18.05.2007 - 12:16 - Gesundheit & Medizin

Reform des Transplantationsgesetzes?!

Pressemitteilung von: IQB - Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht - Lutz Barth
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Das kritische Internetportal zum Medizin-, Pflege- und Gerontopsychiatrierecht - Lutz Barth
Der 110. Deutsche Ärztetag in Münster hat am 16.05.07 jede Form der Kommerzialisierung von Organ- und Gewebetransplantationen nachdrücklich abgelehnt. „Kommerzialisierung als Schlüssel zur Verteilung von Gesundheitsleistungen widerspreche nicht nur dem Solidaritätsprinzip, sondern auch ärztlichen Überzeugung, dass der menschliche Körper keine veräußerbare Ware sein könne und sein dürfe, heißt es im Beschluss des Ärzteparlaments. Transplantationen dürften nur abhängig von medizinischen Kriterien erfolgen; die Vermögenssituation des Empfängers beispielsweise dürfe keinesfalls ein Kriterium sein.“

Der Ärztetag diskutierte ferner Überlegungen zur Änderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen der Transplantationsmedizin. Die Delegierten äußerten Zweifel daran, dass ein Wechsel von der geltenden erweiterten Zustimmungslösung zur Widerspruchslösung – wie vom Nationalen Ethikrat jüngst zur Diskussion gestellt - wirklich zu einer Förderung der postmortalen Organspende führen werde.

Quelle: BÄK >>> mehr dazu >>>
www.bundesaerztekammer.de/page.asp?his=3.71.5157.5191

Der Nationale Ethikrat hat ein Stufenmodell vorgeschlagen, das Elemente einer Erklärungsregelung mit Elementen einer Widerspruchsregelung verbindet. Danach ist der Staat verpflichtet, dafür zu sorgen, dass die Bürger in einem geregelten Verfahren zu einer persönlichen Erklärung darüber aufgefordert werden, ob sie zur Organspende bereit sind, und darüber informiert sind, dass die Organentnahme bei unterbliebener Erklärung gesetzlich erlaubt ist, sofern die Angehörigen ihr nicht widersprechen.

Die Stellungnahme des Ethikrats, die unter www.ethikrat.org/stellungnahmen/stellungnahmen.html. verfügbar ist, ist zuweilen auf heftige Kritik gestoßen.

Der 110. Deutsche Ärztetag hingegen plädiert für eine moderate Änderung des Transplantationsgesetzes mit Augenmaß.
Unter dem Tenor „„10 Jahre Transplantationsgesetz – Verbesserung der Patientenversorgung oder Kommerzialisierung?“ hat der Vorsitzende der Ständigen Kommission Organtransplantation bei der BÄK, Hans Lilie ein Referat insbesondere mit Blick auf die Rechtsfragen zu diesem gewichtigen Thema gehalten >>> zum Download >>> www.bundesaerztekammer.de/downloads/110LilieRede.pdf , während demgegenüber Eckard Nagel, ein Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation, das Thema unter ethischen Aspekten beleuchtete >>> „Was ist der Mensch? Gedanken zur aktuellen Debatte in der Transplantationsmedizin aus ethischer Sicht“ >>> zum Download >>> www.bundesaerztekammer.de/downloads/110NagelRede.pdf .

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

IQB - Lutz Barth
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