09.08.2007 - 11:12 - Politik, Recht & Gesellschaft
Lernen macht Spaß - Kinder wissen in der Regel, warum sie lernen
Pressemitteilung von: hessenstiftung - familie hat zukunft
BENSHEIM, 9. August 2007.- Hessischen Schülern macht Lernen Spaß. Wie die Ergebnisse der Studie „Kinderbarometer Hessen 2006“ zeigen, sehen 80 Prozent der Kinder das Lernen als wichtig für sich an. Die Untersuchung ging den Fragen nach, warum Kinder lernen, wer sie beim Lernen unterstützt, wann sie ihre Hausaufgaben erledigen und wobei sie etwas lernen. Dass die Lernmotivation bei den befragten 1.900 Kindern der Klassen vier bis sieben mit zunehmendem Alter abnimmt, stellt die Studie ebenso fest, wie die Tatsache, dass das schulischen Wohlbefinden der Kinder, die mit Freude lernen, höher ist, als bei denen, die nicht wissen, warum sie lernen sollen.
Wie bereits im Vorjahr haben die Autoren der Studie vier Typen der Lernmotivation gebildet. Die erste Gruppe besteht aus Kindern, die aus sich selbst heraus motiviert sind, weil sie Lernen persönlich wichtig finden, sie den Stoff verstehen wollen oder es ihnen einfach Freude macht zu lernen. Mit 40 Prozent (2005: 28 Prozent) ist diese Gruppe in diesem Jahr stark angewachsen. Die zweite Gruppe mit 26 Prozent (2005: 29 Prozent) bilden Schüler, die vor allem wegen äußerer Anreize lernen. Sie möchten keinen Ärger mit den Lehrern bekommen und möchten außerdem, dass diese ein gutes Bild von ihnen haben. Die dritte Gruppe nennen die Autoren lernunmotiviert, weil die Kinder zwar den Sinn des Lernens nicht anzweifeln, aber keinen rechten Zugang dazu finden. Sie lernen am ehesten, weil man es von ihnen erwartet. Mit 23 Prozent ist dieser Typ gegenüber dem Vorjahr (33 Prozent) deutlich zurückgegangen. Von ihr unterscheiden sich Kinder, die sagen, sie wüssten gar nicht, wozu sie eigentlich lernen sollten. Dieser als schulfern bezeichnete Typ umfasst 12 Prozent der Befragten (2005: 11 Prozent). Diese Aufteilung der Lernmotivation ist unabhängig vom jeweiligen Schultyp. So finden sich in der Hauptschule sowohl mehr Schüler, die aus Freude lernen, wie solche, die nicht wissen, warum sie lernen sollen.
Die überwiegende Mehrheit der Kinder übt mindestens dreimal pro Woche mit Mutter oder Vater für die Schule. Bei der außerschulischen Lernhilfe belegen die Mütter den ersten Platz. Während bei Kindern ohne Migrationshintergrund an zweiter Stelle der Vater folgt, lernen Kinder ausländischer Eltern häufig mit ihren Geschwistern. Die Hausaufgaben werden in der Regel allein bewältigt: Bei den Siebtklässlern setzen sich 90 Prozent der Befragten allein an den Schreibtisch, während dies nur 58 Prozent der Viertklässler tun. Sonst stehen ihnen hier ebenfalls die Mütter zur Seite. Mit zunehmendem Alter ändert sich auch die Zeit, zu der die Aufgaben erledigt werden. Während die jüngeren Klassen sich in der Regel am Nachmittag den Hausaufgaben widmen, tun dies die Älteren vermehrt morgens oder direkt vor dem Unterricht.
Im Blick auf die Schlüsselkompetenz Lesen für den Lernerfolg sind die Antworten zu den von den Kindern gewählten Lesemedien aufschlussreich. Zwar lesen fast zwei Drittel der Kinder noch am liebsten ein Buch, doch sinkt die Lust auf Bücher mit steigendem Alter. Am wenigsten beliebt als Lesestoff sind Bücher bei Jungen, bei Kindern mit Migrationshintergrund und in der Hauptschule.
Das Kinderbarometer Hessen ist ein Projekt der hessenstiftung – familie hat zukunft, in Zusammenarbeit mit dem ProKids-Institut Herten, unterstützt von der hessischen Kultusministerin und der hessischen Sozialministerin. Mit den Umfrageergebnissen sollen regelmäßig Themen aus Kindersicht betrachtet werden, um für alle, die mit Kindern leben und arbeiten, eine Informationsquelle zu erschließen. Nach den erfolgreichen Befragungen 2004 und 2005 ist nun der repräsentative Querschnitt von Schülern an rund 100 hessischen Schulen aus dem Jahr 2006 im Buchhandel erhältlich.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Dr. Ulrich Kuther
Bevollmächtigter der Geschäftsführung
hessenstiftung - familie hat zukunft
c/o Karl Kübel Stiftung
Darmstädter Str. 100
64625 Bensheim
Telefon: 06251/ 7005-31
Fax: 06251/7005-77
Mail:
Web: www.hessenstiftung.de
Die hessenstiftung - familie hat zukunft wurde von der Hessischen Landesregierung als Stiftung des bürgerlichen Rechts ins Leben gerufen, um die Bedeutung der Familie in der Gesellschaft zu stärken. Ihren Auftrag erfüllt sie in Projektförderungen mit Partnern des öffentlichen und privaten Sektors.
Wie bereits im Vorjahr haben die Autoren der Studie vier Typen der Lernmotivation gebildet. Die erste Gruppe besteht aus Kindern, die aus sich selbst heraus motiviert sind, weil sie Lernen persönlich wichtig finden, sie den Stoff verstehen wollen oder es ihnen einfach Freude macht zu lernen. Mit 40 Prozent (2005: 28 Prozent) ist diese Gruppe in diesem Jahr stark angewachsen. Die zweite Gruppe mit 26 Prozent (2005: 29 Prozent) bilden Schüler, die vor allem wegen äußerer Anreize lernen. Sie möchten keinen Ärger mit den Lehrern bekommen und möchten außerdem, dass diese ein gutes Bild von ihnen haben. Die dritte Gruppe nennen die Autoren lernunmotiviert, weil die Kinder zwar den Sinn des Lernens nicht anzweifeln, aber keinen rechten Zugang dazu finden. Sie lernen am ehesten, weil man es von ihnen erwartet. Mit 23 Prozent ist dieser Typ gegenüber dem Vorjahr (33 Prozent) deutlich zurückgegangen. Von ihr unterscheiden sich Kinder, die sagen, sie wüssten gar nicht, wozu sie eigentlich lernen sollten. Dieser als schulfern bezeichnete Typ umfasst 12 Prozent der Befragten (2005: 11 Prozent). Diese Aufteilung der Lernmotivation ist unabhängig vom jeweiligen Schultyp. So finden sich in der Hauptschule sowohl mehr Schüler, die aus Freude lernen, wie solche, die nicht wissen, warum sie lernen sollen.
Die überwiegende Mehrheit der Kinder übt mindestens dreimal pro Woche mit Mutter oder Vater für die Schule. Bei der außerschulischen Lernhilfe belegen die Mütter den ersten Platz. Während bei Kindern ohne Migrationshintergrund an zweiter Stelle der Vater folgt, lernen Kinder ausländischer Eltern häufig mit ihren Geschwistern. Die Hausaufgaben werden in der Regel allein bewältigt: Bei den Siebtklässlern setzen sich 90 Prozent der Befragten allein an den Schreibtisch, während dies nur 58 Prozent der Viertklässler tun. Sonst stehen ihnen hier ebenfalls die Mütter zur Seite. Mit zunehmendem Alter ändert sich auch die Zeit, zu der die Aufgaben erledigt werden. Während die jüngeren Klassen sich in der Regel am Nachmittag den Hausaufgaben widmen, tun dies die Älteren vermehrt morgens oder direkt vor dem Unterricht.
Im Blick auf die Schlüsselkompetenz Lesen für den Lernerfolg sind die Antworten zu den von den Kindern gewählten Lesemedien aufschlussreich. Zwar lesen fast zwei Drittel der Kinder noch am liebsten ein Buch, doch sinkt die Lust auf Bücher mit steigendem Alter. Am wenigsten beliebt als Lesestoff sind Bücher bei Jungen, bei Kindern mit Migrationshintergrund und in der Hauptschule.
Das Kinderbarometer Hessen ist ein Projekt der hessenstiftung – familie hat zukunft, in Zusammenarbeit mit dem ProKids-Institut Herten, unterstützt von der hessischen Kultusministerin und der hessischen Sozialministerin. Mit den Umfrageergebnissen sollen regelmäßig Themen aus Kindersicht betrachtet werden, um für alle, die mit Kindern leben und arbeiten, eine Informationsquelle zu erschließen. Nach den erfolgreichen Befragungen 2004 und 2005 ist nun der repräsentative Querschnitt von Schülern an rund 100 hessischen Schulen aus dem Jahr 2006 im Buchhandel erhältlich.
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