08.05.2007 - 12:23 - Energie & Umwelt
Akute Gefahr auch für Zwergwale - NABU, GDR und GSM fordern: Erdgassuche auf der Doggerbank aussetzen
Pressemitteilung von: Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
Nach Beobachtungen und Meldungen von Naturschützern hält sich derzeit auf der „Doggerbank“ eine große Zahl von Zwergwalen auf. Die Tiere sind auf der Wanderung zu den nördlich gelegenen Nahrungsgebieten im Gebiet aufgetaucht. Die bis zu zehn Meter langen Bartenwale sind jedoch akut durch die seit Anfang April laufende Suche nach Ergaslagern der Wintershall AG, Tochterfirma der BASF, gefährdet. „Die Explorationsarbeiten von Wintershall verursachen einen infernalischen Lärm, der für Meeressäuger tödlich sein kann“, warnen NABU Schleswig-Holstein, Gesellschaft zum Schutz der Meeressäugetiere (GSM) und Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD). Sie fordern, die weitere Suche auszusetzen, bis neue Erkenntnisse über das Auftreten von Zwergwalen im Gebiet vorliegen.
Bei der Erdgassuche feuern 62 Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem reflektierten Schall hoffen Geophysiker ablesen zu können, wo sich Erdgaslagerstätten befinden. Die Lautstärke von teils über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer Nähe wirkt der Schall tödlich.
„Die Zwergwale haben auf ihrer jährlichen Wanderroute von den südlichen Fortpflanzungsgebieten in ihre weiter nördlich gelegenen Nahrungsgründe bei Island, Grönland und Spitzbergen offensichtlich in der Nordsee Station gemacht. Leider ist der Empfang alles andere als freundlich“, erklärt GRD-Biologe Ulrich Karlowski.
Bereits Anfang März hatten NABU, GRD und GSM auf das Problem der Gefährdung von Schweinswalen im Gebiet aufmerksam gemacht und dabei auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel aufgefordert, die Erdgassuche im Schutzgebiet Doggerbank zu untersagen.
Bis zu 20.000 Schweinswale könnten aus ihrem Lebensraum vertrieben werden, in dem auch ein großer Teil der Jungtiere zur Welt kommt. Das unvermutete Auftreten einer größeren Zahl von Zwergwalen im Gebiet bestätigt jetzt noch einmal die massiven Bedenken der Naturschutzorganisationen wegen des mangelhaften Schutzes von Meeressäugern.
„Dass ausgerechnet in einem EU-rechtlich als Natura 2000-Oase geschützten Gebiet wie die Doggerbank solche für Meeressäuger schädliche, bisweilen tödliche Aktivitäten in Deutschland beantragt und genehmigt werden, ist kennzeichnen für die mangelnde Ernsthaftigkeit, mit der Meeresschutzpolitik umgesetzt wird“, betonen die drei Naturschutzverbände. „Deutschland verspielt ausgerechnet im Vorfeld der Tagung der Internationalen Walfang-Kommission seine Glaubwürdigkeit beim Walschutz.“
Das Netz „Natura 2000“, in dem das europäische Naturerbe nachhaltig gesichert werden soll, sollte eigentlich eine Grundlage dafür sein, die EU-rechtlich festgelegten Schutzbestimmungen konsequent und vorangehend anzuwenden.
Neben der Erdgassuche sind Meeressäugetiere in deutschen Hoheitsgewässern auch durch die Sprengung von Kriegsmunition, Ramm- und Bauarbeiten im Rahmen der Errichtung von Offshore-Windparks, Öl- und Gasfördereinrichtungen sowie militärische Sonare zur U-Bootortung bedroht.
GRD: Ulrich Karlowski, Tel.: 089 - 7416 04 10
GSM: Hans-Jürgen Schütte , Tel. 04106 - 4712
NABU-SH: Ingo Ludwichowski, Tel. 0160 – 962 30 512
Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
Society for Dolphin Conservation, Germany
Kornwegerstr. 37 - 81375 München - Germany
Tel.: +49-89-74 16 04 10 - Fax: +49-89-74 16 04 11
E-Mail:
Webseite: www.delphinschutz.org
1. Vorsitzender: Rollo Gebhard / V.i.S.d.P.: Ulrich Karlowski
Vereinsregister 13487, Amtsgericht München / FA-München - USt-IDNr.: DE166760398
Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.:
1991 gründete der dreifache Weltumsegler Rollo Gebhard die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). „Es ist meine Verpflichtung“, begründete Rollo Gebhard den mutigen Schritt, erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Thunfischfänger. Getreu seinem Motto „Kein Weg ist zu weit, kein Ziel zu fern“ brachte er die Thunfischindustrie in Deutschland durch einen spektakulären Boykott-Aufruf an den Verhandlungstisch. Seitdem haben sich über 95 Prozent der deutschen Thunfisch-Importeure verpflichtet, keinen mit Treibnetzen oder durch Umkreisen von Delfinen gefangenen Thunfisch anzubieten.
Heute ist die GRD eine weltweit tätige Naturschutzorganisation und die einzige in Deutschland, die sich schwerpunktmäßig für den Schutz wild lebender Delfine und den Erhalt ihrer Lebensräume einsetzt. Wir kämpfen gegen delfintödliche Fischereimethoden, die Jagd auf Delfine, sorgen für die Ausweisung von Delfinschutzgebieten und die Einführung von Schutzgesetzen. „Um Hilfe können Delfine nicht rufen, aber die Signale sind deutlich: ihre Anzahl geht weltweit zurück“, warnt Rollo Gebhard.
Mit unseren Projekten schützen wir bedrohte Delfine und ihre Lebensräume!
Deutschland – Thunfisch-Kontrollprogramm (SAFE): SAFE bewahrt Tausende Wale und Delfine vor dem grausamen Beifangtod. Publikation einer Verbraucher-Checkliste mit den bestätigten "delfinsicheren" Thunfischmarken.
Peru: Kampf gegen die illegale Delfinjagd, Dynamitfischerei und Meeresverschmutzung gemeinsam mit unseren peruanischen Partnern von der Meeresschutzorganisation ACOREMA.
Adria (Kroatien): Seit 2000 kämpfen wir mit unseren Partnern unter Einsatz eines Patrouillenboots für das Überleben der letzten ca. 220 Adria-Delfine.
Spanien: Einrichtung eines Schutzgebietes bei La Gomera (Kanarische Inseln), Aufbau von ökologischem Wal- und Delfinbeobachtungstourismus.
Mosambik: Einrichtung eines Schutzgebiets für eine kleine Population von Buckeldelfinen bei der Inhaca-Insel (Bucht von Maputo).
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Dominica: Aufbau und Einrichtung der ersten Walforschungsstation in der Karibik, Etablierung eines Pottwalschutzgebietes.
Nord- und Ostsee: Schutz unserer bedrohten heimischen Schweinswale in Kooperation mit NABU, BUND, Gesellschaft zum Schutz
Bei der Erdgassuche feuern 62 Druckluftpulser von Schiffen aus alle sieben Sekunden einen lauten, explosionsartigen Knall ab, der über den Wasserkörper tief in die Erdkruste eindringt. Aus dem reflektierten Schall hoffen Geophysiker ablesen zu können, wo sich Erdgaslagerstätten befinden. Die Lautstärke von teils über 260 dB kann bei Walen und Delfinen schwere Gehörschäden bis zur Taubheit hervorrufen, in unmittelbarer Nähe wirkt der Schall tödlich.
„Die Zwergwale haben auf ihrer jährlichen Wanderroute von den südlichen Fortpflanzungsgebieten in ihre weiter nördlich gelegenen Nahrungsgründe bei Island, Grönland und Spitzbergen offensichtlich in der Nordsee Station gemacht. Leider ist der Empfang alles andere als freundlich“, erklärt GRD-Biologe Ulrich Karlowski.
Bereits Anfang März hatten NABU, GRD und GSM auf das Problem der Gefährdung von Schweinswalen im Gebiet aufmerksam gemacht und dabei auch Bundesumweltminister Sigmar Gabriel aufgefordert, die Erdgassuche im Schutzgebiet Doggerbank zu untersagen.
Bis zu 20.000 Schweinswale könnten aus ihrem Lebensraum vertrieben werden, in dem auch ein großer Teil der Jungtiere zur Welt kommt. Das unvermutete Auftreten einer größeren Zahl von Zwergwalen im Gebiet bestätigt jetzt noch einmal die massiven Bedenken der Naturschutzorganisationen wegen des mangelhaften Schutzes von Meeressäugern.
„Dass ausgerechnet in einem EU-rechtlich als Natura 2000-Oase geschützten Gebiet wie die Doggerbank solche für Meeressäuger schädliche, bisweilen tödliche Aktivitäten in Deutschland beantragt und genehmigt werden, ist kennzeichnen für die mangelnde Ernsthaftigkeit, mit der Meeresschutzpolitik umgesetzt wird“, betonen die drei Naturschutzverbände. „Deutschland verspielt ausgerechnet im Vorfeld der Tagung der Internationalen Walfang-Kommission seine Glaubwürdigkeit beim Walschutz.“
Das Netz „Natura 2000“, in dem das europäische Naturerbe nachhaltig gesichert werden soll, sollte eigentlich eine Grundlage dafür sein, die EU-rechtlich festgelegten Schutzbestimmungen konsequent und vorangehend anzuwenden.
Neben der Erdgassuche sind Meeressäugetiere in deutschen Hoheitsgewässern auch durch die Sprengung von Kriegsmunition, Ramm- und Bauarbeiten im Rahmen der Errichtung von Offshore-Windparks, Öl- und Gasfördereinrichtungen sowie militärische Sonare zur U-Bootortung bedroht.
GRD: Ulrich Karlowski, Tel.: 089 - 7416 04 10
GSM: Hans-Jürgen Schütte , Tel. 04106 - 4712
NABU-SH: Ingo Ludwichowski, Tel. 0160 – 962 30 512
Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.
Society for Dolphin Conservation, Germany
Kornwegerstr. 37 - 81375 München - Germany
Tel.: +49-89-74 16 04 10 - Fax: +49-89-74 16 04 11
E-Mail:
Webseite: www.delphinschutz.org
1. Vorsitzender: Rollo Gebhard / V.i.S.d.P.: Ulrich Karlowski
Vereinsregister 13487, Amtsgericht München / FA-München - USt-IDNr.: DE166760398
Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V.:
1991 gründete der dreifache Weltumsegler Rollo Gebhard die Gesellschaft zur Rettung der Delphine e.V. (GRD). „Es ist meine Verpflichtung“, begründete Rollo Gebhard den mutigen Schritt, erschüttert vom millionenfachen Sterben der Delfine in den Treibnetzen der Thunfischfänger. Getreu seinem Motto „Kein Weg ist zu weit, kein Ziel zu fern“ brachte er die Thunfischindustrie in Deutschland durch einen spektakulären Boykott-Aufruf an den Verhandlungstisch. Seitdem haben sich über 95 Prozent der deutschen Thunfisch-Importeure verpflichtet, keinen mit Treibnetzen oder durch Umkreisen von Delfinen gefangenen Thunfisch anzubieten.
Heute ist die GRD eine weltweit tätige Naturschutzorganisation und die einzige in Deutschland, die sich schwerpunktmäßig für den Schutz wild lebender Delfine und den Erhalt ihrer Lebensräume einsetzt. Wir kämpfen gegen delfintödliche Fischereimethoden, die Jagd auf Delfine, sorgen für die Ausweisung von Delfinschutzgebieten und die Einführung von Schutzgesetzen. „Um Hilfe können Delfine nicht rufen, aber die Signale sind deutlich: ihre Anzahl geht weltweit zurück“, warnt Rollo Gebhard.
Mit unseren Projekten schützen wir bedrohte Delfine und ihre Lebensräume!
Deutschland – Thunfisch-Kontrollprogramm (SAFE): SAFE bewahrt Tausende Wale und Delfine vor dem grausamen Beifangtod. Publikation einer Verbraucher-Checkliste mit den bestätigten "delfinsicheren" Thunfischmarken.
Peru: Kampf gegen die illegale Delfinjagd, Dynamitfischerei und Meeresverschmutzung gemeinsam mit unseren peruanischen Partnern von der Meeresschutzorganisation ACOREMA.
Adria (Kroatien): Seit 2000 kämpfen wir mit unseren Partnern unter Einsatz eines Patrouillenboots für das Überleben der letzten ca. 220 Adria-Delfine.
Spanien: Einrichtung eines Schutzgebietes bei La Gomera (Kanarische Inseln), Aufbau von ökologischem Wal- und Delfinbeobachtungstourismus.
Mosambik: Einrichtung eines Schutzgebiets für eine kleine Population von Buckeldelfinen bei der Inhaca-Insel (Bucht von Maputo).
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
Dominica: Aufbau und Einrichtung der ersten Walforschungsstation in der Karibik, Etablierung eines Pottwalschutzgebietes.
Nord- und Ostsee: Schutz unserer bedrohten heimischen Schweinswale in Kooperation mit NABU, BUND, Gesellschaft zum Schutz
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