15.05.2007 - 16:38 - Politik, Recht & Gesellschaft

Zum Internationalen Tag der Familie am 15. Mai - Familie in ihren verschiedenen Lebensformen unterstützen

Pressemitteilung von: pro familia-Bundesverband
Frankfurt, 15. Mai 2007. „Familie als grundlegende Einheit jeder Gesellschaft, wie sie die UN und WHO am Internationalen Tag der Familie ins öffentliche Bewusstsein rufen, ist heute in vielen verschiedenen Formen lebendig. Diesem gesellschaftlichen Wandel muss die Familienpolitik Rechnung tragen“, betont pro familia. „Gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung dürfen nicht ausschließlich der traditionellen Familienform zuteil werden, wie es konservative Kreise propagieren. Familienpolitik darf nicht dem Schutz bestimmter Lebensformen und somit der Diskriminierung anderer dienen“, fordert Dr. Gisela Notz, Vorsitzende des Bundesverbandes.

„Neben finanziellen Hilfen benötigen Eltern mehr Unterstützung bei der Betreuung und Erziehung ihrer Kinder. Und Kinder brauchen verlässliche Einrichtungen, um gemeinsam mit anderen Kindern soziales Verhalten einzuüben.“ Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verlange zudem eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Rolle von Männern und auch ein Umdenken der Wirtschaft, um partnerschaftlichem Handeln und aktiver Vaterschaft mehr Chancen zu eröffnen. Wie im europäischen Ausland längst geschehen, müssten entsprechende Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Mütter und Väter tatsächlich die Möglichkeit haben, Familie und Berufstätigkeit zu vereinbaren. „Neue familienunterstützende Maßnahmen dürfen aber nicht zu Kürzungen bestehender Leistungen führen“, erklärt Dr. Notz. Die wachsende Armut vieler Familien mache deutlich, dass weitere finanzielle Verbesserungen vor allem für Frauen und Männer mit niedrigem Einkommen dringend notwendig seien.

Zusammen mit 15 anderen Verbänden hat sich pro familia heute in einem offenen „Familienpolitischen Appell“ an die Bundesregierung gewandt und eine Familienpolitik gefordert, die alle Kinder fördert, anstatt mit einem Familiensplitting einige wenige Familien zu unterstützen (www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/dokumentation/).

pro familia warnt außerdem davor, in der aktuellen Diskussion um den Rückgang der Geburten ein Leben ohne Kinder zu diskriminieren. Jeder Mensch habe das Recht, sein Leben entsprechend seinen Vorstellungen und Fähigkeiten in eigener Verantwortung zu planen und zu gestalten. pro familia wendet sich gegen jede politische Vereinnahmung bestimmter Lebensweisen und engagiert sich für die Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Lebensentwürfen. Selbstbestimmung und soziale Gerechtigkeit sind Grundsätze, denen sich der Verband seit 55 Jahren verpflichtet sieht. Sie spiegeln sich in seinem breiten Angebot an qualifizierter Beratung für jede Generation, in jeder Beziehung und Lebenslage und in seinem politischen Engagement für die Interessen der Ratsuchenden wider.

Regine Wlassitschau
interne & externe Kommunikation

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pro familia setzt sich seit 1952 für die Interessen von Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern auf dem Gebiet der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte ein. Der Verband ist Gründungsmitglied der International Planned Parenthood Federation (IPPF) und gehört heute national wie europaweit zu den bedeutendsten nichtstaatlichen Dienstleistern der Sexualpädagogik, Familienplanungs-, Sexual- und Schwangerschaftsberatung. In den 160 Beratungsstellen in Deutschland finden Menschen aller Religionen und Nationalitäten fachlich qualifizierte Information und Beratung und sexualpädagogische Unterstützung. Ein Schwerpunkt des Arbeitsprogramms ist die besondere Förderung und Unterstützung sozial benachteiligter Gruppen in der Bevölkerung. Der pro familia-Bundesverband wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell gefördert.

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