27.07.2007 - 19:25 - Handel, Wirtschaft, Finanzen, Banken & Versicherungen
Wirtschaftsminister Erwin Huber bei der IHK: Immer ein offenes Ohr für Oberfranken
Pressemitteilung von: IHK für Oberfranken Bayreuth
Staatsminister Erwin Huber und IHK-Präsident Dr. Wolfgang Wagner stehen der Presse Rede und Antwort.
Positive, einleitende Worte zur aktuellen Lage der oberfränkischen Wirtschaft fand IHK-Präsident Dr. Wolfgang Wagner. „Seit der deutschen Wiedervereinigung haben die oberfränkischen Unternehmen Geschäftslage und Erwartungen nicht mehr so positiv beurteilt.“ Zudem würden wieder neue Arbeitsplätze geschaffen. Damit sich der Arbeitsmarkt weiter positiv entwickelt, sei es wichtig, die Unternehmen steuerlich weiter zu entlasten. Auch im Hinblick auf die Reform zur Erbschaftssteuer sei es wünschenswert, Familienunternehmen entsprechend zu berücksichtigen, so Wagner.
In der Diskussion um die aktuelle Unternehmenssteuerreform prognostizierte Minister Huber ihre positive Langzeitwirkung mit der sie zur Entlastung der Wirtschaft und damit auch der Unternehmen in Oberfranken führen werde. Huber: „Wenn Sie mich in einem Jahr wieder einladen, werden Sie voll des Lobes sein über die Steuerreform.“ Für das Jahr 2008 sagte Huber außerdem ein Wirtschaftswachstum von ca. 2,8% voraus und damit einhergehend die höchste Beschäftigung, die Bayern jemals vermelden konnte. Zusätzliche Arbeitsplätze seien dabei auch bei der Industrie und im Dienstleistungssektor zu erwarten. Schwieriger werde es allerdings beim Handel, da dieser aufgrund der geringen Binnennachfrage derzeit stagniere, so Huber.
Fachkräftemangel in Oberfranken
Innerhalb Oberfrankens wurde der Fachkräftemangel als Hauptproblem der kommenden Jahre identifiziert. Dr. Rainer Hecker, Vorstandsvorsitzender der Loewe AG und Vorsitzender des IHG Kronach rechnet bis zum Jahr 2020 mit mindestens 25% weniger Ausbildungsplatzsuchenden. Die oberfränkische Wirtschaft geht deswegen gemeinsam mit der IHK-Akademie und Oberfranken Offensiv neue Wege, um den zu erwartenden Fachkräftemangel möglichst weit abzufedern.
Wirtschaftsminister Huber lobte die Initiative: „Es ist wichtig, dass die Wirtschaft bei einem derart wichtigen Thema Eigeninitiative zeigt.“ Er sagte zu, eine mögliche Einbringung der Staatsregierung wohlwollend zu prüfen. Einen konkreten Lösungsvorschlag gegen den Bevölkerungsrückgang in der Region konnte Huber jedoch nicht präsentieren. Dreh- und Angelpunkt sei in diesem Zusammenhang die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Den Geburtenrückgang durch Zuwanderung auszugleichen, sei allerdings kaum möglich, so Huber. Auch den Zuzug ausländischer Arbeitskräfte beurteilte er zurückhaltend. Die Potenziale einheimischer Arbeitskräfte auszuschöpfen bzw. die Qualifizierung älterer Arbeitnehmer habe hier eindeutig Vorrang.
IHK Marktführer im Ausbildungssektor
Als „Marktführer bei der Ausbildung“ bezeichnete IHK-Vizepräsident Heribert Trunk (BI-LOG Gesellschaft für e-logistics mbH, Bamberg) die IHK. Entfielen 1995 erst 42,5% aller neu eingetragenen Ausbildungsverhältnisse in Oberfranken auf die IHK, waren es im vergangenen Jahr bereits 56,2%. Das duale System aus Berufsschule und praktischer Ausbildung im Betrieb habe sich bewährt, so Trunk. Die IHK-Organisation will dieses Modell deshalb als „Dual mit Wahl“ zukunftsfähig machen. Auch Wirtschaftsminister Huber betonte den positiven Ansatz dieses Modells und sagte seine Unterstützung zu. Darüber hinaus sei es wichtig, die Zahl der Ausbildungsberufe insgesamt zu verringern um Flexibilität und Überschaubarkeit des Angebots zu gewährleisten. Huber lobte diese Initiative und unterstützt sie vollinhaltlich.
Priorität für Oberfranken
Dank Hubers Engagement für Oberfranken sei die Zukunft der Förderung im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative für die kommenden Jahre gesichert, so Vizepräsident Michael Möschel (Walter Kolb GmbH & Co. KG, Kulmbach)und dankte dem Minister ausdrücklich für seinen persönlichen Einsatz zur Ausweitung der Fördergebiete und zur Erhöhung des Fördervolumens. Minister Huber erläuterte, dass rund 35% der Gelder für Regionalförderung im Jahr 2007 für Oberfranken aufgewendet werden, womit die Region gemessen am Bevölkerungsanteil eindeutig als Priorität eingestuft wird. Dennoch räumte er ein, dass angesichts der zahlreichen Anträge die Mittel nicht ausreichen. Deshalb werde sich Huber dafür einsetzen, im kommenden Jahr weitere Gelder bereitzustellen.
Erfreut zeigte sich der Minister auch über die positiven Erfahrungsberichte aus der Cluster-Initiative. Unter der Federführung der IHK wurde auf der Basis der Allianz Bayern Innovativ eine oberfränkische Cluster-Initiative entwickelt, die die Potenziale Oberfrankens stärker berücksichtigt. Der Informationsfluss bzw. der unternehmensspezifische Wissensaustausch, der im Rahmen der Cluster-Zusammenarbeit stattfindet, werde durchweg positiv beurteilt, so Hermann Bröker (Dronco AG, Wunsiedel). Minister Huber sagte zu, sich für eine Förderung gezielter Entwicklungsprojekte einzusetzen.
Steigende Bedeutung der Ost-West Verbindungen
Auf die zentralen Verkehrsprojekte aus oberfränkischer Sicht ging Christian Wedlich (Wedlich Servicegruppe GmbH & Co. KG, Bayreuth) näher ein. Er warb um Unterstützung bei der Realisierung wichtiger Verkehrsprojekte und dem Festhalten an der Elektrifizierung der „Franken-Sachsen-Magistrale“. Insbesondere mit Blick auf die wachsende Verflechtung innerhalb der EU sprach sich Minister Huber für einen weiteren Ausbau der Ost-West Verbindungen aus. Infrastruktur sei ein wesentlicher Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes, auch aus internationaler Sicht.
Erfreuliches konnte auch Bernd Aßmann (HypoVereinsbank, Bayreuth), Vorsitzender des Außenhandelsausschusses, vermelden. Dies sei, so Assmann, auch auf die Aktivitäten der IHK für Oberfranken zurückzuführen, die gemessen an der Anzahl der Betriebe die meisten Aktivitäten im Bereich Außenwirtschaft in ganz Bayern durchführe. Mit ca. 40% sei die Exportquote bei kleinen Unternehmen in Oberfranken überdurchschnittlich hoch. Die internationale Diversifizierung der kleinen Unternehmen solle entsprechend auch künftig gefördert werden.
Auch im anschließenden Pressegespräch zeigte sich Wirtschaftsminister Erwin Huber davon überzeugt, dass sich die Wirtschaft in Oberfranken herausragend gut entwickelt hat. Er erinnerte daran, dass die Arbeitslosenquote in Oberfranken mittlerweile unter dem Niveau der Ballungsräume München und Nürnberg liege, eine Situation, mit der man noch vor wenigen Jahren keinesfalls gerechnet habe und ein Ergebnis, das von der heimischen Wirtschaft erarbeitet worden sei.
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Pressesprecher:
Peter Belina
Tel. (0951) 918 20-66
Fax (0951) 918 20-60
E-Mail:
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Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
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