26.09.2007 - 15:30 - Politik, Recht & Gesellschaft
Ägypten: Menschenrechtsverteidiger seit 50 Tagen in U-Haft
Pressemitteilung von: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) / PR Agentur: Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Der Menschenrechtler Dr. Adel Fawzy Faltas (links) in Haft wegen Engagements für den Konvertiten, Mohammed Ahmed Hegazy (rechts, mit Ehefrau Zeinap)
Kairo / Frankfurt am Main, 26. September 2007 – Nach Informationen der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) wurde die Haftstrafe für zwei Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation Middle East Christian Association (MECA) zum dritten Mal ohne Angabe von Gründen verlängert. Bei ihrer Anhörung vom 20. September verlängerte der Staatsanwalt des Amtes für Staatssicherheit Kairos die Strafe um weitere 15 Tage ohne eine Anklage. Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM fordert die ägyptischen Behörden auf, die beiden Menschenrechtsverteidiger umgehend und bedingungslos aus der Haft zu entlassen.
Die ägyptischen Menschenrechtler Dr. Adel Fawzy Faltas und Peter Ezzat Mounir wurden am 8. August ohne Vorlage einer Anklageschrift inhaftiert. Sie sind am heutigen Mittwoch seit 50 Tagen in Untersuchungshaft. Ihre Haftstrafe wurde seitdem vom Staatsanwalt des Amtes für Staatssicherheit Mohammed al-Faisal jeweils um 15 Tage verlängert. Ihnen wurde bei ihrer Inhaftierung vorgeworfen, den Islam "diffamiert" zu haben. Einer der Gründe, so die IGFM, sei ihre Arbeit für den Konvertiten Mohammed Ahmed Hegazy gewesen, der die offizielle Anerkennung seines Religionswechsels zum Christentum beim Staat einzuklagen versuchte.
Die Haftstrafe wurde ein weiteres Mal verlängert, so MECA Präsident Nader Fawzy, da die Organisation ein Taschenbuch mit dem Titel "Die Verfolgten" veröffentlicht habe. Dieses Taschenbuch beschreibt die Diskriminierungen und Schikanierungen, denen Christen in Ägypten ausgesetzt sind und geht weiterhin auf einzelne Fälle ein. Aufgrund dieses Taschenbuches wird Dr. Faltas und Ezzat vorgeworfen, "den Islam zu beleidigen", was zu einer Haftstrafe von 5 Jahren führen kann. "Da islamische Extremisten in Ägypten propagieren, dass Muslime den Nicht-Muslimen überlegen seien, beleidigen wir den Islam, da wir das Recht auf Koexistenz und Gerechtigkeit verlangen", zitiert die IGFM den Präsidenten der MECA Nader Fawzy.
Die IGFM appelliert an Präsident Hosni Mubarak, Dr. Adel Fawzy Faltas und Peter Ezzat sofort freizulassen und willkürlichen Festnahmen demonstrativ entgegenzuwirken. Durch seine Mitgliedschaft im UN-Menschenrechtsrat ist die Regierung Ägyptens in besonderem Maße verpflichtet, die Menschenrechte zu gewährleisten.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
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Die IGFM ist eine Menschenrechtsorganisation, die 1972 in Frankfurt am Main gegründet wurde. Sie unterstützt Menschen, die sich gewaltlos für die Verwirklichung der Menschenrechte in ihren Ländern einsetzen oder die verfolgt werden, weil sie ihre Rechte einfordern. Nach Auffassung der IGFM sind nach dem Recht auf Leben und Sicherheit der Person, die bürgerlichen Rechte wie Meinungs-, Versammlungs- Religions- und Pressefreiheit die wichtigsten Menschenrechte. Ohne sie kann es weder Frieden noch sozialen Fortschritt geben. Die Grundlage ihrer Arbeit bildet die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948.
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