29.09.2007 - 23:22 - Wissenschaft, Forschung, Bildung
Tieropfer für unsere Sünden?
Pressemitteilung von: Aktion Kirche und Tiere (AKUT) e. V. / PR Agentur: keine
Hamburg d. 29. September 2007 - Tieropfer für unsere Sünden?
Eine neue Nutzgeflügel-Geflügelpestschutzverordnung macht die Freilandhaltung von Geflügel in vielen Gebieten Deutschlands fast unmöglich. Die Aktion Kirche und Tiere kritisiert diese Maßnahme als tierfeindlich und unsinnig.
Nachdem man lange Zeit kaum etwas von der "Vogelgrippe" hörte, tauchten vor einigen Monaten immer wieder Meldungen vereinzelt an H5N1 erkrankter Wildvögel auf. Wo sich diese angesteckt haben konnten, war nicht zu ermitteln, kühne Theorien von Vogelzügen in der standorttreuen Zeit lösten bei Ornithologen eher Kopfschütteln aus. Dann ging es in purem Aktionismus Schlag auf Schlag. Gleich an mehreren Standorten industrieller, geschlossener Tierhaltungen wurde das Virus gefunden, oft ohne auffällig geworden zu sein. Es schien sogar teilweise schon länger vorhanden gewesen zu sein. Alle diese Haltungssysteme waren geschlossen, in Wachenroth wurden Wildvögel sogar weiträumig vergrämt, jedoch bestanden Handelsbeziehungen zwischen den Betrieben. Auch europa- und weltweit findet sich nach der das Virus trotz internationalen Wildvögel-Monitorrings kaum und in letzter Zeit gar nicht mehr bei Wildvögeln (FAO-Angaben, Baseler Zeitung, 3.09.07). Doch taucht es in Zuchtunternehmen immer wieder auf! In Europa waren in 12 von 13 Ausbrüchen von H5N1 bei Nutzgeflügel geschlossene Haltungen betroffen.
Ungeachtet dessen setzt die Bundesregierung auf Stallpflicht, auch dort, wo nur eine hohe Geflügeldichte herrscht und nicht einmal Wasservögel in Reichweite sind. Geflügelhalter müssen schwere Auflagen erfüllen; so müssen Wasserstellen nach oben gegen Eintrag abgesichert sein, was für größere Betriebe eine Unmöglichkeit ist. Nun sollen sogar Keulungen bei der für den Menschen ungefährlichen Geflügelgrippe H5 erlaubt sein.
All diese Aktivitäten gehen offenbar bewusst am Kern des Problems vorbei oder man will es gar nicht an der Wurzel packen, denn Massentierhaltung und die Infektion mit der Vogelgrippe stehen in engstem Zusammenhang. Es ist davon auszugehen, dass es weiter Keulungen im großen Ausmaß geben wird und die Erstickung durch CO2 ist zudem eine qualvolle Tötungsart. Sind diese Massenkeulungen "Tieropfer in moderner Zeit" – Opfer von Profitsucht und eines unersättlichen Lebensstils?
Die Aktion Kirche und Tiere fordert die politisch Verantwortlichen auf, statt hektischen Krisenmanagements, die Misere endlich dort zu lösen, wo sie ihren Ursprung hat: in der industriellen Massenhaltung und Mast, die die Würde der Tiere als unsere Mitgeschöpfe zutiefst verletzt. Vor allem Christen und die Kirchen sind angesichts dieser Ereignisse aufgefordert, den Lebensstil eines bedenkenlosen Fleischkonsums grundlegend zu überdenken, das bewusst verdrängte Leid der Tiere wahrzunehmen und für ihre Würde einzutreten.
E. Petras/U.Seidel
Aktion Kirche und Tiere (AKUT) e. V.
Geschäftsstelle:
Rahnstr. 23, 22179 Hamburg Tel./ Fax: 040-6426361 Mail:
Kirchlicher Sprecher für AKUT Nord: Pastor Holger Janke: Tel.040-543109 Fax. 040-55503846
AKUT stellt sich vor
AKUT ist die Abkürzung für Aktion Kirche und Tiere e.V.
Sie wurde 1988 von dem evangelischen Pfarrerehepaar Christa und Michael Blanke gegründet, nachdem kurz zuvor (Juli 1988) der bundesweit erste Fernsehgottesdienst mit Tieren im ZDF ausgestrahlt wurde. Sitz des Vereins war zunächst der kleine Ort Glauberg nördöstlich von Frankfurt. Christa und Michael Blanke waren schon vorher tierschützerisch aktiv, unter anderem mit einem Gottesdienst vor den Werkstoren von Hoechst in Frankfurt am 18. April 1986 unter dem Motto: "Hoechst, erbarme dich", der für einiges Aufsehen in der Öffentlichkeit und auch in Kirchenkreisen sorgte.
Der Fernsehgottesdienst (1988) am Sonntagvormittag aus dem Pfarrhof in Glauberg unter Einbeziehung von Tieren in die Liturgie erregte ebenfalls ein starkes Medieninteresse. "Hängebauchschwein im Gottesdienst - erster Tiergottesdienst im ZDF" waren die damaligen Schlagzeilen. Das ganze Projekt wurde zu einem öffentlichen Ereignis und zu einem Politikum - auch kirchenintern. Es setzte eine intensive Diskussion darüber ein, ob solche Gottesdienste (aus evangelischer Sicht) "erlaubt" seien, ob Segnungen von Tieren theologisch gerechtfertigt seien.
Mit der Gründung des Vereins AKUT sollte eine Basis dafür geschaffen werden, den theologisch und spirituell wichtigen Zusammenhang zwischen christlicher Theologie und Tierschutz auch weiterhin in die kirchliche Öffentlichkeit hinein vertreten zu können.
Eine der ersten Aktionen bildete das "Glauberger Schuldbekenntnis" In dem sich Theologinnen und Theologen dazu bekennen, vor "unseren Geschwistern, den Tieren, versagt zu haben". Lange Jahre war Michael Blanke erster Vorsitzender des Vereins und seine Frau Christa engagierte sich zunehmend mehr im direkten Tierschutz. Auf ihre Initiative hin wurde die Aktion "TierTodesTransporte - Europa erbarme dich" ins Leben gerufen - zunächst innerhalb von AKUT. Als sich zeigte, dass diese Initiative sehr erfolgreich war, benötigte man neue Organisations -strukturen. Der Verein "Animals' Angels" wurde gegründet und arbeitet unabhängig von AKUT.
1998 wurde Dr. Guido Knörzer als Nachfolger von Michael Blanke zum ersten Vorsitzenden gewählt. Stellvertretender Vorsitzender war Pfr. Walter Gerhardt.
Bei der Mitgliederversammlung am 8. Oktober 2005 in Kassel wurde Pfarrer Dr. Ulrich Seidel zum ersten Vorsitzenden von AKUT e. V. gewählt (sowohl Herr Knörzer wie auch Herr Gerhard haben aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidiert). Dem Vorstand gehören darüber hinaus: Pastor Holger Janke, Jörg Weidemann, Angelika Zech-Stadlinger und Vivian Kate Wichmann an. Heute hat AKUT mehrere Regionalgruppen in der Bundesrepublik, und in der Schweiz. AKUT arbeitet in vielen Gremien von Kirchen mit, hat eine eigene Vertretung in verschiedenen Tierschutzbeiräten und bemüht sich darum, in den Kirchengemeinden und den Kirchenleitungen Verständnis dafür zu wecken, dass eine christliche Theologie und Kirchenpolitik sich gerade der Ärmsten der Schöpfung, der Tiere annehmen muss. Sie tut dies durch öffentliche Initiativen, wie z.B. einen offenen Brief an die Kirchenleitungen zur BSE-Problematik, durch Gespräche mit Verantwortlichen, Beteiligung an kirchlichen Verlautbarungen.
Dazu unterhält AKUT einen eigenen Materialversand, in dem unterschiedliche Materialien für Gottesdienste, Religionsunterricht und kirchliche Initiativen entwickelt und zur Verfügung gestellt werden sowie die regelmäßig erscheinende Mitgliederzeitschrift AKUTe Nachrichten. AKUT hat auch eine Internet-Seite: www.aktion-kirche-und-tiere.de
AKUT ist überkonfessionell tätig und versteht sich als christliche Initiative. Die Mitgliedschaft in einer Kirche ist keine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei AKUT.
Der Theologische Beirat von AKUT hat die Aufgabe, den Vorstand bei schwierigen theologischen Entscheidungen zu beraten. Ihm gehören unter anderem an: Prof. Dr. Günter Altner, Prof. Dr. Erich Grässer, Prof Dr. Anton Rotzetter, Dr. Guido Knörzer.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Geschäftsstelle:
Rahnstr. 23, 22179 Hamburg Tel./ Fax: 040-6426361 Mail:
Kirchlicher Sprecher für AKUT Nord: Pastor Holger Janke: Tel.040-543109 Fax. 040-55503846
Bankverbindung/ Spendenkonto: AKUT e. V. – Postbank Frankfurt – BLZ 500 100 60 – Kto –459 197 606
Eine neue Nutzgeflügel-Geflügelpestschutzverordnung macht die Freilandhaltung von Geflügel in vielen Gebieten Deutschlands fast unmöglich. Die Aktion Kirche und Tiere kritisiert diese Maßnahme als tierfeindlich und unsinnig.
Nachdem man lange Zeit kaum etwas von der "Vogelgrippe" hörte, tauchten vor einigen Monaten immer wieder Meldungen vereinzelt an H5N1 erkrankter Wildvögel auf. Wo sich diese angesteckt haben konnten, war nicht zu ermitteln, kühne Theorien von Vogelzügen in der standorttreuen Zeit lösten bei Ornithologen eher Kopfschütteln aus. Dann ging es in purem Aktionismus Schlag auf Schlag. Gleich an mehreren Standorten industrieller, geschlossener Tierhaltungen wurde das Virus gefunden, oft ohne auffällig geworden zu sein. Es schien sogar teilweise schon länger vorhanden gewesen zu sein. Alle diese Haltungssysteme waren geschlossen, in Wachenroth wurden Wildvögel sogar weiträumig vergrämt, jedoch bestanden Handelsbeziehungen zwischen den Betrieben. Auch europa- und weltweit findet sich nach der das Virus trotz internationalen Wildvögel-Monitorrings kaum und in letzter Zeit gar nicht mehr bei Wildvögeln (FAO-Angaben, Baseler Zeitung, 3.09.07). Doch taucht es in Zuchtunternehmen immer wieder auf! In Europa waren in 12 von 13 Ausbrüchen von H5N1 bei Nutzgeflügel geschlossene Haltungen betroffen.
Ungeachtet dessen setzt die Bundesregierung auf Stallpflicht, auch dort, wo nur eine hohe Geflügeldichte herrscht und nicht einmal Wasservögel in Reichweite sind. Geflügelhalter müssen schwere Auflagen erfüllen; so müssen Wasserstellen nach oben gegen Eintrag abgesichert sein, was für größere Betriebe eine Unmöglichkeit ist. Nun sollen sogar Keulungen bei der für den Menschen ungefährlichen Geflügelgrippe H5 erlaubt sein.
All diese Aktivitäten gehen offenbar bewusst am Kern des Problems vorbei oder man will es gar nicht an der Wurzel packen, denn Massentierhaltung und die Infektion mit der Vogelgrippe stehen in engstem Zusammenhang. Es ist davon auszugehen, dass es weiter Keulungen im großen Ausmaß geben wird und die Erstickung durch CO2 ist zudem eine qualvolle Tötungsart. Sind diese Massenkeulungen "Tieropfer in moderner Zeit" – Opfer von Profitsucht und eines unersättlichen Lebensstils?
Die Aktion Kirche und Tiere fordert die politisch Verantwortlichen auf, statt hektischen Krisenmanagements, die Misere endlich dort zu lösen, wo sie ihren Ursprung hat: in der industriellen Massenhaltung und Mast, die die Würde der Tiere als unsere Mitgeschöpfe zutiefst verletzt. Vor allem Christen und die Kirchen sind angesichts dieser Ereignisse aufgefordert, den Lebensstil eines bedenkenlosen Fleischkonsums grundlegend zu überdenken, das bewusst verdrängte Leid der Tiere wahrzunehmen und für ihre Würde einzutreten.
E. Petras/U.Seidel
Aktion Kirche und Tiere (AKUT) e. V.
Geschäftsstelle:
Rahnstr. 23, 22179 Hamburg Tel./ Fax: 040-6426361 Mail:
Kirchlicher Sprecher für AKUT Nord: Pastor Holger Janke: Tel.040-543109 Fax. 040-55503846
AKUT stellt sich vor
AKUT ist die Abkürzung für Aktion Kirche und Tiere e.V.
Sie wurde 1988 von dem evangelischen Pfarrerehepaar Christa und Michael Blanke gegründet, nachdem kurz zuvor (Juli 1988) der bundesweit erste Fernsehgottesdienst mit Tieren im ZDF ausgestrahlt wurde. Sitz des Vereins war zunächst der kleine Ort Glauberg nördöstlich von Frankfurt. Christa und Michael Blanke waren schon vorher tierschützerisch aktiv, unter anderem mit einem Gottesdienst vor den Werkstoren von Hoechst in Frankfurt am 18. April 1986 unter dem Motto: "Hoechst, erbarme dich", der für einiges Aufsehen in der Öffentlichkeit und auch in Kirchenkreisen sorgte.
Der Fernsehgottesdienst (1988) am Sonntagvormittag aus dem Pfarrhof in Glauberg unter Einbeziehung von Tieren in die Liturgie erregte ebenfalls ein starkes Medieninteresse. "Hängebauchschwein im Gottesdienst - erster Tiergottesdienst im ZDF" waren die damaligen Schlagzeilen. Das ganze Projekt wurde zu einem öffentlichen Ereignis und zu einem Politikum - auch kirchenintern. Es setzte eine intensive Diskussion darüber ein, ob solche Gottesdienste (aus evangelischer Sicht) "erlaubt" seien, ob Segnungen von Tieren theologisch gerechtfertigt seien.
Mit der Gründung des Vereins AKUT sollte eine Basis dafür geschaffen werden, den theologisch und spirituell wichtigen Zusammenhang zwischen christlicher Theologie und Tierschutz auch weiterhin in die kirchliche Öffentlichkeit hinein vertreten zu können.
Eine der ersten Aktionen bildete das "Glauberger Schuldbekenntnis" In dem sich Theologinnen und Theologen dazu bekennen, vor "unseren Geschwistern, den Tieren, versagt zu haben". Lange Jahre war Michael Blanke erster Vorsitzender des Vereins und seine Frau Christa engagierte sich zunehmend mehr im direkten Tierschutz. Auf ihre Initiative hin wurde die Aktion "TierTodesTransporte - Europa erbarme dich" ins Leben gerufen - zunächst innerhalb von AKUT. Als sich zeigte, dass diese Initiative sehr erfolgreich war, benötigte man neue Organisations -strukturen. Der Verein "Animals' Angels" wurde gegründet und arbeitet unabhängig von AKUT.
1998 wurde Dr. Guido Knörzer als Nachfolger von Michael Blanke zum ersten Vorsitzenden gewählt. Stellvertretender Vorsitzender war Pfr. Walter Gerhardt.
Bei der Mitgliederversammlung am 8. Oktober 2005 in Kassel wurde Pfarrer Dr. Ulrich Seidel zum ersten Vorsitzenden von AKUT e. V. gewählt (sowohl Herr Knörzer wie auch Herr Gerhard haben aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidiert). Dem Vorstand gehören darüber hinaus: Pastor Holger Janke, Jörg Weidemann, Angelika Zech-Stadlinger und Vivian Kate Wichmann an. Heute hat AKUT mehrere Regionalgruppen in der Bundesrepublik, und in der Schweiz. AKUT arbeitet in vielen Gremien von Kirchen mit, hat eine eigene Vertretung in verschiedenen Tierschutzbeiräten und bemüht sich darum, in den Kirchengemeinden und den Kirchenleitungen Verständnis dafür zu wecken, dass eine christliche Theologie und Kirchenpolitik sich gerade der Ärmsten der Schöpfung, der Tiere annehmen muss. Sie tut dies durch öffentliche Initiativen, wie z.B. einen offenen Brief an die Kirchenleitungen zur BSE-Problematik, durch Gespräche mit Verantwortlichen, Beteiligung an kirchlichen Verlautbarungen.
Dazu unterhält AKUT einen eigenen Materialversand, in dem unterschiedliche Materialien für Gottesdienste, Religionsunterricht und kirchliche Initiativen entwickelt und zur Verfügung gestellt werden sowie die regelmäßig erscheinende Mitgliederzeitschrift AKUTe Nachrichten. AKUT hat auch eine Internet-Seite: www.aktion-kirche-und-tiere.de
AKUT ist überkonfessionell tätig und versteht sich als christliche Initiative. Die Mitgliedschaft in einer Kirche ist keine Voraussetzung für eine Mitgliedschaft bei AKUT.
Der Theologische Beirat von AKUT hat die Aufgabe, den Vorstand bei schwierigen theologischen Entscheidungen zu beraten. Ihm gehören unter anderem an: Prof. Dr. Günter Altner, Prof. Dr. Erich Grässer, Prof Dr. Anton Rotzetter, Dr. Guido Knörzer.
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