20.06.2007 - 13:29 - Freizeit, Buntes, Vermischtes

Ancestry.de auf den Spuren von Albert Ballin, dem Gründer der Auswandererstadt in Hamburg-Veddel

Pressemitteilung von: Ancestry.de / PR Agentur: dot.communications GmbH
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www.ancestry.de
Der Erbauer von BallinStadt - Erfinder der Kreuzfahrt und Reeder von Wilhelm II

München, 20.06.2007 - Am 5. Juli 2007 eröffnet in Hamburg mit dem Auswanderer­museum BallinStadt eine brandneue Attraktion, die nicht nur Touristen begeistern wird. Die Ahnen- und Familienforscher von www.ancestry.de, einer der Sponsoren dieses Museums, haben sich auf die Spur von Albert Ballin gesetzt und nachgeforscht, was diesen Mann bewegte. Der Erbauer der historischen Auswandererstadt auf der Veddel hat eine spannende Lebensgeschichte.

Albert Ballin, als Jüngstes von 13 Geschwistern 1857 in Hamburg geboren, ist einer der bedeutendsten jüdischen Bürger des deutschen Kaiserreiches. Das Auswandergeschäft wurde ihm quasi in die Wiege gelegt: Sein Vater Samuel Joel Ballin baute gemeinsam mit einem Partner ab 1852 die Auswandereragentur Fa. Morris & Co. auf. Nach dem Tod des Vaters 1874 musste Ballin mit erst 17 Jahren ins väterliche Geschäft einsteigen. Das machte er gut: Ein Jahr später erhielt er Prokura, 1879 war er Teilhaber und am Beginn einer großen Karriere.

Erfolg mit dem Auswanderergeschäft
Anfang der 1880er Jahre fertigte Ballin bereits ein Drittel aller indirekten Auswanderer (von Hamburg via England nach Amerika) in der Hansestadt ab. Auf Albert Ballins Anregung entstanden die Zwischendecks auf den Überseepassagierschiffen, um die Auswanderer billiger und besser transportieren zu können. Zu ihrer Beförderung rüstete Ballin die Laderäume, in denen auf der Rückfahrt nach Europa Fracht transportiert wurde, um. Später schloss sich Ballin mit Edward Carr zusammen und gründete eine kleine Reederei, die Carr-Linie mit zwei Frachtschiffen. Diese tat sich mit der Unionlinie der Sloman Reederei zusammen. Damit trat Ballin in direkte Konkurrenz zu Hapag und schaffte es sogar, deren Passagepreise zu unterbieten. 1885 bildeten Hapag, Carr- und Unionlinie eine gemeinsame Passage­abteilung, deren Leiter Albert Ballin wurde. Am 31. Mai 1886 trat Ballin, gerade mal 29, dort seinen Dienst an. Bereits 1887 wurde er als Direktor in den Vorstand berufen, ab 1899 war er sogar Generaldirektor.

Ein sicherer Hafen für Emigranten
Zwischen 1898 und 1901 ließ Ballin die Auswandererstadt im Hamburger Stadtteil Veddel errichten. Sie war für Emigranten aus ganz Europa eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg in die neue Welt. Auf gut 55.000 Quadratmetern und in rund 30 Einzelgebäuden ließ er Schlaf- und Wohnpavillons, Speisehallen, Bäder, Kirchen und Synagogen sowie Räume für ärztliche Untersuchungen erbauen. Zweck von Ballinstadt war es, den Auswanderern, die in Hamburg auf ihre Überfahrt warteten, einen sicheren Ort zu bieten. Aufenthalt, Unter­kunft und Verpflegung in der Ballinstadt waren sogar im Preis der Passagiertickets enthalten.

Ballin – ein Mann mit Reiselust
Ballin selbst reiste zum ersten Mal im Mai 1887 an Bord der Hammonia von Hamburg nach New York. Die zweite Reise folgte 1889 an Bord der Auguste Victoria. Vorausschauend ließ er mit diesem Schiff und der Columbia die ersten beiden Schnelldampfer mit Doppelschraubensystem zu Wasser. Dadurch wurden erstmals regelmäßige Fahrpläne auf der Linie Hamburg - New York - Hamburg möglich. Das erste Mal in den Hamburger Passagierlisten verzeichnet ist Ballin am 18. September 1891 auf dem Dampfschiff Columbia mit Hapag Richtung New York.

Kreuzfahrterfinder …
Im selben Jahr erfindet er die Schiffsreise zum Privatvergnügen. Sein Geistesblitz: Die Schiffe in weniger frequentierten Zeiten für „Exkursionsfahrten“, sprich Kreuzfahrten, zu nutzen. Ballin persönlich nimmt mit Frau Marianne und 239 weiteren Reisenden an der ersten Kreuzfahrt aller Zeiten in den Orient teil: Am 22. Januar 1891 dampft die Augusta Victoria von Cuxhaven nach Alexandrien, Kairo, Jaffa, Beirut und Istanbul. Weitere Reisen folgten 1893 und 1894. Am 1. November 1903 lässt er sich erneut nach NYC einschiffen, diesmal als Passagier erster Klasse. Laut den Hamburger Passagierlisten fuhr er beim nächsten Mal am 11. Oktober 1905 als Generaldirektor über den Teich. Die letzte nachweisliche Aufzeichnung einer Reise findet sich am 11. Oktober 1912 als Direktor der Hamburg-Amerika Linie.

… und Kaiser-Freund
Obwohl Ballin wesentlich dazu beitrug, Hamburg zum führenden Auswandererhafen in Deutschland zu machen, wurde er von der hanseatischen Gesellschaft nicht voll akzeptiert. Für diese war er nur der erfolgreiche Generaldirektor einer Reederei, aber eben nicht der Inhaber. Dennoch hatte Ballin Einfluss und pflegte gute Kontakte zu Prominenten und Mächtigen. So war er ein enger Vertrauter von Friedrich Haerlin, Gründer und Besitzer des Hotels Vier Jahres­zeiten in Hamburg. Haerlin warb sogar in seinen Broschüren damit, dass Albert Ballin ein zufriedener Stammgast seines Hauses sei. Ballins Verbindungen zu Kaiser Wilhelm II. brachten ihm die Bezeichnung „Der Reeder des Kaisers“ ein. Beide, obgleich von so unterschiedlicher Herkunft, verstanden sich bestens und verkehrten auch privat miteinander. Ballin erhielt jede Woche eine Postkarte von Kaiser Wilhelm II., die an seinen „lieben Freund“ im „Hotel Vier Jahreszeiten“ adressiert war.

„Albert Ballin war ein herausragender Charakter seiner Zeit. Er erschuf mit seiner Auswandererstadt einen sicheren Ort für Millionen von Auswanderern, die vor ihrem Aufbruch Schutz benötigten. Dass er dabei auch noch ein cleverer und innovativer Geschäftsmann war, zeigen seine vielfältigen Talente. Mit unserem Engagement für das BallinStadt-Projekt und dem Angebot der Hamburger Passagierlisten möchten wir dazu beitragen, die Geschichten der Auswanderer einem breiteren Publikum zugänglich machen und den Menschen das Thema Ahnen- und Familienforschung näher bringen“, erklärt Brett Lohr Bouchard, Geschäftsführer The Generations Network GmbH.

Die Auswandererwelt BallinStadt und Ancestry.de
Am historischen Standort der Auswandererhallen können die Besucher ab dem 5. Juli die Reise der Emigranten in die Neue Welt nachverfolgen. BallinStadt Auswandererwelt Hamburg dokumentiert die Geschichte von über fünf Millionen Menschen, die zwischen 1850 und 1939 von Hamburg aus nach Amerika aufbrachen. Wer mehr über die Emigrationsgeschichte der eigenen Familie herausfinden will, kann vor Ort im Ancestry-Familienforschungszentrum, dem frei zugänglichen Familienforschungsbereich im Haus 1, an Computerarbeitsplätzen in den Ancestry-Datenbanken kostenlos recherchieren. Die Ahnenforschungsspezialisten von The Generations Network, Inc., die amerikanische Muttergesellschaft von Ancestry.de, stellen dort unter anderem die Hamburger Passagierlisten der Schiffe von 1850 bis 1934 zur Verfügung. Diese Listen beinhalten auch die erwähnten Einträge zu Albert Ballin. Sie wurden in Kooperation mit dem Staatsarchiv Hamburg digitalisiert und anhand der Personen- und Schiffsnamen indexiert. Insgesamt wurden hierbei 270.000 Images erstellt, die circa fünf Millionen Namenseinträge enthalten. Registriert wurden damals unter anderem auch Geburtsort, Wohnort und Beruf der Emigranten – wichtige Auskünfte für jeden Familienforscher. Auch werden dort erstmalig Datenbanken mit handschriftlichen Indexen der Hamburger Passagierlisten für Interessierte zugänglich sein. Die Hamburger Passagierlisten sind spannende Zeitzeugnisse und eine der wichtigsten europäischen Quellen zur Auswanderungs­geschichte. Doch interessierte Internetnutzer müssen nicht erst nach Hamburg reisen: Sämtliche Informationen gibt es online auf der Website unter www.ancestry.de.

Nähere Informationen zu Ancestry.de erhalten Sie im Internet unter www.ancestry.de und direkt bei:

Pressekontakt:

dot.communications
Johanna Steffani
T: 089 – 530 797-210
M:

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Über Ancestry.de

Ancestry.de ist die zentrale Quelle für Ahnen- und Familienforschung in Deutschland via Internet. Das Angebot www.ancestry.de will Familien helfen, einander zu finden, die eigene Familiengeschichte zu entdecken und zu bewahren. Für die Vermarktung in Deutschland zeichnet The Generations Network GmbH mit Sitz in München verantwortlich, deren Geschäfte Brett Lohr Bouchard führt. Das deutsche Tochterunternehmen gehört zur amerikanischen The Generations Network, Inc., die auf ihren Netzwerk-Seiten Ancestry.com, Ancestry.co.uk, Ancestry.ca, Ancestry.com.au, Ancestry.de den weltweit führenden Internet-Service für Ahnenforschung mit der größten Sammlung genealogischer Daten im Internet anbietet. Das Unternehmen befindet sich in Privatbesitz und gehört keiner Kirche an. Weltweit arbeiten mehr als 800 Mitarbeiter für das Unternehmen, das 1983 gegründet wurde und 1997 den Internet-Service www.ancestry.com startete. Das weltweite Ancestry-Netzwerk zählt derzeit insgesamt 725.000 zahlende Kunden und bietet Zugriff auf über 5 Milliarden Namen in 23.000 durchsuchbaren Datenbanken.

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