(openPR) 800 Arbeitsmediziner tagen in Köln. Betriebsärzte fördern aktive Gesunderhaltung der Arbeitnehmer.
Köln/ Karlsruhe, 4. Oktober 2007 – Während der 23. Arbeitsmedizinischen Herbsttagung des Verbandes Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V. (VDBW) vom 4. bis 6. Oktober in Köln zeigen Betriebsärzte klare Perspektiven der Arbeitsmedizin in Deutschland auf.
Auf der heutigen Auftaktpressekonferenz zur Tagung wies Verbandspräsident Dr. Wolfgang Panter auf den Wandel der Arbeitswelt mit der Verschiebung des Durchschnittsalters der Beschäftigten in den Betrieben und den Herausforderungen der Arbeitsmedizin hin: „Die Beschäftigungsfähigkeit älterer Arbeitnehmer in Deutschland zu erhalten ist vordringliche Aufgabe der Betriebsärzte. Vor allem die aktive Gesundheitsförderung am Arbeitsplatz durch die Betriebsärzte ist unser Ziel.“ Dr. med. Mathias Dietrich, Facharzt für Arbeitsmedizin und Präsidiumsmitglied, erklärt: „Präventive Maßnahmen sind garantierte Erfolgsfaktoren für die dauerhafte Beschäftigungsfähigkeit, da nur gesunde Mitarbeiter zum Erfolg eines Unternehmens beitragen können.“ Die Betriebe müssen sich schon jetzt auf die Entwicklung älter werdender Belegschaften in den Betrieben einstellen, um das Potenzial älterer Mitarbeiter voll ausschöpfen zu können. Auf der Pressekonferenz ergänzt Dr. med. Anette Wahl-Wachendorf, Fachärztin für Arbeitsmedizin und VDBW-Präsidiumsmitglied: „Ältere Menschen haben andere Befindlichkeiten, aber auch Stärken. In der Regel können sie ihre eigenen Fähigkeiten besser einschätzen und verfügen über einen großen Erfahrungsschatz und fachliche Kenntnisse. Mit einer zukunftsorientierten Personalpolitik und gezielten Trainingskonzepten können sowohl die physische als auch die mentale Leistungsfähigkeit zu einem Großteil erhalten werden.“ Zur Gesundheit der Mitarbeiter tragen unter anderem ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, körperliche Bewegung, gesundes Ernährungsangebot und die Einhaltung von Arbeitsschutzvorschriften bei. Neben den medizinischen Fähigkeiten eines Betriebsarztes gehören auch Fragen der psychomentalen Belastung zu den Aufgaben.
Ein weiteres Thema auf der Tagung sind Gentests von Arbeitnehmern vor der Neueinstellung. Bei diesem Szenario wenden sich die Betriebsärzte strikt gegen jeden Missbrauch der Gendiagnostik. „Zum Zwecke der Personalselektion mit Bevorzugung guter gesundheitlicher Risiken wird sich kein Betriebsarzt bereitfinden“, so Dr. Dietrich. Zur Gendiagnostik als Beratungsinstrument betont Verbandspräsident Dr. Panter ausdrücklich: „Die betriebsärztliche Beratung wird nicht als Beratung des Unternehmers über Risiken bei der Einstellung verstanden, sondern als Beratung des Arbeitnehmers über Risiken bestimmter Tätigkeiten.“ Die zunehmende Tendenz, genetische Daten von Arbeitnehmern zu erheben, sei eine „beunruhigende Entwicklung“. Eine wesentliche Aufgabe der Arbeitsmediziner ist die Untersuchung der Beschäftigten. Dazu zählen die Früherkennung schädigender Einflüsse der Arbeit, das Erkennen von Gesundheitsstörungen, welche Gefährdungen Dritter begünstigen sowie das Erkennen individueller Disposition zu im Arbeitskontext relevanten Erkrankungen. Eine verbesserte Diagnostik anlagebedingter Erkrankungsrisiken – zum Beispiel auch durch Gendiagnostik – kann hier die Qualität der Beratung der Beschäftigten deutlich erhöhen.
In einem weit gefächerten Programm greift der VDBW in seiner Jahrestagung im Kölner Kongress-Zentrum des Maritim-Hotels Themen sowohl aus der betriebsärztlichen Tätigkeit als auch aktuelle berufspolitische Trends auf. Vorträge, Ausstellungen, Seminare sowie Unternehmensexkursionen in und um Köln rund um das Thema „Gesundheit in der Arbeitswelt“ sorgen für einen effektiven Erfahrungsaustausch unter den Betriebsärzten. Verbunden mit der Tagung ist eine Fachausstellung, die neue Produkte auf dem Gebiet des Arbeits- und Gesundheitsschutzes vorstellt. Der VDBW veranstaltet die 23. Herbsttagung in diesem Jahr zusammen mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.V. und dem Landesverband Rheinland-Westfalen der gewerblichen Berufsgenossenschaften. Weitere Informationen zum Tagungsprogramm sind unter www.vdbw.de erhältlich.
Verbandskontakt:
Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e.V., Hauptgeschäftsführer Jochen Protzer, Friedrich-Eberle-Str. 4a, 76227 Karlsruhe, T: 0721 933 8181, F: 0721 933 8186, E-Mail: ![]()












