03.06.2007 - 15:59 - Politik, Recht & Gesellschaft
Offener Brief an Kanzlerin Merkel: G8-Gipfel / Mehr Tierschutz in einer globalisierten Wirtschaft gefordert
Pressemitteilung von: animal 2000
02.06.2007 - In einem jüngst an Bundeskanzlerin Merkel geschriebenen offenen Bief fordert der Tierrechtsverband animal 2ooo sie auf, dafür zu sorgen, dass die G8-Staaten vorangehen, wenn es um die Aufnahme von Menschen- und Tierschutz in die WTO-Regeln geht.
"Wir erleben aufgrund der Globalisierung und der WTO-Regeln, die eine nahezu bedingungslose und rücksichtslose Liberalisierung des Welthandels zum Inhalt haben, ein zunehmendes Tierschutz-Dumping, also ein globales, gegenseitiges Sich-Unterbieten in der Behandlung von Tieren insbesondere im Agrarbereich" schreibt Dr. Pedro de la Fuente, stellv. Vorsitzender des Verbands. Als jüngstes Beispiel verweist er auf die kürzlich unter deutschem Vorsitz verabschiedete, tierschutzwidrige EU-Masthähnchenrichtlinie, die nach seiner Einschätzung in dieser Form nicht ohne den Konkurrenzdruck aus anderen Ländern zustande gekommen wäre.
Der Wortlaut des Briefes:
Offener Brief: G8 – Gipfel / Mehr Tierschutz in einer globalisierten Wirtschaft
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
zunächst sei angemerkt, dass (unabhängig von berechtigter Kritik daran, dass sich nächste Woche nur 8 Staatsoberhäupter in Heiligendamm treffen werden, um über die Geschicke des ganzen Planeten zu beschließen) auch aus unserer Sicht Ausschreitungen und Gewalt, wie sie gestern in Rostock vorgekommen sind, entschieden abzulehnen sind. Obwohl derzeit wohl eher der Umweltaspekt und insbesondere die „Umwelt-Initiative“ Ihres amerikanischen Kollegen im Zentrum Ihrer Aktivitäten liegen dürfte, möchten wir auf den Aspekt „Tierschutz in einer globalisierten Wirtschaft“ aufmerksam machen.
Wie Sie neulich in Ihrem Video-Podcast #18/07 sagten, gilt es, „die Globalisierung menschlich zu gestalten“. Auch in Ihrer Bundestagsrede vom 24.05.07 haben Sie darüber gesprochen, dass Sie „der Globalisierung ein menschliches Gesicht geben“ wollen. Nach unserem Verständnis gehören hierzu nicht nur – selbstverständlich – Sozial-Standards, sondern – ebenso selbstverständlich – Tierschutz-Standards und zwar solche, die diese Bezeichnung auch verdienen. Wir erleben aufgrund der Globalisierung und der WTO-Regeln, die eine nahezu bedingungslose und rücksichtslose Liberalisierung des Welthandels zum Inhalt haben, ein zunehmendes Tierschutz-Dumping, also ein globales, gegenseitiges Sich-Unterbieten in der Behandlung von Tieren insbesondere im Agrarbereich. Als jüngstes Beispiel sei auf die kürzlich unter deutschem Vorsitz verabschiedete, tierschutzwidrige EU-Masthähnchenrichtlinie verwiesen, die in dieser Form nicht ohne den Konkurrenzdruck aus anderen Ländern zustande gekommen wäre. Die Verbraucher haben sich (jüngst in einer elektronischen Umfrage der EU) mit überwältigender Mehrheit für einen verbesserten Tierschutz ausgesprochen. Er ist aber auch im wohlverstandenen Sinne unserer deutschen Landwirte, die sich oft bedrängt fühlen, ihr Gewissen abzuschalten und Tiere - trotz gegenteiliger kultureller und religiöser Überzeugung – zu quälen, weil in Südostasien oder Brasilien nicht so zimperlich mit ihnen umgegangen wird. (Gerade Ihre Partei sollte sich auch für derartige Interessen der sie wählenden Landwirte einsetzen.)
Daher unser Appell: Sorgen Sie dafür dass die G8-Staaten vorangehen, wenn es um die Aufnahme von Menschen- und Tierschutz in die WTO-Regeln geht!
Mit freundlichen Grüßen
(Dr. Pedro de la Fuente, stellv. Vorsitzender)
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Pressekontakt:
animal 2000 - Menschen für Tierrechte Bayern e.V.
Fürstenrieder Str. 143
80686 München
Tel. 089 - 5 46 90 50
Fax 089 - 5 46 90 50
mail(ädt)animal2000.de
www.animal2000.de
Landesverband gegen Tierversuche, Intensivtierhaltung und sonstige Formen der Ausbeutung von Tieren. Mitglied bei Menschen für Tierrechte - Bundesverband der Tierversuchsgegner e.V., Aachen. Als gemeinnützig und besonders förderungswürdig anerkannt. Beiträge und Spenden sind steuerlich absetzbar, Vermächtnisse von der Erbschaftssteuer befreit.
"Wir erleben aufgrund der Globalisierung und der WTO-Regeln, die eine nahezu bedingungslose und rücksichtslose Liberalisierung des Welthandels zum Inhalt haben, ein zunehmendes Tierschutz-Dumping, also ein globales, gegenseitiges Sich-Unterbieten in der Behandlung von Tieren insbesondere im Agrarbereich" schreibt Dr. Pedro de la Fuente, stellv. Vorsitzender des Verbands. Als jüngstes Beispiel verweist er auf die kürzlich unter deutschem Vorsitz verabschiedete, tierschutzwidrige EU-Masthähnchenrichtlinie, die nach seiner Einschätzung in dieser Form nicht ohne den Konkurrenzdruck aus anderen Ländern zustande gekommen wäre.
Der Wortlaut des Briefes:
Offener Brief: G8 – Gipfel / Mehr Tierschutz in einer globalisierten Wirtschaft
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,
zunächst sei angemerkt, dass (unabhängig von berechtigter Kritik daran, dass sich nächste Woche nur 8 Staatsoberhäupter in Heiligendamm treffen werden, um über die Geschicke des ganzen Planeten zu beschließen) auch aus unserer Sicht Ausschreitungen und Gewalt, wie sie gestern in Rostock vorgekommen sind, entschieden abzulehnen sind. Obwohl derzeit wohl eher der Umweltaspekt und insbesondere die „Umwelt-Initiative“ Ihres amerikanischen Kollegen im Zentrum Ihrer Aktivitäten liegen dürfte, möchten wir auf den Aspekt „Tierschutz in einer globalisierten Wirtschaft“ aufmerksam machen.
Wie Sie neulich in Ihrem Video-Podcast #18/07 sagten, gilt es, „die Globalisierung menschlich zu gestalten“. Auch in Ihrer Bundestagsrede vom 24.05.07 haben Sie darüber gesprochen, dass Sie „der Globalisierung ein menschliches Gesicht geben“ wollen. Nach unserem Verständnis gehören hierzu nicht nur – selbstverständlich – Sozial-Standards, sondern – ebenso selbstverständlich – Tierschutz-Standards und zwar solche, die diese Bezeichnung auch verdienen. Wir erleben aufgrund der Globalisierung und der WTO-Regeln, die eine nahezu bedingungslose und rücksichtslose Liberalisierung des Welthandels zum Inhalt haben, ein zunehmendes Tierschutz-Dumping, also ein globales, gegenseitiges Sich-Unterbieten in der Behandlung von Tieren insbesondere im Agrarbereich. Als jüngstes Beispiel sei auf die kürzlich unter deutschem Vorsitz verabschiedete, tierschutzwidrige EU-Masthähnchenrichtlinie verwiesen, die in dieser Form nicht ohne den Konkurrenzdruck aus anderen Ländern zustande gekommen wäre. Die Verbraucher haben sich (jüngst in einer elektronischen Umfrage der EU) mit überwältigender Mehrheit für einen verbesserten Tierschutz ausgesprochen. Er ist aber auch im wohlverstandenen Sinne unserer deutschen Landwirte, die sich oft bedrängt fühlen, ihr Gewissen abzuschalten und Tiere - trotz gegenteiliger kultureller und religiöser Überzeugung – zu quälen, weil in Südostasien oder Brasilien nicht so zimperlich mit ihnen umgegangen wird. (Gerade Ihre Partei sollte sich auch für derartige Interessen der sie wählenden Landwirte einsetzen.)
Daher unser Appell: Sorgen Sie dafür dass die G8-Staaten vorangehen, wenn es um die Aufnahme von Menschen- und Tierschutz in die WTO-Regeln geht!
Mit freundlichen Grüßen
(Dr. Pedro de la Fuente, stellv. Vorsitzender)
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