von Pädagoginnen und –pädagogen erstellt, deren Durchführung den Pädagogischen Hochschulen übertragen wird und es ist ein Bildungsplan mit Inhalten der frühen Sprachförderung geplant: Viele Ideen, die nun zusammengeführt und deren Realisierungen koordiniert werden müssen.

Damit wird Sprache als Schlüsselkompetenz in den Mittelpunkt pädagogischer und politischer Diskussionen gerückt – eine Riesenchance für den Elementarbereich!

Nicht nur für Kinder mit Sprachdefiziten!

Es darf dabei aber nicht nur um Kinder mit Sprachdefiziten gehen. Die Bedeutung, die Sprache für die weitere Entwicklung aller Menschen hat, muss im Zentrum stehen: Jedes Kind verdient die bestmögliche Sprachförderung und jede Pädagogin, jeder Pädagoge in Kindergarten und Schule hat ein Recht auf bestmögliche Weiterqualifizierung bzgl. Sprachförderung.

Die Plattform Educare – eine Arbeitsgemeinschaft aus Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen, Interessensgemeinschaften und Trägerorganisationen aus dem Bildungsbereich sowie von Pädagoginnen und Pädagogen empfiehlt, vor allem jene Kinder, die noch keinen Kindergarten besuchen, bei den Überlegungen zur Umsetzung dieses Maßnahmenpaktes zur Sprachförderung zu berücksichtigen.

Überprüfung des Sprachentwicklungsstandes

Fragen wie „Wer überprüft deren Sprachentwicklungsstand?“ oder „Wo wird diese Diagnostik stattfinden?“ müssen ausführlich diskutiert werden.

Diese Kinder sind ja weder mit der Institution Kindergarten, noch mit Erwachsenen im pädagogischen Bereich vertraut. Eine fremde Welt öffnet sich für diese Kinder. Schnell können hier Situationen entstehen, die diese Kinder verunsichern oder möglicherweise auch ängstigen. „Schlechte“ Ergebnisse wären die Folge, die allerdings nicht immer die tatsächlichen sprachlichen Fähigkeiten widerspiegeln.

Bei Kindern mit Migrationshintergrund sind es außerdem nicht nur die Fähigkeiten in der deutschen Sprache, die zeigen, wieweit das Kind sprachlich entwickelt ist, sondern es sind auch muttersprachliche Fähigkeiten zu berücksichtigen.

Deswegen ist bei der Umsetzung dieses Maßnahmenpaktes besonders auf die Rahmenbedingungen zu achten: Es braucht unter anderem eine spielerische Atmosphäre, vertraute Personen in der Nähe und ausreichend Zeit.

Entsprechend weiterqualifizierte Pädagoginnen und Pädagogen in Kindergarten und Schule können hier eine entscheidende Hilfe sein. Vorausgesetzt, diese Weiterbildungen sind über einen längeren Zeitraum angelegt und schaffen Möglichkeiten des Transfers der Theorie in die jeweilige Praxis vor Ort. Das alles braucht Zeit!

Und gerade die scheint momentan eher knapp bemessen zu sein – vieles sollte möglichst rasch erledigt werden.

Hoffentlich nicht auf Kosten der Kinder oder auf Kosten dieser Chance, Sprache als persönliche Ausdrucksmöglichkeit zu betrachten. Sprache ist mehr als nur ein Sprungbrett in die Schule!

Weiterführende Links:
www.plattform-educare.org/bundesrahmengesetz.htm
www.plattform-educare.org/positionspapier_ausbildung.htm
www.plattform-educare.org/Presse%2001.10.2007.htm
www.plattform-educare.org/Presse%2005.10.2007.htm
www.plattform-educare.org/Presse%2023.09.2007.htm

Kontaktinformation:
Plattform EduCare
c/o Mag.a Lisa Kneidinger
Degengasse 14b/5
1160 Wien

Kontakt-Person:
Mag.a Lisa Kneidinger
Mitglied der Steuergruppe der Plattform EduCare
Telefon: +43 (664) 5443267
E-Mail:
Web: www.Plattform-EduCare.org

Die Plattform EduCare ist eine Arbeitsgemeinschaft aus Vertreterinnen und Vertretern von Institutionen, Interessengemeinschaften und TrägerInnenorganisationen aus dem Bildungsbereich sowie von Pädagoginnen und Pädagogen.

Die Plattform ist parteiübergreifend, überkonfessionell, ohne Festlegung auf pädagogische Lehrmeinungen und Schulen und keinen Trägerorganisationen verpflichtet.

Die "Mitglieder" sehen sich nicht als einheitlicher "Verein", sondern als ein Forum, das an gemeinsamen Positionen arbeitet und gemeinsame Statements veröffentlicht: mehrheitlich, einheitlich oder aber gegebenenfalls auch unter Berücksichtigung der Tatsache, dass ein oder mehrere "Mitglieder" einen Standpunkt auch nicht mittragen kann/können.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Die Plattform EduCare hat sich zum Ziel gesetzt, aktive Bewusstseinsbildung zur Anhebung des Stellenwertes des elementaren und außerschulischen Bildungsbereiches zu betreiben. Die aktive Zusammenarbeit mit EntscheidungsträgerInnen in Wissenschaft und Forschung, Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Medien ist uns daher ein besonderes Anliegen.

Mitglieder: www.Plattform-EduCare.org/mitglieder.htm

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