25 Jahre Stahl-Forschung in der FVV: Werkstoffe am Temperaturlimit

Pressemitteilung von: Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen e.V.
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Frankfurt a.M., 11.09.07 - Zur Auslegung und Überwachung langzeitig eingesetzter Hochtemperaturbauteile im Kraftwerkbau wurde in den letzten 25 Jahren das Werkstoffverhalten verschiedenster Stahlsorten an rissartigen Fehlern erforscht. Im Laufe der Jahre konnte man sich an Temperaturen bis zu 850 oC herantasten. Die Ergebnisse flossen kontinuierlich in deutsche und europäische Gremien ein und leisteten so einen entscheidenden Beitrag zur Standardisierung. Die Materialien können heutzutage länger eingesetzt werden, da die Berechenbarkeit kritischer Punkte direkt in eine verbesserte Fehlerdiagnostik und eine optimale Auslegung der Werkstoffe einfließen. Sicherere und langlebigere Maschinen schonen die Ressourcen und senken die Kosten spürbar.
Durchgeführt wurden 12 Forschungsprojekte, die von der AiF und der AVIF in Form industrieller Gemeinschaftsforschung in der Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV e.V.) gefördert wurden.

Die zu tolerierende Größe eines rissartigen Fehlers bei Raumtemperatur (RT) kann mit der in den 70er Jahren eingeführten Rissbruchmechanik zuverlässig bestimmt werden. Bei hoher Temperatur (im Bereich zeitabhängiger Werkstoffdaten) war in den vergangenen Jahren eine adäquate Bewertung des bei RT tolerierbaren Fehlers nicht möglich. Die Bewertung erfolgte auf Basis ingenieurmäßiger Erfahrung. Aus diesem Grunde wurden ab Mitte der 70er Jahre weltweit Konzepte zur Quantifizierung des Risswachstums bei hoher Temperatur erstellt und auch experimentelle Daten über längere Zeiten generiert. (z. T. allerdings an Werkstoffen für Schnelle Brüter und Hochtemperatur Reaktoren). In Deutschland trat am 14.09.1982, unter dem Dach der FVV und des VDEh, die Arbeitsgruppe W14 "Hochtemperatur Rissverhalten" der industriellen "Arbeitsgemeinschaft Warmfeste Stähle" erstmals zusammen. Die Arbeitsgruppe umfasste alle namenhaften Unternehmen, die Energieanlagen und deren Werkstoffe erzeugten.
Anders als in den angelsächsischen Ländern und in Japan wurde in der W14 von Anfang an das Risseinleitungsverhalten bei hoher Temperatur (HT) mit untersucht. Mit diesen Daten kann bestimmt werden, ob ein bei RT in einer Komponente zu tolerierender Fehler bei HT einen zusätzlichen Beitrag zum Risswachstum liefert oder nicht. Bei sog. Restlebensdauerbetrachtungen werden zusätzlich HT - Risswachstumsdaten benötigt. Es liegen zwischenzeitlich Konzepte zu Risseinleitung (Zwei Kriterien Diagramm) und zum Risswachstum (vor allem C* Konzept) unter statischer und langsam wechselnder Temperatur vor. Die experimentell generierte Datenbasis umfasst Daten von 11 Werkstoffen des Energiemaschinenbaues bis zu praxisnahe extrapolierbaren Versuchszeiten. Konzepte und Daten wurden in einem Computer - Programm "HT-RISS" zusammengefasst.

Im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung wird am Donnerstag, dem 13.09.2007, ein Workshop zum Programmsystem "HT-RISS" angeboten. Am Freitag, dem 14.09.2007, findet eine Vortragsveranstaltung statt, die einen Überblick über die in den letzten 25 Jahren in Deutschland entwickelten Konzepte und erarbeiteten Auslegungsdaten gibt sowie Beispiele der industriellen Anwendung solcher Daten zeigt.

Veranstaltungsort: Institut für Werkstoffkunde,
Technische Universität Darmstadt
Grafenstr. 2, 64283 Darmstadt

13.09.07, Workshop HT-Riss, Beginn 13:30Uhr
14.09.07, Jubiläumsveranstaltung, Beginn 10:00 Uhr

Kontakt: Dr. Scholz, IfW – Da., 0 61 51/16 24 51
Dr. Klenk, MPA- Stgt., 07 11/ 68 56 39 68

Dipl.-Ing. Stefanie Jost-Köstering
Öffentlichkeitsarbeit
Lyoner Str. 18
60528 Frankfurt a.M.

Tel. 069/ 66 03 15 31

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Seit mehr als 50 Jahren bildet die Forschungsvereinigung Verbrennungskraftmaschinen (FVV e.V.) ein einmaliges Netzwerk der Motoren- und Turbomaschinenforschung. Das Besondere ist der vereinende Charakter unserer Arbeit: Zum einen forschen Industrie und Wissenschaft bei uns gemeinsam. Zum anderen arbeiten Unternehmen, die sonst der harte Wettbewerb trennt, in der FVV Hand in Hand und teilen sich die Forschungsergebnisse. Ob mittelständisches Unternehmen oder Global Player - die industrielle Gemeinschaftsforschung nützt beiden.

In den 50 Jahren wurden in über 900 Projekten mehr als 300 Mio. Euro in die Forschung investiert.

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