12.07.2007 - 16:12 - Politik, Recht & Gesellschaft
„Herausragende Bedeutung“ der Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde gewürdigt
Pressemitteilung von: Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Bundesbeauftragter für Kultur und Medien legt Gedenkstättenkonzeptentwurf vor
Berlin, 9. Juli 2007 – Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Bernd Neumann stellte in der letzten Woche das neue Gedenkstättenkonzept des Bundes im Entwurf vor. Das Konzept sieht vor, die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde „wegen ihrer herausragenden Bedeutung“ künftig in einer Stiftung zusammen mit der Gedenkstätte Berliner Mauer institutionell zu fördern.
Zum Entwurf des Bundesbeauftragten erklärt der Vorsitzende des Vereins Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Dr. Helge Heidemeyer: „Mit großer Befriedigung stellen wir fest, dass hinsichtlich der Gedenkstätten zu Teilung und Grenze ein umfassender Konsens zwischen allen Beteiligten herrscht. Die Vorstellungen des Bundes, des Landes Berlin und die im letzten Jahr von der Expertenkommission vorgelegten Vorschläge decken sich in diesem Bereich. Danach sollen die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und die Gedenkstätte Berliner Mauer unter einem gemeinsamen Stiftungsdach institutionell gefördert werden, um die Schrecken und die Folgen der deutschen Teilung anschaulich zu machen. Der Verein sieht darin eine Bestätigung für sein langes ehrenamtliches Engagement. Wir hoffen, dass es der Politik nun rasch gelingt, die Planungen umzusetzen und so die qualitätsvolle und wichtige Arbeit in unserer Gedenkstätte auf eine solide Grundlage zu stellen.“
Unterdessen bereitet das Land Berlin die Gründung der Stiftung Berliner Mauer vor. Die Erinnerungsstätte begrüßt diese Bündelung, die die schon jetzt enge Kooperation mit der Gedenkstätte Berliner Mauer bestätigt. Wo der originäre Beitrag der Erinnerungsstätte in diesem Rahmen liegen wird, erläutert Dr. Heidemeyer: „Der authentische Ort Notaufnahmelager Marienfelde bietet Anknüpfungspunkte für den Schwerpunkt Teilung und Grenze in einem umfassenden Sinn. Hier ist Alltagsgeschichte im Sinne des ‚Angst-Anpassungssyndroms‘, wie das Gedenkstättenkonzept mit Gauck formuliert, greifbar. Wie sonst sollte man erklären, warum Millionen Menschen aus der DDR ihre Heimat verließen? Marienfelde als ‚Tor zum Westen‘ vermittelt zudem wie kein anderer Ort, dass die DDR-Unrechtsgeschichte massiven Einfluss auf viele Entwicklungen in der Bundesrepublik hatte, DDR-Geschichte also keineswegs ostdeutsche Regionalgeschichte ist.“
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Marienfelder Allee 666-80
12277 Berlin
Pressekontakt:
Bettina Effner, Leiterin der Erinnerungsstätte
Tel.: 030 / 75 00 84 00
E-Mail:
Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Rund vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1990 die DDR in Richtung Bundesrepublik; 1,35 Millionen von ihnen passierten das 1953 gegründete Notaufnahmelager Marienfelde. Ihre Biografien sind ebenso wie die Konflikte des Kalten Krieges mit diesem Ort verbunden.
Heute erinnert die Ausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“ an dieses zentrale Kapitel deutscher Geschichte und deutscher Lebensgeschichten. In sieben Themenräumen spannt sie den Bogen von der Entscheidung zum Verlassen der DDR bis zur gesellschaftlichen Eingliederung in die Bundesrepublik. Sie zeigt, wie es den Menschen trotz Kontrolle, Gewalt und Repression der DDR-Regierung gelang, Grenze und Mauer zu überwinden und im Westen neu zu beginnen. Besonderes Augenmerk gilt dem Geschehen in Marienfelde: dem Notaufnahmeverfahren, dem Leben im Aufnahmelager und der Bespitzelung von Flüchtlingen durch die Staatssicherheit. Thema eines eigenen Raumes sind Flucht und Ausreise im Spiegel der Kunst.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Neben der ständigen Ausstellung bietet die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde regelmäßig Sonderausstellungen sowie ein vielfältiges Veranstaltungs- und Bildungsprogramm.
Im Juni 1998 stufte der Deutsche Bundestag die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde als Gedenkstätte von gesamtstaatlicher Bedeutung ein.
Berlin, 9. Juli 2007 – Der Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Bernd Neumann stellte in der letzten Woche das neue Gedenkstättenkonzept des Bundes im Entwurf vor. Das Konzept sieht vor, die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde „wegen ihrer herausragenden Bedeutung“ künftig in einer Stiftung zusammen mit der Gedenkstätte Berliner Mauer institutionell zu fördern.
Zum Entwurf des Bundesbeauftragten erklärt der Vorsitzende des Vereins Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde Dr. Helge Heidemeyer: „Mit großer Befriedigung stellen wir fest, dass hinsichtlich der Gedenkstätten zu Teilung und Grenze ein umfassender Konsens zwischen allen Beteiligten herrscht. Die Vorstellungen des Bundes, des Landes Berlin und die im letzten Jahr von der Expertenkommission vorgelegten Vorschläge decken sich in diesem Bereich. Danach sollen die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde und die Gedenkstätte Berliner Mauer unter einem gemeinsamen Stiftungsdach institutionell gefördert werden, um die Schrecken und die Folgen der deutschen Teilung anschaulich zu machen. Der Verein sieht darin eine Bestätigung für sein langes ehrenamtliches Engagement. Wir hoffen, dass es der Politik nun rasch gelingt, die Planungen umzusetzen und so die qualitätsvolle und wichtige Arbeit in unserer Gedenkstätte auf eine solide Grundlage zu stellen.“
Unterdessen bereitet das Land Berlin die Gründung der Stiftung Berliner Mauer vor. Die Erinnerungsstätte begrüßt diese Bündelung, die die schon jetzt enge Kooperation mit der Gedenkstätte Berliner Mauer bestätigt. Wo der originäre Beitrag der Erinnerungsstätte in diesem Rahmen liegen wird, erläutert Dr. Heidemeyer: „Der authentische Ort Notaufnahmelager Marienfelde bietet Anknüpfungspunkte für den Schwerpunkt Teilung und Grenze in einem umfassenden Sinn. Hier ist Alltagsgeschichte im Sinne des ‚Angst-Anpassungssyndroms‘, wie das Gedenkstättenkonzept mit Gauck formuliert, greifbar. Wie sonst sollte man erklären, warum Millionen Menschen aus der DDR ihre Heimat verließen? Marienfelde als ‚Tor zum Westen‘ vermittelt zudem wie kein anderer Ort, dass die DDR-Unrechtsgeschichte massiven Einfluss auf viele Entwicklungen in der Bundesrepublik hatte, DDR-Geschichte also keineswegs ostdeutsche Regionalgeschichte ist.“
Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Marienfelder Allee 666-80
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Die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde
Rund vier Millionen Menschen verließen zwischen 1949 und 1990 die DDR in Richtung Bundesrepublik; 1,35 Millionen von ihnen passierten das 1953 gegründete Notaufnahmelager Marienfelde. Ihre Biografien sind ebenso wie die Konflikte des Kalten Krieges mit diesem Ort verbunden.
Heute erinnert die Ausstellung „Flucht im geteilten Deutschland“ an dieses zentrale Kapitel deutscher Geschichte und deutscher Lebensgeschichten. In sieben Themenräumen spannt sie den Bogen von der Entscheidung zum Verlassen der DDR bis zur gesellschaftlichen Eingliederung in die Bundesrepublik. Sie zeigt, wie es den Menschen trotz Kontrolle, Gewalt und Repression der DDR-Regierung gelang, Grenze und Mauer zu überwinden und im Westen neu zu beginnen. Besonderes Augenmerk gilt dem Geschehen in Marienfelde: dem Notaufnahmeverfahren, dem Leben im Aufnahmelager und der Bespitzelung von Flüchtlingen durch die Staatssicherheit. Thema eines eigenen Raumes sind Flucht und Ausreise im Spiegel der Kunst.
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Neben der ständigen Ausstellung bietet die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde regelmäßig Sonderausstellungen sowie ein vielfältiges Veranstaltungs- und Bildungsprogramm.
Im Juni 1998 stufte der Deutsche Bundestag die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde als Gedenkstätte von gesamtstaatlicher Bedeutung ein.
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