08.05.2007 - 16:57 - Energie & Umwelt

BRENNSTOFFSPIEGEL-Energiepreistrend für Deutschland April 2007: Vorsicht vor Fehleinschätzungen

Pressemitteilung von: BRENNSTOFFSPIEGEL und mineralölrundschau

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LEIPZIG – Die Preisentwicklung der wichtigsten Energieträger im deutschen Wärmemarkt verlief im April 2007 sehr unterschiedlich. Gerade deshalb ist ein Vorjahresvergleich nötig, will man die aktuellen Energiekosten in die richtige Relation bringen.

Im Langfrist-Vergleich zeigt sich indes ein ganz anderes Bild:
Im April 2007 lag der Durchschnitt der Notierung für Rohöl der Sorte Brent an der ICE Futures in London mit 67,64 Dollar/Barrel rund 2,60 Dollar günstiger als vor einem Jahr. Der schwache Dollar – der Kurs fiel im Verhältnis zum Euro um 12,5 Cent gegenüber April 2006 – drückte den Heizölpreis im deutschen Endverbrauchermarkt zusätzlich.
Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Heizölkunden daher ordentlich sparen. Bei einer 3.000 Liter-Partie immerhin rund 170 Euro. Denn vor einem Jahr war Heizöl noch fast 10 Prozent teurer (63,20 Euro/100 Liter)
Allerdings machten die Kunden nur wenig Gebrauch von diesen günstigen Konditionen. Im ersten Quartal ging der Heizölabsatz um rund 38 Prozent zurück und auch im April nahm die Nachfrage nach Berichten aus Branchenkreisen nicht zu.
Die Preiserhebung der BRENNSTOFFSPIEGEL-Redaktion deckt sich mit offiziellen Daten:
Das Statistische Bundesamt ermittelte für Heizöl eine Preissteigerung gegenüber dem Vormonat zwischen 3,6 Prozent und 5,4 Prozent. Dagegen war Heizöl im April 2007 nach den Wiesbadener Statistikern 6,1 bis 11,4 Prozent.

Erdgas wurde billiger
Das genau umgekehrte Bild vermitteln die Erdgaspreise. Diese liegen trotz einer Reduzierung um 3,1 Prozent im Vergleich zum März noch immer einschl. MwSt. und Grundpreisen 3,5 Prozent über denen des vergangenen Jahres. Das Statistische Bundesamt veröffentlichte hier einen Preisabschlag zwischen - 3,6 und - 5,1 Prozent gegenüber dem Vormonat und Mehrkosten zwischen 0,3 und 4,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Trotz der gegenläufigen Energiekostenentwicklung im April blieb Heizöl somit fast 23 Prozent preiswerter als Erdgas. Allerdings gibt es dabei große regionale Schwankungen.
Thüringen hatte mit 30,2 Prozent das größte Handicap im Gasbezug im Vergleich zum Heizöleinkauf. Es folgen Brandenburg 29,9 mit Prozent und Sachsen mit 28,9 Prozent.
Die niedrigsten Gasbezugsmehrkosten hatten die Städte Oldenburg (3,0 Prozent), der Landkreis Vechta mit 5,8 Prozent und Emden mit 7,3 Prozent. (Auswertung von 161 deutschen Städten)

Holzpelletspreise weiter unter Druck
Was sich bereits im März andeutete, hielt im April an. Die Preise für Holzpellets sanken weiter und liegen nun bei Abnahme von sechs Tonnen im Bundesdurchschnitt bei rund 215 Euro Pro Tonne. Dieser Preis enthält die MwSt. und die Einblaspauschale, die je nach Lieferant und regionalen Marktbedingungen zwischen 15 und 32 Euro schwankt. Allerdings waren auch die kleinen Presslinge 2006 noch preiswerter als derzeit. Der Preisdruck hält nach Brancheneinschätzung aber an, sodass Hozpellets bald wieder so günstig sein dürften, wie im vergangenen Jahr.

Flüssiggasmarkt zeigt sich Kundenfreundlich.
Einzig die Flüssiggaspreise zeigen im deutschen Wärmemarkt einen eindeutige Entwicklung nach unten. Flüssiggas bleibt aber im Vergleich zu anderen Energieträgern teuer, wobei hier erhebliche Unterschiede bestehen, sowohl regional, wie zwischen den einzelnen Anbietern und bezüglich der Vertragsgestaltung. Dadurch können die ermittelten Durchschnittswerte stark von einzelnen Lieferkonditionen abweichen.

Den Preiserhebungen der BRENNSTOFFSPIEGEL-Redaktion liegen monatlich rund 1.400 Einzeldaten zugrunde. Dies liefert einen umfassenden und neutralen Überblick über die Entwicklung der Energiekosten für private Endverbraucher im deutschen Wärmemarkt.

Übersichtliche Diagramme mit Preisentwicklungen wichtiger Energieträger im deutschen Wärmemarkt nach Bundesländern finden Sie unter www.brennstoffspiegel.de

Der Schnellvergleich
Soviel kostete die Wärme im April 2007
Energiepreise im bundesdeutschen Durchschnitt,
Vergleichsbasis: Energiemenge von 3.000 Liter Heizöl EL, inkl. MwSt. in Euro

Bildunterschrift:
Heizölpreise zogen an
Im bundesdeutschen Durchschnitt haben sich die Heizölpreise im April 2007 im Vergleich zu März um 4,1 Prozent erhöht. (Endverbraucherpreise bei Abnahme von 3.000 Liter Heizöl EL, Standardqualität, inkl. MwSt.)
Durchschnitt der Tageserfassungen April 2007: 57,56 Euro/100 Liter; März 2007: 55,30 Euro/100 Liter).


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