(openPR) Unter der Federführung der Güstrower Professoren Gustav Burosch und Torsten Fischer vom Baltic College Güstrow wurden in einer repräsentativen Unternehmensumfrage von 250 Unternehmen Veränderungstendenzen für den gesundheitstouristischen Sektor erhoben, deren Auswertung jetzt abgeschlossen wurde.
Die Ergebnisse bestätigen teilweise ältere Vermutungen der Unternehmenspraxis, teils berichten sie aber auch von neueren Entwicklungen und lassen aufhorchen.
Als überraschend stellt sich zunächst die Tatsache dar, dass die Belegungen der befragten Hotels in den nachsaisonalen Zeiträumen der Jahre 2003-2006 nicht unter den Werten der Hauptsaison lagen.
Dieser Unterschied hat sich ganz im Gegenteil zu der stärkeren hauptsaisonalen Auslastungserwartung sogar in den letzten Jahren zugunsten der Nachsaison prozentual und in absoluten Werten verschoben. Damit kann der Bereich Medical Wellness zu einer touristischen Bedeutung aufsteigen, welche die Touristikbranche mit der ganzjährigen Auslastung ihrer Dienstleistungen verbindet.
Auch die Datenauswertung hinsichtlich der von den Unternehmen als typisch bewerteten Medical Wellness-Leistungen liefert Überraschungen und vor dem Hintergrund der Bemühungen um eine einheitliche Definition von Medical Wellness erste Annäherungen.
Hotels, Kliniken, Pensionen und andere gesundheitstouristische Anbieter nannten mit großem Vorsprung die Verbesserung der Lebensqualität vor anderen Aspekten wie Motivation eines gesunden Lebensstils, ein subjektives Gesundheitsempfinden, eigenverantwortliche Prävention und Gesundheitsförderung.
Natürlich finden sich all diese Motivationsbereiche für Medical Wellness in den Erhebungsbefunden wieder und stützen damit die bereits in der Praxis gefundene begriffliche Präzisierung. Dennoch wird nicht nur die Auffassung des Güstrower Untersuchungsteams durch die Unternehmen nachhaltig bestätigt, dass Medical Wellness umfassender gesehen wird als Gesundheit. Denn Lebensqualität umfasst neben gesundheitlichen auch persönliche, soziale, kulturelle und emotionale Momente, die mit Medical Wellness nicht zuletzt auch von den Unternehmen verbunden werden.
Für Praktiker keineswegs überraschend, werden Medical Wellness-Angebote vorwiegend von Singles im Alter zwischen 40-60 Jahren wahrgenommen. Deutlich unterrepräsentiert ist dagegen die Altersgruppe der über 60jährigen.
Neues hingegen liefern die Befunde hinsichtlich der Extrahierung relevanter Urlaubsprofile für gesundheitstouristische Leistungen. Hier liegen mit mehr als 80% die Facetten von Aktivurlaub deutlich über den Rehabilitationsangeboten, die bisher sehr stark auf Medical Wellness zurückgeführt wurden.
Nicht zuletzt wurden durch diese Unternehmensbefragung frühere Befunde der Güstrower Wissenschaftler bestätigt, dass nämlich gesundheitstouristische Unternehmen einen enormen Investitionsrückstau bewältigen müssen (und auch wollen!), um die hohe Diskrepanz zwischen nachfrageseitigem Wachstum im Bereich Medical Wellness und dem Zuwachs von angebotsseitigem Risikokapital überwinden zu können. Diese Diskrepanz liegt derzeit bei ca. 4% und ist in keinem anderen Bundesland so stark ausgeprägt.
(Autoren: Prof. Dr. Gustav Burosch, Prof. Dr. Torsten Fischer)
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Das Baltic College - University of Applied Siences - ist die erste private, staatlich anerkannte Hochschule in Mecklenburg Vorpommern. Vorwiegend als duales Studium, aber auch als Direktstudium bietet die Hochschule mit den Standorten Güstrow und Schwerin drei innovative und zukunftsweiende Bachelor-Studiengänge:











