11.07.2007 - 09:53 - Gesundheit & Medizin
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) – Alles nur Abzocke?
Pressemitteilung von: IQB - Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht - Lutz Barth
Frontal21 – dem Selbstbekenntnis nach immer gelassen, zupackend und sorgfältig recherierend – bleibt seiner Linie treu und hat sich erbeut in der gestrigen Sendung den vermeintlichen Machenschaften der bundesdeutschen Ärzteschaft angenommen.
Das „Geschäft mit der Angst - Ärzte als Verkäufer“ ist diesmal in das Visier von Frontal21 geraten und Theo Knoll findet sich mit seinem Team und seiner Kritik in prominenter Gesellschaft. Seitdem das Ärztehonorar budgetiert ist, also nicht mehr beliebig viele Medikamente und Behandlungen verordnet werden dürfen, schießen die vom Patienten extra zu bezahlenden Leistungen "wie Pilze aus dem Boden", hat Windisch vom Verband der Krankenversicherten Deutschlands beobachtet: "Wir haben ganz klar den Verdacht, dass immer mehr Ärzte die IGe-Leistungen auch dazu nutzen, ihr Budget aufzubessern, weil das ja eine Leistung ist, die tatsächlich bar bezahlt wird, und wir haben das Gefühl, dass nicht immer fair mit den IGe-Leistungen umgegangen wird."
Quelle: Frontal21 - Geschäft mit der Angst - Ärzte als Verkäufer v. Anke Becker-Wenzel und Astrid Randerath >>> www.zdf.de/ZDFde/inhalt/18/0,1872,5565202,00.html
Kurze Anmerkung (L. Barth):
Das die Ärzteschaft unabhängig von der aktuellen Berichterstattung mit den „Individuellen Gesundheitsleistungen“ kritisch umzugehen weiß, hat bereits der 108. Deutsche Ärztetag (2005) dokumentiert: „Dabei ist das Charakteristische der IGeL Leistungen die Intransparenz ihrer Qualität und die Kosten. Sie bewegen sich hinsichtlich der Qualitätssicherheit in einer Grauzone. Weder die Ärzteschaft noch die Politik, noch die Kostenträger haben ein Interesse an Transparenz und Qualitätssicherung. Die Ärztinnnen und Ärzte hoffen auf ungestörte "unbürokratische" Zusatzeinkommen. Die Politik lässt sie gewähren und schafft sich so Ruhe an einer besonders heiklen Front, und die GKV hofft, indirekt entlastet zu werden. Es ist ein gefährlicher blinder Fleck in der Versorgungslandschaft entstanden. Niemand kann sagen, wie hoch die Komplikationsrate bei IGeL Leistungen ist.“
(Quelle: BÄK >>> www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.2.20.1827.1832.1...)
Auf dem 109. Deutschen Ärztetag sind dann entsprechende Empfehlungen zu IGeL beschlossen worden (Quelle: BÄK >>> www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.2.20.1157.1170.1...)
Mit dem Präsidenten der BÄK kann davon ausgegangen werden, dass die meisten Individuellen Gesundheitsleistungen sicher medizinisch sinnvoll und vielfach auch notwendig sind angesichts des mehr und mehr restriktiv zu handhabenden Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung. In diesem Sinne darf hier auf die Lektüre des Interviews der Frankfurter Rundschau mit dem Präsidenten der BÄK aus Februar 2006 verwiesen werden.
>>> zum Interview (Quelle: BÄK) >>> www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=3.71.73.3411
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
IQB - Lutz Barth
Anholtstr. 7, 28750 Bremerhaven
Tel. 0471 / 50 40 541
Internetportal: www.iqb-info.de
E-Mail:
Das Internetportal rund um das Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht. Wir möchten mit unserer Webpräsenz einen Beitrag nicht nur zum Recht leisten, sondern auch gelegentlich kritisch zu den Themen unserer Zeit Position beziehen. Es geht nicht immer um die "ganz herrschende Meinung und Lehre", denn auch diese ist weitestgehend eine Illusion und Ausdruck verschiedenster Interessen - auch und gerade im Recht!
Das „Geschäft mit der Angst - Ärzte als Verkäufer“ ist diesmal in das Visier von Frontal21 geraten und Theo Knoll findet sich mit seinem Team und seiner Kritik in prominenter Gesellschaft. Seitdem das Ärztehonorar budgetiert ist, also nicht mehr beliebig viele Medikamente und Behandlungen verordnet werden dürfen, schießen die vom Patienten extra zu bezahlenden Leistungen "wie Pilze aus dem Boden", hat Windisch vom Verband der Krankenversicherten Deutschlands beobachtet: "Wir haben ganz klar den Verdacht, dass immer mehr Ärzte die IGe-Leistungen auch dazu nutzen, ihr Budget aufzubessern, weil das ja eine Leistung ist, die tatsächlich bar bezahlt wird, und wir haben das Gefühl, dass nicht immer fair mit den IGe-Leistungen umgegangen wird."
Kurze Anmerkung (L. Barth):
Das die Ärzteschaft unabhängig von der aktuellen Berichterstattung mit den „Individuellen Gesundheitsleistungen“ kritisch umzugehen weiß, hat bereits der 108. Deutsche Ärztetag (2005) dokumentiert: „Dabei ist das Charakteristische der IGeL Leistungen die Intransparenz ihrer Qualität und die Kosten. Sie bewegen sich hinsichtlich der Qualitätssicherheit in einer Grauzone. Weder die Ärzteschaft noch die Politik, noch die Kostenträger haben ein Interesse an Transparenz und Qualitätssicherung. Die Ärztinnnen und Ärzte hoffen auf ungestörte "unbürokratische" Zusatzeinkommen. Die Politik lässt sie gewähren und schafft sich so Ruhe an einer besonders heiklen Front, und die GKV hofft, indirekt entlastet zu werden. Es ist ein gefährlicher blinder Fleck in der Versorgungslandschaft entstanden. Niemand kann sagen, wie hoch die Komplikationsrate bei IGeL Leistungen ist.“
(Quelle: BÄK >>> www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.2.20.1827.1832.1...)
Auf dem 109. Deutschen Ärztetag sind dann entsprechende Empfehlungen zu IGeL beschlossen worden (Quelle: BÄK >>> www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=0.2.20.1157.1170.1...)
Mit dem Präsidenten der BÄK kann davon ausgegangen werden, dass die meisten Individuellen Gesundheitsleistungen sicher medizinisch sinnvoll und vielfach auch notwendig sind angesichts des mehr und mehr restriktiv zu handhabenden Leistungskataloges der gesetzlichen Krankenversicherung. In diesem Sinne darf hier auf die Lektüre des Interviews der Frankfurter Rundschau mit dem Präsidenten der BÄK aus Februar 2006 verwiesen werden.
>>> zum Interview (Quelle: BÄK) >>> www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=3.71.73.3411
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