22.06.2007 - 16:13 - Kunst & Kultur

openPR präsentiert das Sommerkonzert der Jungen Symphoniker Hamburg am 6. Juli 2007

Pressemitteilung von: Junge Symphoniker Hamburg / PR Agentur: openPR Redaktion (rb)
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Musikalisches Highlight: Das Sommerkonzert der Jungen Symphoniker Hamburg
Hamburg, 22. Juni 2007 – Mit der Hebriden-Ouvertüre von Felix Mendelssohn-Bartoldy wird das Konzert der Jungen Symphoniker Hamburg am Freitag, 6. Juli 2007 eröffnet. Das musikalische Highlight, exklusiv von dem Internetportal openPR vorgestellt, beginnt um 20 Uhr in der Rudolf Steiner Schule Hamburg-Wandsbek. Das Besondere daran: Die Solisten im Cantus Arcticus - „Konzert für Vögel und Orchester” - des Finnen Einojuhani Rautavaara sind auf Tonband aufgenommene Stimmen von Wasservögeln aus der finnischen Tundra. Nach der Pause steht Antonin Dvoráks 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ auf dem Programm. Geleitet wird das Konzert von Thilo Jaques.

Programmfolge:
Felix Mendelssohn-Bartholdy
Ouvertüre "Die Hebriden"

Einojuhani Rautavaara
Cantus Arcticus (1972), "Konzert für Vogelstimmen und Orchester"

Antonin Dvorák
9. Sinfonie "Aus der Neuen Welt"

Felix Mendelssohn-Bartholdy - Ouvertüre "Die Hebriden"
Robert Schumann sagte über Mendelssohn: „Er ist der Mozart des 19. Jahrhunderts, der hellste Musiker, der die Widersprüche der Zeit am klarsten durchschaut und zuerst versöhnt“. „Mozart“: Dies zeigt zum einen die Bedeutung, die Mendelssohn-Bartholdy von seinem Zeitgenossen zugemessen wurde. Zum anderen ist es aber auch ein Hinweis darauf, welch wichtige Stellung Mendelssohn in der Kompositionsgeschichte zwischen Wiener Klassik und Romantik einnimmt. Nicht selten wurde ihm wegen seiner Orientierung an den „Wiener Klassikern“ vorgeworfen, rückwärts gewandt zu sein. Er versuchte jedoch die Versöhnung der Tradition mit der Aktualität romantischen Komponierens nach Beethoven und vereinte so die Ideale der Klassik und Romantik. Die Anregung zur Hebriden-Ouvertüre erhielt Mendelssohn im Jahr 1829 auf einer Reise nach London, als er bei dieser Gelegenheit mit einem Freund, dem Dichter Karl Klingemann, die Fingalshöhlen auf den schottischen Hebriden-Inseln besuchte. Nach zwei Überarbeitungen in den Jahren 1831 und 1833 fand die Uraufführung 1833 in Berlin statt. In der darauffolgenden Zeit wurde das Werk besonders in England zu einem großen Erfolg, und selbst Richard Wagner lobte Mendelssohn später als „erstklassigen Landschaftsmaler“. Die Insel Staffa (Innere Hebriden) und die Fingalshöhle inspirierten zu zahlreichen Legendenbildungen, etwa dass die Basaltsäulen Trittsteine für Riesen auf dem Weg von Irland nach Schottland seien. Mendelssohns Reisebegleiter Klingemann schrieb in einem Brief nach Deutschland: „...Die Schiffsreise bekam nicht jedem, die Ladies fielen um wie Fliegen, und der eine und der andere Gentleman tat’s ihnen nach; ich wollte, mein Reisepechbruder wäre nicht unter ihnen gewesen, aber er verträgt sich mit dem Meere besser als Künstler, denn als Mensch oder als Magen. Staffa, mit seinen närrischen Basaltpfeilern und Höhlen, steht in allen Bilderbüchern. Wir kletterten am zischenden Meere auf den Pfeilerstümpfen zur sattsam berühmten Fingalshöhle. Ein grüneres Wellengetose schlug allerdings nie in eine seltsamere Höhle mit seinen vielen Pfeilern dem Innern einer ungeheueren Orgel zu vergleichen, schwarz, schallend und ganz zwecklos für sich allein daliegend das weite graue Meer darin und davor... Nach und nach genasen die Seeleidenden...“ In dem Werk finden sich diese Eindrücke wieder: Der Verlauf des Hauptmotivs beschreibt die Wellen, Bewegung des Wassers, in seinen Veränderungen auch Windbewegungen, später sogar Sturm, eine Annäherung an Unbekanntes.

Einojuhani Rautavaara - Cantus Arcticus (1972), "Konzert für Vogelstimmen und Orchester"
Geboren am 9. Oktober 1928 in Helsinki, wuchs Einojuhani Rautavaara in einer unruhigen Zeit auf, in der die Kriegswirren eine kontinuierliche Ausbildung verhinderten. Doch obwohl er mit 17 Jahren noch nicht einmal Noten lesen konnte, war die Entscheidung über seinen zukünftigen Lebensweg früh gefallen: „Irgendwann habe ich zu meiner Mutter gesagt: 'Jetzt habe ich mich entschlossen, Komponist zu werden!'“ Ab 1950 studierte er Musikwissenschaft und Komposition in Helsinki, wo er unter dem Eindruck des Schaffens Bela Bartóks seine ersten kompletten Werke schuf. Über seine Arbeit äußerte sich Rautavaara so: „Meine Kompositionen wuchsen organisch. Von Musiktheorie wusste ich noch sehr wenig. Aber beim Komponieren fühlte ich mich sicher. Das war natürlich Weltflucht, und Weltflucht ist es für mich auch geblieben.“ Zwei Jahrzehnte später hatte er nach weiterführenden Studien in Wien, New York, Ascona und Köln unter anderem schon vier Symphonien und ein Klavierkonzert geschaffen und längst keine musiktheoretischen Defizite mehr aufzuweisen.
Dennoch lassen sich auch in seinem 1972 geschriebenen Cantus Arcticus, einem seiner großen zeitlosen Erfolge, noch gewisse Aspekte der von ihm beschriebenen Weltflucht wiederfinden. Denn hier kehrt Rautavaara nach Ausflügen in die serielle, geometrisch konstruierte Musik (wie in der 4. Symphonie) zu einer subtileren, von einer helleren Farbigkeit geprägten Schreibweise zurück, durch die das Stück eine klassizistische Grazie erhält und den Hörer in eine ferne, naturalistische Welt entführt. Das dreisätzige Werk verbindet vom Band eingespielte Vogelstimmen mit dem Klang eines kompletten Orchesterapparates, der zeitweise, wie zu Beginn des ersten Satzes, die Charakteristik der Vogellaute, hauptsächlich in den Bläsern, übernimmt. In anderen Passagen jedoch schafft Rautavaara durch harmonische Melodiebögen, häufig in den Celli und Hörnern, als Gegenüberstellung mit den Naturlauten den Eindruck archaischer Ruhe und Melancholie. Neben seinen Konzerten (u.a. für Flöte, Klarinette, Cello und 2 Kontrabässe) und seinen inzwischen 8 Symphonien ist Rautavaara auch ein sehr produktiver Opernkomponist, wobei er seine Libretti selber schreibt und sich z.B. mit Vincent van Gogh und zuletzt mit der charismatischen Figur Rasputins beschäftigte. Auf seine inzwischen fast 60-jährige Schaffenszeit zurückblickend äußerte sich Einojuhani Rautavaara in einem Presseinterview über seine variablen Kompositionsweisen wie folgt: „If an artist is not a Modernist when he is young, he has no heart. And if he is a Modernist when he is old, he has no brain.”

Antonin Dvorák - 9. Sinfonie "Aus der Neuen Welt"
Antonín Dvorák wurde am 8. September 1841 in Nelahozeves in der Nähe von Prag geboren und verbrachte seine Jugend in Zlonice. Dort lernte er Klavier, Orgel und Geige und fing bereits früh an zu komponieren. Bis 1870 hielt er sich als Bratscher in verschiedenen Orchestern, sowie als Organist, Orgel- und Klavierlehrer über Wasser. Eine seiner Klavierschülerinnen, Anna ˇCermáková, heiratete er später. Seinen ersten richtigen Erfolg errang Dvorák 1873 mit der Kantate Hymnus. Es folgten die Symphonie in d-moll, bedeutende Kammermusikwerke und eine Sammlung von Klavierstücken zu vier Händen.
1875 erlangte er ein Staats-Stipendium in Wien, so dass Dvorˇák sich mit seiner ganzen Zeit dem Komponieren widmen konnte. Brahms, beeindruckt von seinem Schaffen, unterstützte ihn dort und befürwortete den Druck der Slawischen Tänze für Klavier und die Klänge aus Mähren op.32. Diese machten ihn international berühmt und die Freundschaft zwischen den Komponisten hielt ein Leben lang. In der folgenden Zeit entstanden Auftragswerke für verschiedene Verleger, in denen er immer wieder den musikalischen Stil seiner Heimat zum Ausdruck brachte. Er unternahm verschiedene Tourneen durch Großbritannien, Deutschland, Ungarn und Russland. 1891 wurde er Ehrendoktor der Prager Universität und Professor für Komposition am Konservatorium. Im darauffolgenden Jahr übernahm er den Posten des Direktors des National Conservatory in New York. 1893 schrieb er dort eines seiner bedeutendsten und bekanntesten Stücke, die Symphonie Nr. 9, Aus der Neuen Welt. „Die Amerikaner erwarten große Dinge von mir“, äußerte Dvorˇák, vor dem Schaffen dieser Symphonie, „vor allem soll ich ihnen den Weg ins gelobte Land und in das Reich der neuen, selbständigen Kunst weisen, kurz, eine nationale Musik schaffen! Wenn das kleine tschechische Volk solche Musiker habe, warum sollten sie sie nicht auch haben, wenn ihr Land und Volk so riesig groß ist!“ Die Themen der Symphonie sollen auf amerikanische Volksmusik, Spirituals und Indianermelodien zurückgehen, mit denen er sich intensiv beschäftigt hatte. Aber auch europäische Weisen integrierte er in die Musik. Er selbst bestritt jedoch stets, irgendwelche Folklorethemen dafür verwendet zu haben: „Ich habe einfach eigene Melodien erfunden, in die ich die Eigenheiten der Indianermusik eingearbeitet habe. Diese Themen habe ich dann mit allen Mitteln moderner Rhythmik, Harmonik, Kontrapunkt und Orchesterfarben verarbeitet.“
Seit ihrer feierlichen Uraufführung am 16. Dezember 1893 gehört die Symphonie aus der Neuen Welt zu den größten Werken der europäischen Romantik. Das Publikumsecho war derart enorm, dass der tschechische Komponist über Nacht zum populärsten Mann in New York avancierte. Als Antonín Dvorˇák 3 Jahre nach seiner Rückkehr am 1. Mai 1904 in Prag starb, wurde Staatstrauer angeordnet. Er hinterließ großartige musikalische Werke, unter anderem 9 Symphonien, 10 Opern, Ouvertüren, 5 symphonische Dichtungen, slawische Tänze für Orchester, Kantaten, Kammermusikwerke, sowie solistische Musik. Er gilt heute neben Smetana als Begründer der national-tschechischen Musik.

Dirigent: Thilo Jaques
Die Karten kosten Euro 7,50 | ermäßigt Euro 5 und sind an der Abendkasse erhältlich.
Weitere Informationen www.junge-symphoniker.de
Für das Konzert werden auf Anfrage Pressekarten reserviert.
Weitere Informationen unter: www.junge-symphoniker.de

Junge Symphoniker Hamburg e.V.
c/o Jan Wulf
Hufnerstrasse 92
22305 Hamburg
Tel.: 040 / 697 97 850
Fax: 040 / 414 88 912

Ansprechpartnerin für die Presse:
Friederike Busch,

Die 2001 gegründeten Jungen Symphoniker Hamburg sind ein Symphonieorchester für junge Menschen im Alter von 20 bis 35 Jahren. Derzeit zählt das Orchester etwa 90 aktive Laienmusiker.

Geleitet werden die Jungen Symphoniker Hamburg von dem Hamburger Dirigenten und Komponisten Thilo Jaques. In wöchentlichen Proben wird das Konzertprogramm einstudiert, bei den Probenwochenenden in und außerhalb Hamburgs letzte Hand angelegt. Stimmproben finden regelmäßig unter der Leitung von Mitgliedern des Hamburger Symphoniker, des NDR-Sinfonieorchesters und Dozenten der Hochschule für Musik und Theater Hamburg statt.

Die Konzertprogramme der Jungen Symphoniker Hamburg reichen von klassischer bis hin zu unterhaltender Orchestermusik. Junge und aufstrebende Instrumentalsolisten wie Isabelle Lambelet (Geige), Youngkun Kwak (Geige), Sönke Schreiber (Marimbaphon), aber auch etablierte Künstler wie Prof. Martin Schumann (Klavier) und Prof. Clemens Malich (Cello) von der Hamburger Hochschule für Musik und Theater konnten sich bisher bei uns präsentieren.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Nach den jeweils drei- bis viermonatigen Probenphasen fanden bisher Konzerte in verschiedenen Konzertsälen in und um Hamburg statt. Unter anderem spielten die Jungen Symphoniker Hamburg im Mai 2005 ein ausverkauftes Kinderkonzert in der Laeisz-Halle (Musikhalle Hamburg). Unterstützt wurden sie dabei von dem Schauspieler Walter Plathe in der Rolle des Erzählers von Prokofjews „Peter und der Wolf“.

Träger des Orchesters ist der gemeinnützige Verein Junge Symphoniker Hamburg e.V. Sowohl die Führung des Vereines als auch die Organisation des Orchesters beruhen allein auf dem ehrenamtlichen Engagement der Orchestermitglieder. Das Mitspracherecht der Mitspieler steht dabei im Mittelpunkt der Orchesterphilosophie: so wird z.B. über neue Konzertprogramme und anstehende Projekte grundsätzlich gemeinsam entschieden.

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