(openPR) Seit 1999 vergibt die europäische Gesellschaft für Kardiologie ‚European Society of Cardiology’ (ESC) den Titel des ‚ESC Nurse Fellows’. Bisher dürfen sich weltweit lediglich 66 Personen so nennen. Der Titel wird von der ESC an Pflegekräfte verliehen, die sich durch ihre Arbeit im Fachgebiet Kardiologie besonders hervorgetan haben. In diesem Jahr waren es fünf Frauen und drei Männer, die auf diese Weise geehrt wurden. Darunter befindet sich nur ein Deutscher: Der Bottroper Michael Jacobs, der in der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Essener Elisabeth-Krankenhauses das Herzkatheterlabor leitet.
Übersetzt man den englischen Begriff ‚Fellow’ wortwörtlich, so bedeutet er ‚Gefährte’. Im angelsächsischen Hochschulbetrieb bezeichnet man damit aber auch ein zur Körperschaft gehörendes Mitglied. Die europäische Gesellschaft für Kardiologie wählte diesen Titel, um sowohl Mediziner als auch Pflegekräfte auszuzeichnen. Im Rahmen des ESC-Kongresses Anfang September in Wien werden die diesjährigen Preisträger – 358 Ärzte und acht Pflegekräfte – ihr Diplom erhalten. Voraussetzung für den Preis ist eine mehr als zehnjährige Berufstätigkeit im Fachgebiet der Kardiologie. Die Preisträger müssen sich in dieser Zeit besonders in der klinischen Forschung, in organisatorischen Aspekten der Praxis, der Pflege kardiologischer Patienten oder in Ausbildungsfragen ausgezeichnet haben. Neben dem Nachweis der entsprechenden Aktivitäten müssen der ‚European Society of Cardiology’ für die Entscheidungsfindung aber auch zwei Empfehlungsschreiben vorliegen: Eines von der jeweiligen nationalen Gesellschaft für Kardiologie und eines von jemandem, der bereits als ESC-Fellow ausgezeichnet wurde.
Anerkennung für das Engagement
Michael Jacobs beendete seine Ausbildung zum Krankenpfleger 1983 im Knappschaftskrankenhaus Bottrop. Da sein besonderes Interesse schon immer der Kardiologie galt, wechselte er 1987 ins Elisabeth-Krankenhaus Essen – einem Haus mit einer der renommiertesten Herzkliniken in Nordrhein-Westfalen. Seit 1989 arbeitet der 44-jährige hier im Herzkatheterlabor, das er seit 1994 leitet. Neben seiner beruflichen Tätigkeit organisiert Jacobs seit Mitte der 1990-er Jahre in regelmäßigen Abständen Informationsabende im Herzkatheterlabor sowohl für Kollegen aus anderen Kliniken als auch für interessierte Bürger. Wie wichtig das Thema Herzgesundheit ist, bringt er jedes Jahr aber auch schon den ganz jungen Essenern nah: Im Rahmen der ‚Ferienspatz-Aktion’ zeigt er – natürlich auch in diesem Sommer – Kindern seinen Arbeitsplatz und beantwortet deren Fragen.
Ein Hauptanliegen des Bottropers ist jedoch die Ausbildung des Assistenzpersonals in der Kardiologie. Er ist der Meinung, dass im Rahmen der immer weiter fortschreitenden medizinisch-technischen Entwicklung und der rasanten Veränderung des Gesundheitswesens sich auch das Berufsbild der Pflegekräfte neu definieren und positionieren muss. Von 2000 an war Jacobs Vorsitzender der ‚Bundesarbeitsgemeinschaft des Assistenzpersonals in der Kardiologie e.V.’ und machte sich seitdem bei zahlreichen Kongressen und Workshops für ein einheitliches Ausbildungskonzept stark. Im April 2007 wurde diese Arbeitsgemeinschaft als eigenständiger Verband aufgelöst und in die ‚Deutsche Gesellschaft für Kardiologie’ eingegliedert. „Dass wir es geschafft haben, uns in diese renommierte Gesellschaft als eigenständige Arbeitsgruppe zu integrieren, ist für das Assistenzpersonal in Deutschland von besonderer Bedeutung“, so Jacobs. „Wir erfahren dadurch einen völlig geänderten Stellenwert in der modernen Krankenhauslandschaft.“
Bereits 2003 wurde der engagierte Einsatz von Michael Jacobs gewürdigt, und er wurde zum Mitglied der ‚ESC Nursing Group’ ernannt. Die erneute Auszeichnung in diesem Jahr freut ihn ganz besonders: „Ausgewählt worden zu sein als ‚Nurse Fellow’ der europäischen Gesellschaft für Kardiologie ist eine außergewöhnliche Ehre. Leider gibt es nur wenige solcher Preise, die den Arbeitseinsatz von Pflegepersonal würdigen. Dabei gibt es gerade auch in dieser Berufsgruppe sehr viele engagierte Leute, die gute Arbeit machen, die über die reine Erfüllung des täglichen Jobs hinausgeht. Natürlich hatte ich das Glück, dass das Elisabeth-Krankenhaus mich bei meinen Aktivitäten stets unterstützt hat. Ohne diese Unterstützung wäre eine Vielzahl von internationalen Workshops, Vorträgen und Kongresse sicher nicht möglich gewesen.“
Elisabeth-Krankenhaus Essen
Klara-Kopp-Weg 1
D-45138 Essen
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