10.05.2007 - 14:37 - Industrie, Bau & Immobilien

Sozial-Mieter sollen Steuersenkungen für Dax-Konzerne finanzieren

Pressemitteilung von: VdW Bayern / PR Agentur: Agentur ComMenDo
VdW Bayern: Geplante Sondersteuer für ehemals gemeinnützige Wohnungsunternehmen kostet Milliarden

München, 10.05.2007 – Die von den Bundesländern zur Gegenfinanzierung der Unternehmenssteuerreform vorgeschlagene Sondersteuer könnte das Aus für viele Wohnungsunternehmen bedeuten. Betroffen sind vor allem kommunale Wohnungsunternehmen und Wohnungsgenossenschaften, auf die Steuerforderungen in Höhe von sechs Milliarden Euro zukommen. „Damit müssten Sozial-Mieter und Einkommensschwache für die steuerliche Entlastung von Großunternehmen bezahlen“, sagt Xaver Kroner, Verbandsdirektor des VdW Bayern (Verband bayerischer Wohnungsunternehmen).

Schon am Freitag, den 11. Mai, wird der Bundesrat über die Einführung einer Abgeltungssteuer für unversteuertes Eigenkapital von Unternehmen, so genannte EK 02-Bestände, abstimmen. Von dieser Besteuerung wären besonders die ehemals gemeinnützigen Wohnungsunternehmen betroffen, deren EK 02-Bestände rund 80 Milliarden Euro betragen. Bei einer geplanten Pflicht zur Abgeltung von 7,5 Prozent würde dies eine Belastung der sozial-orientierten Wohnungswirtschaft in Höhe von sechs Milliarden Euro bedeuten.

„Allein die ehemals gemeinnützigen Münchner Wohnungsunternehmen müssten mehr als eine halbe Milliarde Euro Steuern zahlen – und das ohne Rechtsgrund“, rechnet Kroner vor. Denn es geht um die Besteuerung von unternehmenseigenem Kapital, das im Wohnungsbestand gebunden ist und nicht an die Eigentümer ausgeschüttet werden soll. Dafür war nach dem Ende der Wohnungsgemeinnützigkeit die Steuerfreiheit gesetzlich festgeschrieben worden.

„Offensichtlich sollen die Wohnungsunternehmen nun auf diesem Weg gezwungen werden, einen Großteil ihrer Wohnungen zu verkaufen“, so Kroner. Die Bundesregierung müsse diesen Wahnsinn stoppen, so der dringende Appell des Verbandesvorstands.
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Im VdW Bayern sind knapp 500 bayerische Wohnungsunternehmen zusammengeschlossen – darunter 338 Wohnungsgenossenschaften und 83 kommunale Wohnungsunternehmen. Die Mitgliedsunternehmen verwalten rund 560.000 Wohnungen, in denen ein Fünftel aller bayerischen Mieter wohnen.

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