(openPR) Alkohohl kein primärer Auslöser einer kranken Leber
Leberzellkrebs (Hepatocelluläres Karzinom = HCC) nimmt in Europa drastisch zu. Dabei ist die Steigerungsrate diagnostizierter HCC-Fälle deutlich größer als die Zahl der Herzkreislauferkrankungen, warnt Prof. Zeuzem, Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/Main. Hinzu kommt, dass es in Deutschland eine sehr hohe Dunkelziffer gibt, da vermutlich nur 15% aller HCC-Patienten rechtzeitig erkannt werden, von denen jedoch nur 50% eine optimale Therapie erhalten. Ziel ist daher durch Prävention und dazugehörige Aufklärung den für 2020 erwarteten Inzidenz-Höhepunkt so flach wie möglich zu halten.
Als Cofaktoren sind beim Hepatozellulären Karzinom in Asien, z.Zt. der am stärksten betroffene Kontinent, vor allem Hepatitis B (60%), Hepatitis C (20%) und Rauchen (22%) zu nennen. In Europa sind Hepatitis C (60%), Hepatitis B (22%), Alkohol (45%) und Rauchen (12%) auffällig. Da Alkohol nicht als Cofaktor der HCC auftritt, ist davon auszugehen, dass Alkohohl kein primärer Auslöser einer kranken Leber ist.
Die Therapieerfolge hängen drastisch vom Stadium der HCC ab. Daher müssen Präventivmaßnahmen in einem ersten Schritt vor allem Patienten mit Leberzirrhose erreichen. In Frankreich hat dieses Vorgehen zu deutlichen Erfolgen bei der Erkennung von Metastasen im Frühstadium geführt.
Die bisherigen systemische Therapieformen haben sich nach Zeuzem als Irrweg erwiesen. Formen der Chemotherapie, auch in Kombination mit der Immuntherapie, haben ebenso keine Überlebensvorteile bei Patienten mit HCC ergeben wie Hormontherapien.
Der Ansatz der targeted Therapie mit Sorafenib, ein Phosphatkinase-Inhibitor, der in Zellen eine ungehinderte und entartete Zellteilung blockiert, lässt auf eine bessere Zukunft in der Therapie des HCC hoffen. Da klinische Untersuchungen belegen, dass Sorafenib eine noch breitere Antitumorwirksamkeit besitzt und weitere Kinasen hemmt, steigt die Erwartungshaltung in diesen biologischen Wirkstoff.
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