10.05.2007 - 09:12 - Gesundheit & Medizin
Das Ärztehasserbuch – nur eine Nachtlektüre für den Pfeifenbläser?
Pressemitteilung von: IQB - Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht - Lutz Barth
Dr. Werner Bartens (40), Autor des neuen Bestsellers „Das Ärztehasserbuch“, hat einen prominenten Partner für seine Werbekampagne gefunden: die „Bild-Zeitung“. In den kommenden Tagen werden die gesunden, aber vor allem auch die mehr oder weniger erkrankten Bürgerinnen und Bürger mit der katastrophalen Situation in deutschen Gesundheitseinrichtungen, vorzugsweise den Krankenhäusern, konfrontiert. Bereits die morgendliche Lektüre der großen Boulevardzeitung lässt den Leser, und derer gibt es viele, an den Entgleisungen deutscher Ärzte teilhaben und alle stimmen ein in das allseits bekannte Lied: wir haben es schon immer gewusst. Die „Götter in Weiß“ sind medienpräsent und es werden sich die Stimmen mehren, die den Ärzten und Ärztinnen vermeintlich das ruchlose Handwerk legen wollen. Zwischen Kaffee, Tee und Leberwurstbrötchen oder mit einem anderen Aufschnitt belegten Frühstückssnack liest der Interessierte kurz und bündig kurzweilige Geschichten über die Misserfolge einer gesamten Profession: Ein im Rekordtempoversuch vorgenommener Kaiserschnitt – freilich zum Tode der Gebärenden führend – scheint den Leser in genau die Stimmung zu versetzen, die er für sein vor ihm liegenden Arbeitstag benötigt. Sein Frust wendet sich gegen die deutschen Ärzteschaft. Aber nun ist es nicht so, dass das Informationsinteresse überwiegt: nein, die Durchbrechung des ganz alltäglichen Wahnsinns mit seiner erdrückenden Atmosphäre durch kurzweilige und zuweilen spannende Geschichten hellen die Stimmung auf und die Leserinnen und Leser werden nach unreflektierter Lektüre wieder ihren neuen Arbeitstag antreten. Für Gesprächsstoff in den Arbeitspausen ist gesorgt, wobei nicht ganz klar zu scheint, ob die sich räkelnde Dame, die Fußballergebnisse oder das bunte Treiben Prominenter nicht doch größeres Interesse erweckt als dass ohnehin bekannte und mal endlich in aller Deutlichkeit angesprochene verrohte und nicht von Fürsorge und Hingabe geprägte ärztliche Handeln. Sei es drum: für eine Auflagenstärke der Boulevardzeitung ist gesorgt, der Autor kurzweiliger Horrorgeschichten ist dankbar für die Werbung und der Präsident der Bundesärztekammer rügt mit wohlgesetzten Worten kurz vor dem bevorstehenden Ärztetag die alljährliche Schlammschlacht gegen die Ärzteschaft, die in bewegten Zeiten schon mal ihre Patienten in Geiselhaft nehmen, so jedenfalls die Einschätzung mancher Politiker.
Die whistleblower – Preise für das Jahr 2007 sind bereits vergeben, aber Herr Bartens scheint als ernsthafter Kandidat für das Jahr 2008 in Frage zu kommen. Lassen wir ihm die „Ehre“ zuteil werden, die ihm gebührt: wir dürfen „dankbar“ sein für seine schonungslose Abrechnung mit dem ärztlichen Berufsstand. Wen kümmert es da schon, dass eigentlich die Arzt-Patienten-Beziehung von besonderem Vertrauen geprägt ist bzw. sein soll? Stigmatisieren wir den gesamten Berufsstand der Ärzte, denn dies scheint eine allgemeine Tendenz zu sein, die wir in unserer Gesellschaft beobachten können. Das Leberwurstbrötchen ist vertilgt, der Kaffee dampft in der Tasse und so endet dieser Kommentar am Morgen des 10. Mai mit den besten Wünschen für einen stressfreien Tag, an dem hoffentlich nicht ein Arztbesuch ansteht: denn dies könnte zu behandlungsbedürftigen Magenverstimmungen führen und ihnen „wird nicht geholfen“.
So – nun der Worte genug. Fragen Sie künftig nicht ihren Arzt oder Apotheker, sondern holen Sie sich Rat bei dem Autor des Büchleins oder schreiben Sie einen Leserbrief an die große Boulevardzeitung mit der Bitte um Anamnese, Diagnose und Therapie. Dort wird Ihnen geholfen!
Lutz Barth
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
IQB - Lutz Barth
Anholtstr. 7, 28750 Bremerhaven
Tel. 0471 / 50 40 541
Internetportal: www.iqb-info.de
E-Mail:
Das Internetportal rund um das Medizin-, Pflege- und Psychiatrierecht. Wir möchten mit unserer Webpräsenz einen Beitrag nicht nur zum Recht leisten, sondern auch gelegentlich kritisch zu den Themen unserer Zeit Position beziehen. Es geht nicht immer um die "ganz herrschende Meinung und Lehre", denn auch diese ist weitestgehend eine Illusion und Ausdruck verschiedenster Interessen - auch und gerade im Recht!
Die whistleblower – Preise für das Jahr 2007 sind bereits vergeben, aber Herr Bartens scheint als ernsthafter Kandidat für das Jahr 2008 in Frage zu kommen. Lassen wir ihm die „Ehre“ zuteil werden, die ihm gebührt: wir dürfen „dankbar“ sein für seine schonungslose Abrechnung mit dem ärztlichen Berufsstand. Wen kümmert es da schon, dass eigentlich die Arzt-Patienten-Beziehung von besonderem Vertrauen geprägt ist bzw. sein soll? Stigmatisieren wir den gesamten Berufsstand der Ärzte, denn dies scheint eine allgemeine Tendenz zu sein, die wir in unserer Gesellschaft beobachten können. Das Leberwurstbrötchen ist vertilgt, der Kaffee dampft in der Tasse und so endet dieser Kommentar am Morgen des 10. Mai mit den besten Wünschen für einen stressfreien Tag, an dem hoffentlich nicht ein Arztbesuch ansteht: denn dies könnte zu behandlungsbedürftigen Magenverstimmungen führen und ihnen „wird nicht geholfen“.
So – nun der Worte genug. Fragen Sie künftig nicht ihren Arzt oder Apotheker, sondern holen Sie sich Rat bei dem Autor des Büchleins oder schreiben Sie einen Leserbrief an die große Boulevardzeitung mit der Bitte um Anamnese, Diagnose und Therapie. Dort wird Ihnen geholfen!
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