Gedenktafel für den Sexualwissenschaftler Wilhelm Reich an dessen Wohnhaus

Pressemitteilung von: Wilhelm-Reich-Gesellschaft e.V. / PR Agentur: K-Projects Kultur- und Eventmanagement
Enthüllung in Wilmersdorf am 23. Juni - Eine Gedenktafel für den Psychoanalytiker, Sexualwissenschaftler und Körpertherapeuten Wilhelm Reich wird an dessen Wohnhaus in Berlin-Wilmersdorf in der Schlangenbader Straße 87 angebracht. Reich lebte von 1931 bis 1933 in dem Haus. Bei der Enthüllung am Samstag, 23. Juni, 10 Uhr, wird auch Reichs zweite Tochter anwesend sein, die New Yorker Psychoanalytikerin Lore Rubin-Reich.

Reich gilt als einer der originellsten, radikalsten, aber auch umstrittensten Denker des 20. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt seines Werkes stehen die Begriffe Sexualität und „Orgon“, eine umfassende Lebensenergie. Er war zunächst einer der bedeutendsten Schüler Sigmund Freuds, später ein unangepasster Querdenker und zuletzt ein geächteter Außenseiter im amerikanischen Exil. Immer wieder ging der Arzt der Frage nach, was die Lebenskraft und Sexualität der Patienten blockiert. Die Behandlungsmethode Wilhelm Reichs, die er „Orgontherapie“ nannte, ist die Urform der körperorientierten Psychotherapie, einer heute verbreiteten Behandlungsmethode.

Die Enthüllung der Gedenktafel findet auf Initiative der Psychoanalytikerin Dr. Regine Lockot statt. Einen Teil der Kosten für die Tafel trägt die Wilhelm Reich Gesellschaft, die sich um die wissenschaftliche Erforschung und Verbreitung von Wilhelm Reichs Werk kümmert. Mit 18 Tafeln erinnert Regine Lockot an jüdische Psychoanalytiker, die im Nationalsozialismus Deutschland verlassen mussten. Sie sei zwar keine „Reichianerin“, betont sie, aber sein Schicksal habe sie immer „sehr gerührt“. Man habe ihn „wirklich furchtbar behandelt“. Die psychoanalytische Gesellschaft schloss Reich Anfang der Dreißiger Jahre aus. Für Freud und die seinigen war Reichs Denken zu politisch. Auch aus der kommunistischen Partei wurde Reich ausgeschlossen. „Beide Ausschlüsse müssen zusammen schreckliche Schicksalsschläge gewesen sein“, sagt Regine Lockot. Bei der Tafelenthüllung werden auch Plakate zu den anderen Psychoanalytikern gezeigt.

Eine wissenschaftliche Konferenz über Wilhelm Reich veranstaltet die gleichnamige Gesellschaft im November in Berlin. Anlass ist Reichs 50. Todestag. Experten aus Deutschland und den USA diskutieren über die Aktualität von Reichs Theorien und Therapie-Konzepten. Der Kongress richtet sich ebenso an Fachleute wie an eine breite Öffentlichkeit.
In Kürze wird eine Konferenzwebsite mit näheren Informationen zum Kongress freigeschaltet: www.wilhelm-reich-kongress.de

Journalisten sind herzlich zur Enthüllung der Gedenktafel eingeladen.

Ansprechpartnerinnen: Dr. Regine Lockot, E-Mail: , Dr. Heike Buhl, Vorsitzende der Wilhelm-Reich-Gesellschaft, Tel. +49 - 30 - 771 68 19, E-Mail-Adresse:
Link zum Gedenktafel-Projekt:
www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/bezirk/gedenk...

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Pressekontakt:
Gerald Beyrodt
E-Mail:
Tel.: 030 44732344

Die Wilhelm-Reich-Gesellschaft zur Erforschung lebensenergetischer Prozesse e.V. (WRG) wurde vor 20 Jahren in Berlin gegründet und ist einer der wichtigsten Zusammenschlüsse der an Reichs Denken orientierten Therapeuten und Wissenschaftler in Europa. Zu ihren Mitgliedern zählen Ärzte, Psychologen und Heilpraktiker ebenso wie Sozial- und Wirtschaftswissenschaftler; sie ist offen für alle an Wilhelm Reichs Leben und Werk interessierten Personen. Die WRG versteht sich als demokratische Diskussionsplattform zur Förderung der theoretischen und therapeutischen Konzepte Wilhelm Reichs und kooperiert dabei mit Schwestergesellschaften wie beispielsweise dem Wilhelm Reich-Institut in Wien. Sie unterstützt Forschungsprojekte, die Reichs experimentelle und klinische Ansätze explorieren und vorantreiben. Die Tochter Wilhelm Reichs, Eva Reich, ist Ehrenpräsidentin der Gesellschaft.

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