IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein: Aufschwung weiterhin robust

Pressemitteilung von: IHK Mittlerer Niederrhein

Die Konjunktur in der Region Düsseldorf/ Mittlerer Niederrhein hat weiter an Schwung gewonnen. „Im Spätsommer 2007 melden insgesamt 70 Prozent aller Unternehmen eine gute Geschäftslage, verglichen mit 60 Prozent zu Jahresbeginn“, fasst Dr. Dieter Porschen, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein, das Ergebnis der gemeinsamen Konjunkturumfrage Spätsommer 2007 der IHKs Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein zusammen. Beteiligt haben sich daran zwischen Viersen und Velbert 750 Betriebe mit zusammen rund 110.000 Beschäftigten. Da die regionale Wirtschaft auch für das kommende Jahr zuversichtlich sei, steige der IHK-Konjunkturklimaindex nach einer kurzen Verschnaufpause zu Jahresbeginn um fast zehn Punkte auf den neuen Rekordwert von 151 Punkten.

„Damit zeigen die Turbulenzen an den Finanzmärkten in unserer Region bislang keine konjunkturellen Auswirkungen. Die Unternehmen hoffen, dass dies auch so bleibt“, erläutert Porschen. In allen Branchen befürchtet jeweils weniger als ein Zehntel aller Betriebe eine im nächsten Jahr nachlassende Konjunktur. Im Gegenteil: Zwischen zwei Dritteln der Betriebe in den Dienstleistungsbranchen und einem Drittel im Einzelhandel setzen auf eine weitere Aufwärtsentwicklung. Dabei rechnet mehr als die Hälfte aller Betriebe mit einem verbesserten Auslandsabsatz, und dies vor dem Hintergrund des starken Euros und eines voraussichtlich verminderten Wachstumstempos in der Weltwirtschaft.

Ebenso setzen die regionalen Unternehmen darauf, dass die Binnenkonjunktur noch an Schwung gewinnt. So dürfte sich die Dynamik der Investitionsgüternachfrage nur wenig abschwächen, während sich die Konsumaussichten wieder verbessern dürften. Die konsumnahen Branchen, allen voran der Einzelhandel, setzen ihre Hoffnungen darauf, dass der Mehrwertsteuerschock inzwischen verarbeitet worden ist. Konsum anregend wirkt darüber hinaus, dass sowohl die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken ist, die Arbeitsplätze sicherer geworden sind und die Beschäftigung insgesamt zugenommen hat. Die steigenden Einkommen dürften die Binnenkonjunktur weiter ankurbeln.

„Gleichwohl bleiben auch für die regionale Konjunkturentwicklung Risiken“, gibt Porschen zu bedenken. So seien der Euro und der Rohölpreis zwar bereits im Umfragezeitraum in der Aufwärtsbewegung gewesen, hätten aber in den letzten Tagen neue Höchstwerte erreicht. Nicht auszuschließen sei, dass die Konjunktur in den USA trotz der jüngsten Leitzinssenkungen weiter abkühlen und damit die globale Konjunktur direkt und indirekt belasten werde. Nach Expertenmeinung drohe derzeit noch keine akute Kreditklemme. Darüber hinaus seien die Unternehmen in der Lage, einen großen Teil ihrer Investitionen aus eigenen Erträgen zu finanzieren. Dennoch könnten anhaltende oder zunehmende Turbulenzen an den Finanzmärkten die Finanzierungskosten für die Unternehmen in die Höhe treiben.

„Im Spätsommer 2007 sind insgesamt erneut nur neun Prozent der Betriebe mit ihrer Geschäftslage unzufrieden“, verdeutlicht Porschen die Breite des Aufschwungs. Dabei habe sich seit Jahresbeginn die Lage in Industrie, Großhandel und Dienstleistungen nahezu im Gleichklang verbessert. Nur der Einzelhandel sei weiterhin unzufrieden: Während nur sechs Prozent der Betriebe von einer aktuell guten Geschäftslage ausgingen, bewerteten 27 Prozent diese mit „schlecht“. Bei fast der Hälfte der Einzelhändler sei der Umsatz im ersten Halbjahr 2007 gesunken.

Angesichts der hohen Nachfrage sind die industriellen Produktionskapazitäten mit aktuell 85 Prozent mehr als gut ausgelastet und übertreffen deutlich ihren langjährigen Durchschnitt – zum dritten Mal in Folge. Deshalb planen über zwei Drittel aller Unternehmen, im Jahr 2008 ihre Inlandsinvestitionen zu steigern oder konstant zu halten (Investitionsgüterhersteller: über 95 Prozent). „Die gute konjunkturelle Lage sowie die weiteren Perspektiven haben zu einer Akzentverschiebung bei den Investitionsmotiven geführt. Während die Rationalisierung mit jetzt 50 Prozent der Nennungen weiter an Bedeutung verliert, wollen inzwischen 52 Prozent der Betriebe ihre Kapazitäten aufstocken“, erläutert Porschen.
Der Aufschwung ist laut IHK-Untersuchung auf dem Arbeitsmarkt angekommen. So beschäftigten 43 Prozent der befragten Betriebe mehr Personal als noch vor Jahresfrist. Personal abgebaut haben dagegen nur 20 Prozent. Auch für das kommende Jahr dürften mit einem Saldo von 16 Prozentpunkten nun die positiven Beschäftigungspläne überwiegen. Besonders spürbar wird dies in der Bauwirtschaft, bei den Dienstleistern und im Großhandel, weniger im Einzelhandel und in der Industrie. Allerdings hat bereits fast jeder zweite Betrieb Schwierigkeiten, in ausreichendem Maße Fachkräfte zu finden. Diese fehlen vor allem in einzelnen Industriebranchen und in der Bauwirtschaft. „Der Fachkräftemangel“, so Porschen abschließend, „könnte sich zu einem echten Bremsklotz für Beschäftigungsaufbau und Aufschwung entwickeln.“

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