openPR Recherche & Suche
Presseinformation

Über den Bauch ins Gehirn: Winzige Katheter gegen Schlaganfälle

18.05.200712:43 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Interventionelle Neuroradiologie bietet Alternativen zu komplizierten Operationen

Berlin, 18. Mai 2007. Die Zeiten, in denen Radiologen ausschließlich für die Diagnose zuständig waren, sind lange vorbei. Besonders in der Therapie und Nachbehandlung von Schlaganfällen sind Neuroradiologen heute gefragter denn je. Ihr Einsatzbereich erstreckt sich dabei über die Behandlung von Gefäßerkrankungen im Gehirn und der das Gehirn ver-sorgenden Gefäße bis zur Akutversorgung von Patienten mit Schlaganfall. Im Gegensatz zu den jahrzehntelang praktizierten, sehr komplizierten chirurgischen Eingriffen genügt bei neuroradiologischen Verfahren häufig ein kaum sichtbarer Schnitt in der Leistengegend. Über diesen führen die behandelnden Ärzte winzige Katheter ein – künstliche Kanäle für verschiedene Therapiemaßnahmen. Diese minimal-invasiven Eingriffe ermöglichen es Patienten, die Klinik schon nach wenigen Tagen wieder zu verlassen. Den Einsatz und die Weiterentwicklung von Therapieverfahren der Neuroradiologie diskutieren führende Experten auf dem 88. Deutschen Röntgenkongress in Berlin.



Ein Schwerpunkt der interventionellen Neuroradiologie ist die Behandlung von Blutungen im Kopf- und Halsbereich. Für den Laien muten die Verfahren häufig futuristisch an: Mithilfe der Angiographie – einem Bildgebungsverfahren, in der mithilfe eines Kontrastmittels die Blutgefäße dargestellt werden – führen Radiologen in Höhe der Leistengegend einen Katheter in die Bauchschlagader ein. Von dort wird der Katheter über den Becken-, Bauch- und Brustraum bis zu den betroffenen Gefäßen in Kopf oder Hals gelegt.

Bei einer Gefäßaussackung im Gehirn, in der Medizin Aneurysma genannt, schieben die Radiologen durch den Mini-Katheter winzige Platinspiralen – so genannte Coils – bis zu den Aussackungen. Die Coils verhindern eine weitere Ausdehnung oder ein Reißen der Gefäßwand – lebensbedrohliche Folgen wie ein Schlaganfall oder eine Hirnblutung können so verhindert werden. „Die Behandlung von Aneurysmen ohne Mikrokatheter ist heute nicht mehr denkbar“, betont Prof. Michael Forsting, Leiter des Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie an der Uniklinik Essen, einem der führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet in Europa.

Auch bei Verengungen von Blutgefäßen (Stenosen) der Halsschlagader und der Hirngefäße – die häufigsten Ursachen des Schlaganfalls – kommen in vielen Fällen Katheter zum Einsatz. Jahrzehntelang behandelten Chirurgen diese Verengungen, indem das Gefäß in einer komplizierten Operation ausgeschält und wieder geweitet wurde. Heute greifen die Radiologen immer häufiger zu so genannten Stents (innere Metallstützen). Diese ermöglichen es, verengte Gefäße wieder dauerhaft zu öffnen.

Der Einsatz neuroradiologischer Verfahren entwickelt sich permanent weiter. Galt vor ein paar Jahren noch die medikamentöse Behandlung eines Thrombus (Aderpfropf) beim Schlaganfall als beste Therapiemöglichkeit, wenden heute Neuroradiologen zunehmend mechanische Rekanalisierungshilfen an. Bei einigen Patienten kommen auch in einer Akutsituation Stents zum Einsatz, bei anderen versuchen die behandelnden Ärzte mit Hilfe von miniaturisierten Greifarmen oder korkenzieherähnlichen Instrumenten das verschlossene Gefäß wieder zu eröffnen. Andere Formen des Schlaganfalls, ausgelöst durch eine angeborene Fehlbildung der Blutgefäße, lassen sich heute durch den Einsatz innovativer medizinischer Klebstoffe therapieren. Dieses Verfahren erlaubt es, auch jene Patienten zu behandeln, die früher als unheilbar galten.

Eines haben alle Verfahren gemeinsam: Die minimal-invasiven Eingriffe bieten betroffenen Patienten eine schonendere Behandlung als herkömmliche Therapieansätze.

Silke Stark
ipse Communication
Tel. 030 288846-22
Fax 030 288846-47
Mail E-Mail

Patrick Torka
ipse Communication
Tel. 030 288846-28
Fax 030 288846-47
Mail E-Mail

Diese Pressemeldung wurde auf openPR veröffentlicht.

Verantwortlich für diese Pressemeldung:

News-ID: 135963
 1959

Kostenlose Online PR für alle

Jetzt Ihren Pressetext mit einem Klick auf openPR veröffentlichen

Jetzt gratis starten

Pressebericht „Über den Bauch ins Gehirn: Winzige Katheter gegen Schlaganfälle“ bearbeiten oder mit dem "Super-PR-Sparpaket" stark hervorheben, zielgerichtet an Journalisten & Top50 Online-Portale verbreiten:

PM löschen PM ändern
Disclaimer: Für den obigen Pressetext inkl. etwaiger Bilder/ Videos ist ausschließlich der im Text angegebene Kontakt verantwortlich. Der Webseitenanbieter distanziert sich ausdrücklich von den Inhalten Dritter und macht sich diese nicht zu eigen. Wenn Sie die obigen Informationen redaktionell nutzen möchten, so wenden Sie sich bitte an den obigen Pressekontakt. Bei einer Veröffentlichung bitten wir um ein Belegexemplar oder Quellenennung der URL.

Pressemitteilungen KOSTENLOS veröffentlichen und verbreiten mit openPR

Stellen Sie Ihre Medienmitteilung jetzt hier ein!

Jetzt gratis starten

Weitere Mitteilungen von Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

Virtueller Lageplan erleichtert die Organspende
Virtueller Lageplan erleichtert die Organspende
Moderne bildgebende Verfahren verbessern die Operationsplanung und ersetzen aufwändige Voruntersuchungen Berlin, 18. Mai 2007. In Deutschland herrscht chronischer Mangel an transplantierbaren Organen. Entsprechend lange müssen Patienten auf eine Transplantation warten – bei der Niere sind es im Durchschnitt fünf bis sechs Jahre. Hoffnung auf eine schnellere Behandlung bieten so genannte „Lebendspenden“. Bei diesen stammt das gesuchte Organ von einer lebenden Person, die sich zur Spende bereit erklärt – etwa einem nahen Verwandten oder engen …
Operieren nach Präzisionsmodell
Operieren nach Präzisionsmodell
Neue Verfahren zur Herstellung anatomischer Modelle revolutionieren Chirurgie Rapid Prototyping ist das Nonplusultra in der Operationsplanung. Diese Methode aus der Industrie kommt immer häufiger bei der Vorbereitung komplizierter chirurgischer Eingriffe zum Einsatz. Auf der Grundlage hochauflösender Schnittbilder fertigen Spezialisten genaue Modelle der menschlichen Anatomie an. Die gängigsten Verfahren sind die Stereolithografie, die Lasersintertechnik und das 3D-Drucken. Die permanente Weiterentwicklung ermöglicht es Medizinern, Operation…

Das könnte Sie auch interessieren:

Bild: Robert-Wartenberg-Preis für Dr. Benno Koch vom Klinikum Dortmund
Robert-Wartenberg-Preis für Dr. Benno Koch vom Klinikum Dortmund
… viele Patienten, die für die Untersuchung in Frage kommen. Über die vergangenen zwölf Jahre haben Dr. Koch und seine Kollegen von der Ruhr-Universität 287 Patienten mit Schlaganfällen im Innersten des Gehirns (Thalamus) sammeln und davon einen kleinen Teil untersuchen können. Bei ihnen lag der Schlaganfall genau dort, wo ein wesentlicher Teil des „Gedächtniszentrums“ …
CLARITY als Synonym für Effizienz, Sicherheit und Wirksamkeit der Katheterablation bei Vorhofflimmern
CLARITY als Synonym für Effizienz, Sicherheit und Wirksamkeit der Katheterablation bei Vorhofflimmern
… zu sein. Das Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung und nimmt mit fortschreitendem Alter zu. Klinische Daten lassen den Schluss zu, dass 20 % aller Schlaganfälle auf diese Krankheit zurückgehen, die oft unerkannt bleibt und das Risiko von Schlaganfällen verfünffachen kann. Bei dieser Prüfung soll nachgewiesen werden, dass der NAVISTAR® …
Bild: Endovenöse Lasertherapie: Krampfadern ohne OP behandelnBild: Endovenöse Lasertherapie: Krampfadern ohne OP behandeln
Endovenöse Lasertherapie: Krampfadern ohne OP behandeln
… ist die endovenöse Lasertherapie, bei der die krankhaften Venen mithilfe von Laserstrahlen „verschweißt“ werden.“ Die endovenöse Lasertherapie Bei der endovenösen Lasertherapie wird ein feiner Katheter über eine winzige Punktionsstelle in die betroffene Krampfader eingeführt. Der Katheter dient dabei als Leitschiene für den Venenlaser. Um die richtige …
Entstehung Schlaganfall
Entstehung Schlaganfall
… aufgrund von Subarachnoidalblutungen; Seltene Formen des Schlaganfalls Ischämischer Infarkt Der ischämische Infarkt ist die am häufigsten auftretende Form des Schlaganfalls, rund 80 % aller Schlaganfälle fallen in diese Kategorie. Von einem ischämischen Infarkt spricht man, wenn es zum Verschluss eines Blutgefäßes kommt. Ist die Versorgung des Gewebes …
Bild: Unser Atmungsorgan - Tief durchatmen, bitteBild: Unser Atmungsorgan - Tief durchatmen, bitte
Unser Atmungsorgan - Tief durchatmen, bitte
… Luftröhre, Bronchien und Lunge unterteilt. Ohne sich dessen bewusst zu sein, atmet der Mensch etwa 10-15mal in der Minute ein und aus - dies tun wir, weil winzige Sauerstoff- und Kohlendioxid-Sensoren in unseren großen Gefäßen an unser Atemzentrum im Gehirn melden, dass neuer Sauerstoff benötigt wird bzw. der Kohlendioxid-Anteil des Blutes zu hoch wird. …
Bild: Pflanzen-, Fisch- oder Fleischkost? Was bringt mehr Vor- und Nachteile für die Gesundheit?
Pflanzen-, Fisch- oder Fleischkost? Was bringt mehr Vor- und Nachteile für die Gesundheit?
Ein englisches Forscherteam wertete Daten der großen EPIC-Oxford-Studie aus, um die Risiken für Herzkrankheiten und Schlaganfälle bei Vegetariern, Pescatariern und Fleischessern zu untersuchen. Dabei zeigt sich, ganz so eindeutig ist das Ergebnis nicht. Am englischen Zweig der EPIC-Studie (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition) …
Beim Raucherbein geht es auch um Herz und Hirn:  Neue Behandlungsleitlinien für die PAVK
Beim Raucherbein geht es auch um Herz und Hirn: Neue Behandlungsleitlinien für die PAVK
… arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). Besonders gefährlich ist diese verbreitete und unterschätzte Erkrankung, weil mit ihr auch ein hohes Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle und damit eine hohe Sterblichkeit verbunden ist. Bei den DGK-Herztagen in Berlin werden die neuen Behandlungs-Leitlinien vorgestellt. --- Berlin, 12. Oktober 2017 – …
Bild: Arzt-Patienten-Seminar: Alles rund um das Herz und die Gefäße
Arzt-Patienten-Seminar: Alles rund um das Herz und die Gefäße
… oder Katheter – die Ergebnisse neuer StudienSchlaganfallWie kann man mit Medikamenten vorbeugen?(Lipidsenker, Blutdruckmittel, „Blutverdünnung“ bei Vorhofflimmern)Welche Kathetereingriffe verhindern Schlaganfälle?HerzklappenWas gibt es neues?In der Pause zwischen den Vorträgen haben Sie die Gelegenheit, den Blutdruck/Blutzuckersowie die Gefäßdicke der …
Aortenklappe per Katheter: Neues Verfahren ersetzt OP am offenen Herzen nicht generell
Aortenklappe per Katheter: Neues Verfahren ersetzt OP am offenen Herzen nicht generell
… bis zum Herzen hochgeschoben. „Das Verfahren ermöglicht es uns, Patienten zu behandeln, die bislang aufgrund ihrer erheblichen Begleiterkrankungen wie Lungenkrankheiten, Schlaganfälle, Leberfunktions-Einschränkungen usw. nicht behandelbar waren“, sagt der Bonner Herzchirurg Prof. Dr. med. Armin Welz im Interview mit dem Online-Gesundheitsmagazin www.rheinruhrmed.de. …
Herzklappen-Ersatz ohne Operation: Anwendung bei immer mehr Patientengruppen empfohlen
Herzklappen-Ersatz ohne Operation: Anwendung bei immer mehr Patientengruppen empfohlen
… mit Patienten mit niedrigem Operationsrisiko. Soweit sich das bisher absehen lässt, werden auch in dieser Patientengruppe eine sehr geringe Sterblichkeit und weniger Schlaganfälle beobachtet“, berichtet Prof. Dr. Christian W. Hamm (Kerckhoff Herz- und Thoraxzentrum, Bad Nauheim und Universitätsklinikum Giessen) bei den Herztagen der Deutschen Gesellschaft …
Sie lesen gerade: Über den Bauch ins Gehirn: Winzige Katheter gegen Schlaganfälle