08.09.2007 - 16:38 - Politik, Recht & Gesellschaft

Vogelgrippe: Fiasko für die industrielle Geflügelhaltung

Pressemitteilung von: Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e. V. - Tierschutzfachverband (AGfaN)
Die neuen Vogelgrippeausbrüche in zwei Entenhaltungen in Nittenau und Bruck im Landkreis Schwandorf stehen offensichtlich im Zusammenhang mit dem Ausbruch am 25. August im etwa 150 km entfernten Wachenroth-Warmersdorf im Landkreis Erlangen-Höchstadt. Hierauf deuten Geschäftsbeziehungen zwischen den Betrieben hin.

Ornithologen hatten in den vergangenen Monaten immer wieder darauf hingewiesen, dass die vom Leiter des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI), Prof. Dr. Mettenleiter, propagierte Wildvogelhypothese fachlich unbegründet und deshalb haltlos sei. Auch nachdem die Untersuchungen der britischen Regierung die Übertragung des Virus von Ungarn (Ausbruch am 4. Februar 2007) nach Großbritannien (Ausbruch am 30. März) mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf legale Handelsbeziehungen zwischen Betrieben des Puten-Konzerns Matthews Ltd. zurückführten, beharrte das FLI darauf, dass die größte Gefahr von Wildvögeln ausgehe. „Die neuesten Fälle von Vogelgrippe in Bayern beweisen, dass Prof. Mettenleiters Wildvogelhypothese auf Sand gebaut war und er nun mit seinen unhaltbaren Behauptungen sein persönliches Waterloo erlebt“, erklärt Eckard Wendt, der Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung“ e.V. (AGfaN). Er weist darauf hin, dass die Vogelgrippe als willkommener Anlass genommen wurde, einen großangelegten Feldzug gegen die Freilandhaltung von Geflügel einzuleiten. So sagte schon im Mai 2006 ein Wissenschaftler am Rande eines Kongresses über Geflügelkrankheiten in Hannover, wenn es die Vogelgrippe und den Ausbruch auf Rügen nicht gegeben hätte, hätte man sie erfinden müssen, damit das Federvieh dahin käme, wo es hingehöre, nämlich in gut gesicherte Ställe. „Die Massentierhaltung ist nicht Opfer des Vogelgrippe-Desasters, sondern deren Ursache, weil die Vergangenheit zur Genüge bewiesen hat, dass niedrigpathogene Viren erst dann zu hochpathogenen Varianten mutieren, wenn sie dafür bei eng aufgestallten und durch einseitige Zuchtwahl genetisch geschwächten Tieren durch rasch aufeinander folgende Körperpassagen ideale Bedingungen vorfinden“, ergänzt die stellvertretende Vorsitzende Elisabeth Petras.

Die AGfaN e.V. fordert von Minister Seehofer nicht nur die Aufhebung des Aufstallungsgebots, sondern auch die lückenlose Aufklärung des ersten Ausbruchs der Vogelgrippe bei Wildvögeln in der Nachbarschaft des FLI. „Das kann nur eine absolut unabhängige Kommission leisten, der keine Wissenschaftler angehören, die im Verdacht stehen, durch ihre Forschung bewusst oder unbewusst die Interessen der Geflügelindustrie begünstigt zu haben“, so Eckard Wendt weiter.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. - Tierschutzfachverband
Ansprechpartner: Eckard Wendt, Vorsitzender
Auf der Geest 4
21435 Stelle
Telefon / Fax: 04174-5181 (bis 24.09.07 auch: 0160-92750589)
E-Mail:
Internet:
www.tierschutz-landwirtschaft.de
Sonderportal zur Haltung von Legehennen und zum Eier-Code:
www.eier-deklaration.de
Pressekontakt: Eckard Wendt (s.o.)

Die "Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung" e.V. (AGfaN) ist ein Tierschutzfachverband, der sich schwerpunktmäßig mit der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung befasst. Sie lehnt die Nutztierhaltung nicht prinzipiell ab. Sie wendet sich aber entschieden gegen die praxisübliche Ausbeutung dieser leidensfähigen Mitgeschöpfe, die fast immer eng zusammengepfercht und bei Dämmerlicht vegetieren müssen. Das Anpassen der Tiere an die tierfeindlichen Lebensbedingungen durch Schnabelkürzen bei Puten, Moschus(Flug-)enten und Legehennen und das Kürzen der Schwänze bei Ferkeln sowie das Enthornen der Rinder wird abgelehnt

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