15.06.2007 - 15:51 - Politik, Recht & Gesellschaft

Bildungsverlierer – Bieten Unternehmen jugendlichen Migranten Zukunftsperspektiven?

Pressemitteilung von: focusconsult Özalan, Siyavus und Kollegen
Ob in Hamburg, Hannover, Berlin fällt es Jugendlichen mit Migrationshintergrund immer schwerer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Während die Arbeitslosenquote bei unter 25-Jährigen allgemein bei knapp 20 Prozent liegt, beträgt sie bei Migranten gut 40 Prozent - und das seit Jahren. Die Schüler erleben den PISA-Schock als Versagen des dreigliedrigen Schulsystems, das die Kinder nach dem vierten Schuljahr auf Gymnasien, Real- und Hauptschulen aufteilt, und so die Drei-Klassen-Gesellschaft des 19. Jahrhunderts reflektiert, die Ungleichheit vergrößert, ohne den Durchschnitt zu verbessern.

Und sie sehen, dass vieles im Argen liegt. Falls sie studieren wollen, erwarten sie überfüllte Hörsäle, Studiengebühren, von Etatkürzungen betroffene Arbeitsbereiche, eine mangelhafte Ausstattung, lange Anmeldelisten für Kurse und schließlich Dozenten, die keine Zeit für sie haben. Nicht besser sieht die Lage aus, wenn sie eine Lehre absolvieren wollen. Denn trotz der besseren Wirtschaftslage im Jahr 2006 meldete die Bundesagentur für Arbeit (BA) noch 194 000 Bewerber ohne Ausbildungsplatz - im Jahr zuvor waren es mit 183 000 deutlich weniger. Eine Trendwende, wie sie die Politik seit langem ankündigt, ist nicht in Sicht. Einer BA-Berechnung zufolge fehlen allein in diesem Jahr 31.000 Ausbildungsplätze, 28.300 Lehrstellen waren es 2005.

Dass es sich dabei um eine sehr verhaltene Bewertung handelt, machen andere Zahlen deutlich: Laut Gewerkschaften fehlen in Deutschland mehr als 279.000 Lehrstellen. Die Situation wird sich vermutlich auch nicht entschärfen, denn die erfolglosen Bewerber aus dem Vorjahr werden im Folgejahr erneut auf den Markt drängen. So ist verständlich, dass die Jungen, die ihr Leben noch vor sich haben, mit einem Wechsel ins Ausland liebäugeln.

Die Unternehmen drücken sich vor der Ausbildung junger Menschen, tun nichts für die Qualifizierung ihrer Mitarbeiter, schicken die Beschäftigten mit 45 Jahren in den staatlich subventionierten Ruhestand und verlangen im Aufschwung dann Nachschub aus dem Ausland. Könnte man meinen.

Doch die Empörung ist übereilt. Es mag zwar Vorurteile gegenüber den scheinbar nimmersatten Unternehmen nähren, wenn jetzt, kaum dass Deutschland sich im Aufschwung wähnt, die Integration und Zuwanderungsdebatte neu entflammt. Tatsächlich ist diese Diskussion aber fällig.
Deutsche werden älter und weniger

Die Bevölkerung wird im Durchschnitt älter, und sie schrumpft. Diese Prozesse lassen sich durch gezielte Integrationspolitik und Einwanderung mildern. Die Regierung kann nun zusehen, wie die Probleme sich auftürmen oder gegensteuern. Die Zeit ist reif. In seltener Einigkeit - auch dies könnte ein Beleg für die Dringlichkeit sein - machen dies etwa der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Arbeitgeber gemeinsam deutlich. Sie fordern, niedrigere, aber durchdachte Hürden für Ausländer zu schaffen.

Die Zahlen klingen wie eine üble Überraschung: Nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes verließen im Jahr 2006 insgesamt 639.000 Menschen die Bundesrepublik - ein neuer Rekord. Sozialer Abbau, Angst vor der Zukunft und Perspektivlosigkeit angesichts einer wenig überzeugenden Politik im Lande seien die Gründe für den Exodus - zudem gehe der angebliche Aufschwung an der großen Masse der Bevölkerung vorbei.

Jenseits von Integrationsgipfel und Kinder-statt-Inder-Parolen hat die Politik in den vergangenen Jahren bei der Integration und Zuwanderung die Probleme nämlich nicht gelöst. Das gilt für Rot-Grün wie für Schwarz-Rot, und es hat vor allem damit zu tun, dass über Integration, Ein- und Zuwanderung in Deutschland meist sehr emotional gestritten wird. Schnell werden Ängste bedient, etwa vor dem Verlust des Arbeitsplatzes oder dem Missbrauch unseres Sozialsystems, die eine sachliche Debatte verhindern.

Natürlich müssen sich viele Firmen vorwerfen lassen, dass sie an ihrer Misere selbst schuld sind, weil sie nicht genug Nachwuchs ausgebildet haben. Und natürlich darf der Import von Spitzenleuten aus dem Ausland nicht dazu führen, dass hiesige Arbeitslose nicht ausreichend qualifiziert und vermittelt werden. Doch dies ändert nichts daran, dass Deutschland ein zeitgemäßes Bildungs- und Integrationsrecht braucht.

Das ist bedauerlich und gefährlich. Denn wer über die Grenzen hinaus- und ein paar wenige Fakten anschaut, der bemerkt, dass die Bundesrepublik auf diese Weise in der globalen Welt Chancen vergibt.

Die Situation der Jugendlichen mit Migrationshintergrund hierzulande erinnert an einen schlechten Traum. Man läuft und läuft und kommt nicht von der Stelle. Schritt für Schritt fällt man zurück und oben ist unten. Vor allem jugendliche Migranten der zweiten Generation haben die schlechtesten Karten, in Schule und Gesellschaft zu reüssieren. Sie schneiden noch schlechter ab als Schülerinnen und Schüler, die im Ausland geboren wurden und nicht in deutschen Schulen sozialisiert wurden (Migranten der ersten Generation).

Die Ursachen für das überproportionale Scheitern bei der Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt führen Fachleute vor allem darauf zurück, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund - selbst wenn sie einen deutschen Pass haben - öfter die Schule entweder mit überhaupt keinem oder einem schlechten Abschluss verlassen und vielfach nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügen.

Das ist aber nur die halbe Wahrheit: Vorrangig wollen deutsche und türkische Firmen Abiturienten, da diese mindestens 18 Jahre alt sind und so auch für Überstunden und Fahrdienste (in Verbund mit Führerschein) eingesetzt werden können. Da kommen selbst Realschüler mit einem makellosen Abschluss ins Hintertreffen. Durch diese von vorneherein getrennten Ausbildungsmöglichkeiten werden die Schüler schon ab der fünften Klasse - nach ihrem Leistungsstand gesondert - in einen Topf geworfen.

Je nach Topf, kann dies Bankier oder Hartz IV- Empfänger bedeuten. In den letzten und kleinsten Topf fallen die angehenden Hauptschüler. Es sind meist schwache oder auffällige Schüler, die sich in dieser Schulart sammeln. Eine Möglichkeit der Besserung des Leistungsstandes ist damit vertan. Zudem kommen diese Schüler immer häufiger aus Einwandererfamilien, bei denen zu Hause meist nur die Kinder Deutsch sprechen können. Viel zu oft bilden sich daher Klischees von ausländischen Ausbeutern, die dem Staat auf der Tasche liegen würden.

Unsere Bildungslücke geht viel tiefer als nur in den geistigen Bereich. Durch die Abgrenzung von Schulen, in Verbindung mit den daraus resultierenden Jobchancen, schneidet diese Lücke auch in unseren Umgang mit den sozialen Unterschieden von Arm und Reich ein.

Integration braucht Bildung

Ein Blick auf die Statistik zeigt: Lediglich jeder dritte Ausländer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren macht eine Ausbildung. Bei den Deutschen dagegen sind es mehr als die Hälfte. Bildung und Arbeit sind aber Voraussetzung für Integration. Nur, wer hilft einem, sie zu erlangen, gerade dann, wenn das Elternhaus keinen Grundstein dafür legt?

21 Prozent der Jugendlichen aus türkischen Familien bleiben in Deutschland ohne Schulabschluss, ergab der Mikrozensus 2006, eine jährliche Studie des Statistischen Bundesamtes . 58 Prozent von ihnen finden nach der Schule keinen Ausbildungsplatz. Auch bei gleichem Schulabschluss seien die Chancen der Einwandererkinder auf einen Job weitaus schlechter als die der Einheimischen.

Lesen, schreiben, rechnen - Fähigkeiten, die der Pisa-Test regelmäßig genau unter die Lupe nimmt. Eine jüngst vorgestellte Sonderauswertung der internationalen Studie bescheinigt Deutschland dabei ein schlechtes Zeugnis.

Nirgendwo waren die Leistungsunterschiede zwischen einheimischen Schülern und Migrantenkindern so groß wie in der Bundesrepublik, sagt Barbara Ischinger von der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Fast 50 Prozent der Schüler, die in Deutschland geboren sind und deren Eltern aus dem Ausland stammen , erreichen der Studie zufolge im Fach Mathematik nicht einmal das Basisniveau.

Bei Migrantenkinder der ersten Generation zeigen dagegen 25 Prozent deutliche Wissenslücken.

Klassische Zuwanderungsländer wie Kanada, Australien oder Neuseeland schneiden dagegen deutlich besser ab. Insgesamt waren 17 Staaten an der Pisa-Studie von 2003 beteiligt.

Von den Jugendlichen mit türkischem Migrationshintergrund entscheiden sich lediglich rund 27 Prozent für eine berufliche Ausbildung. Bei den deutschen Jugendlichen im gleichen Alter sind es mehr als doppelt so viele. Studien belegen, dass ein Grund hierfür die mangelnde Kenntnis über die berufliche Bildung ist.

Junge Migranten kommen häufig aus Familien, die Sozialpädagogen gern "bildungsfern" nennen. Viele Eltern haben selbst kaum die Schule besucht, keine Ausbildung, sprechen oft nur schlecht Deutsch. Sie kennen sich im hiesigen Bildungs- und Ausbildungssystem nicht aus. Manche Eltern halten gar eine Lehre für überflüssig. Ihr Sohn soll schnell Geld verdienen, die Tochter heiraten. Das alles kann das Weiterkommen der Kinder erheblich hemmen. Studien haben gezeigt: Der familiäre Hintergrund ist gerade in Deutschland ganz entscheidend für den Erfolg der Kinder. Auch deutsche Kinder aus ähnlichen Verhältnissen kämpfen mit diesen Schwierigkeiten. Können wir das aber einfach ignorieren? Und einfach sagen: "Strengt euch an, dann wird es gehen"? Was tun wir, damit diese Kinder eine Chance bekommen?

Viele Einwanderer und ihre Kinder träumen weiter von einem besseren Leben in einem wohlhabenden und demokratischen Land. Die Hoffnungen richten sich nun auf ein abgestimmtes Integrationskonzept, das Repräsentanten von Bund, Ländern, Kommunen, Parteien, Wirtschaftsvertretern, Gewerkschaften, Kirchen und Migrantenverbänden in einem längeren Prozess aushandeln werden.
Förderung, Erforschung der Wirksamkeit

Ein Drittel der Kinder, die heute in Deutschland leben, kommen aus Familien mit Migrationshintergrund. Ob und wie wir ihre Zukunftschancen nutzen oder vertun. Erst wenn alle Jugendlichen aus Migrantenfamilien in sämtlichen Branchen und Berufen tatsächlich die Möglichkeit der Teilnahme an der beruflichen Aus- und Weiterbildung erhalten, kann von Chancengleichheit auf dem Ausbildungsstellenmarkt gesprochen werden. Und erst, wenn (junge) Menschen aus Migrantenfamilien in allen beruflichen Bereichen und auf allen Hierarchieebenen am Erwerbsleben teilnehmen, ist auch ihre Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt erreicht.

Bund und Länder setzen neue Akzente mit der frühen Förderung und der umfassenden Erforschung der Wirksamkeit der Förderprogramme. Der Wille ist da, die zersplitterten Förderprogramme unter einem konzeptionellen Dach zu vereinigen und wissenschaftlich zu überprüfen.

Ein anderer Ansatz ist es, von Migranten geführte, vor allem türkische Unternehmen zu ermutigen, Jugendliche auszubilden. Denn das tun bislang nur wenige. Und diese wenigen Ausbilder suchen auch nicht unbedingt türkische Jugendliche. „Manche der Betriebe stellen lieber deutsche Bewerber ein, weil die bessere Voraussetzungen mitbringen", heißt es bei der IHK. Die Gründe für ihre geringe Ausbildungsbeteiligung: Nicht etwa der Mangel an Informationen über das duale Ausbildungssystem hindert die meisten Unternehmer daran, selbst auszubilden, sondern Berührungsängste mit staatlichen Institutionen, Vereine, Verbände und der Bürokratie. Auch die so genannten „Bildungsberater" genießen kein Vertrauen.

Im April 2003 wurde auf Initiative des BMBF das Programm STARegio ins Leben gerufen.
Das durch das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag des BMBF durchgeführte Programm ist Bestandteil der Ausbildungsoffensive 2004, die mit verschiedenen Aktionen die Wirtschaft bei der Schaffung von Ausbildungsplätzen unterstützt. Ziel ist es, Betriebe durch gezielte, regionale Projekte und Maßnahmen für die Bereitstellung zusätzlicher betrieblicher Ausbildungsplätze zu gewinnen.
Zwischenbilanz - Beratungskoffer
1.000 Plätze für die Ausbildung in türkischen Betrieben Ein Projekt der TD-IHK, Köln

Das Projekt der TD-IHK wird im Rahmen STARegio mit eine Förderungsumme: 496.952,00 € und eine Laufzeit: 01.02.05 bis 31.12.07 unterstützt.

„Mittelfristig sollen bundesweit bis zu 1.000 Ausbildungsplätze in türkischen Unternehmen gewonnen werden. Zu diesem Zweck gilt es zunächst einen methodischen Ansatz für die Betriebsakquisition und die Ausbildungsbegleitung zu entwickeln. Es wird ein Beratungskoffer entwickelt, der nach dem Projektabschluss bundesweit für die Akquisition und die Ausbildungsbegleitung türkischer Betriebe eingesetzt werden kann. Des Weiteren werden Schulungen für die im Projekt tätigen türkischen Ausbildungsmanager durchgeführt. Die sind zuständig für die Akquisition und Beratung der türkischen Betriebe. Im Rahmen des Projekts werden neben der gezielten und bedarfsgerechten Akquisition und Betreuung von türkischen Ausbildungsbetrieben auch türkischsprachige Informationsmaterialien entwickelt, die nachfolgend bundesweit für die Akquisition und Ausbildungsbegleitung türkischer Betriebe eingesetzt werden können". so Dipl.-Ing. Nihat Sorgeç Vizepräsident TD-IHK.

Das Ausbildungsprojekt BTEU - Bund Türkisch - Europäischer UnternehmerInnen e.V. wird auch im Rahmen STARegio mit eine Fördersumme: 447.270,00 € und eine Laufzeit: 01.02.05 - 31.12.07 unterstützt.

Betriebsinhaber/in mit ausländischer Herkunft sollten recherchiert, gezielt angesprochen, sowie beraten und motiviert auszubilden. Innerhalb der Projektlaufzeit sollte als Hauptziele erreicht werden: Akquirierung von mind. 220 neuen Ausbildungsplätzen.

Der Ist-Zustand: Wirksamkeit der Fördermaßnahmen

Von einer Chancengleichheit und Verbesserung der Situation Jugendlicher ausländischer Herkunft im deutschen Bildungssystem kann immer noch keine Rede sein.

Laut TD-IHK Ausbildungsprojekt Statistik vom 22.05.2007 wurden bisher derzeit nur 83 Ausbildungsplätze generiert. In der Statistik wird in dem Zusammenhang darauf hingewiesen: „ 10 der 12 Ausbildungsplätze wurden in der Probezeit gekündigt".

Da kann man nur vermuten, dass der „Beratungskoffer" leer oder der Träger die Betreuung nicht richtig verstanden hat. Das bedeuted auch gleichzeitig schulen, schulen....

Das Ausbildungsprojekt BTEU - Bund Türkisch - Europäischer UnternehmerInnen e.V veröffentlicht den Projektstand auf www.staregio.de. Auf unsere Anfrage erhielten wir folgende Mitteilung: „Unter "Weitere Planung " finden Sie die Angaben zum Projektstand (bis März 2007): "...Von der anvisierten Zielgröße sind bereits 188 Plätze akquiriert... Dieser Satz wird regelmäßig aktualisiert, d.h. die nächste Aktualisierung wird im Juli 2007 durchgeführt", so Projektleiter C.Tamak und weiter hieß es „ich habe Ihnen die Quelle genannt. Sie müssen schon in dem genanten Abschnitt weiter lesen... „...Von der anvisierten Zielgröße sind bereits 188 Plätze akquiriert..." Dort finden Sie die Zahl". Ja nur 66 Ausbildungsplätze.

In der Wirtschaft würde kein Manager sein Posten weiter ausführen, wenn er sein selbst formuliertes Projektziel um mehr als 10 % verfehlt. Scheinbar herrschen in der Bildungspolitik andere Maßstäbe. Wir werden am Ende der Projekte (31.12.2007) das Bundesinstitut für Berufsausbildung (BIBB) hinsichtlich Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der Fördermaßnahmen um eine Stellungnahme bitten.

Da kann der Staat noch so viel Geld und Fördermittel in Vereine, Bildungsberater, Förderunterricht und zusätzliche Lehrkräfte und Erzieher stecken. Und weil diese Bildungswüste wächst, der Wunsch nach Teenstars oder anderen superschlauen Kids extrem der Schulrealität und Erziehungspraxis hinterherhinkt, gehört nicht viel Fantasie dazu, das Scheitern der angekündigten Bildungsanstrengungen vorauszusagen.

Bund und Länder setzen neue Akzente mit der frühen Förderung und der umfassenden Erforschung der Wirksamkeit der Förderprogramme. Wollen wir hoffen, dass es auch tatsächlich eingreift.

Viele Einwanderer und ihre Kinder träumen weiter von einem besseren Leben in einem wohlhabenden und demokratischen Land. Die Hoffnungen richten sich nun auf ein abgestimmtes Integrationskonzept, das Repräsentanten von Bund, Ländern, Kommunen, Parteien, Wirtschaftsvertretern, Gewerkschaften, Kirchen und Migrantenverbänden in einem längeren Prozess aushandeln werden.
Zügige Schaffung der notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen.

Edgar Schramm, stellvertretender BBB-Vorsitzender und Geschäftsführer des Berufsfortbildungswerks bfw , sieht es als gesamtgesellschaftliche und politische Aufgabe, jetzt die Rahmenbedingungen zu schaffen, damit zukünftig mehr Menschen die Weiterbildungsangebote nutzen. Er forderte auf einer Pressekonferenz, „ein stimmiges Konzept" für die Finanzierung der beruflichen Weiterbildung und die zügige Schaffung der notwendigen gesetzlichen Rahmenbedingungen. Edgar Schramm hat für den Schwerpunktort Hannover die Koordination des Weiterbildungstages am Freitag den 15.06.2007, übernommen. Er fordert:" Bildung und Weiterbildung muss wieder an die Spitze der Reformen gesetzt werden."
Vierte Säule im Bildungssystem

„Nur wenn die Weiterbildung als vierte Säule im Bildungssystem verankert wird", so Veronika Jaeger, Direktorin der Volkshochschulen (VHS Niedersachsen e.V. ), „kann Erwachsenbildung ihren vielfältigen gesamtgesellschaftlichen Aufgaben gerecht werden." Ihrer Meinung nach, „ gehören dazu unter anderem die Integration von Migranten, die Alphabetisierung bzw. Grundbildung für Jugendliche und Erwachsene, das Nachholen von Schulabschlüssen sowie die Kooperation mit Schulen, Kindergärten und Hochschulen sowie die Fortbildung von Arbeitslosen, Berufs- und Erwerbstätigen. Auch Angebote zu politischer Bildung, zu Werte und Normen und zu Demokratiefähigkeit gehören dazu. Veronika Jaeger fordert eine „grundlegende Erhöhung" der Ausgaben für Bildung und Weiterbildung, damit Deutschland im europäischen Vergleich aufholen kann."

Die Weiterbildung soll in Deutschland einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Das Bundeskabinett stimmte der von Bundesbildungsministerin Annette Schavan vorgelegten Konzeption "Weiterbildungssparen " am Mittwoch zu.

"Die Bundesregierung gibt einen Ansporn, damit mehr Menschen die Chancen der Weiterbildung aufgreifen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung beschlossen, durch einen finanziellen Anreiz zur Weiterbildungsteilnahme zu motivieren, denn die Investition in die eigene Qualifikation ist die beste Anlage", sagte Annette Schavan. Für die Anlaufphase von drei Jahren stehen 45 Millionen Euro zur Verfügung.

Das am 13. Juni 2007 vom Kabinett beschlossene Modell umfasst im Kern folgende Komponenten:
Eine Weiterbildungsprämie in Höhe von maximal 154 € wird für Einkommensgruppen mit bis zu 17.900 € (alleinstehend) bzw. 35.800 € (verheitratet) zu versteuerndem Jahreseinkommen zur hälftigen Ko-Finanzierung von Weiterbildung erhältlich sein, wenn mindestens die gleiche Summe als Eigenbetrag zur Finanzierung der Teilnahmeentgelte geleistet wird.
Das Vermögensbildungsgesetz (VermBG) wird um die Möglichkeit ergänzt, zum Zwecke der beruflichen Weiterbildung aus dem Ansparguthaben vor Ende der Bindungsfrist zu entnehmen, ohne dass die Arbeitnehmersparzulage entfällt.
Ein Weiterbildungsdarlehen kann unabhängig von der Höhe und der Form des Einkommens in Anspruch genommen werden. Damit wird auch die Finanzierung teurerer Maßnahmen ermöglicht.
Die Komponenten sind kumulativ anwendbar.
Durch die vorgesehene Beratung wird ein sinnvoller und zweckgemäßer Einsatz der öffentlichen und privaten Mittel ohne bürokratische Hürden ermöglicht.

Die Bundesbildungsministerin bezeichnete das Weiterbildungssparen als ein positives Signal auch im Hinblick auf den 1. Deutschen Weiterbildungstag, der an diesem Freitag begangen wird. "Es ist sehr erfreulich, dass mit diesem Weiterbildungstag unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten der hohe Stellenwert von Lebenslangem Lernen ins Licht der Öffentlichkeit rückt." Weiterbildung berge enorme Wachstumspotenziale in sich. Mit dem Weiterbildungssparen gebe der Bund einen entscheidenden Anstoß, diese Potenziale auch zu nutzen und zu fördern, so Schavan: "Mehr Weiterbildung hat positive Auswirkungen auf allen Ebenen. Individuell werden Beschäftigungs- und Einkommenschancen verbessert. Die Betriebe profitieren durch stetig weiter Qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Und schließlich sind für die Volkswirtschaft Lebensbegleitendes Lernen und Weiterbildung wichtige Bausteine für ökonomischen Erfolg und soziale Sicherheit."

Unser Problem ist übrigens weniger die Weiterbildung, das Problem ist die Erstausbildung. Aber wenn die schlecht ist, werden die ehemaligen Schüler automatisch Kunden der Fortbildungseinrichtungen.

Weitere Informationen:
www.saydam.de
Link: www.saydam.de/front_content.php?idcat=232&idart=962

focusconsult Özalan, Siyavus und Kollegen
Hertelstieg 4 - 22111 Hamburg
Tel./Fax: 040-7314435

www.saydam.de
www.schadengutachter.eu

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Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

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