(openPR) „Krampfadern sind nicht nur ein kosmetisches Problem, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung“ mahnt Univ.-Prof. Dr. Sanja Schuller-Petrovic, Präsidentin der Ö. Gesellschaft für Phlebologie und dermatologische Angiologie. „Die Angst vor einer Venenoperation führt dazu, dass viele Patienten deswegen eine Behandlung vermeiden oder unnötig hinausschieben. Mittlerweile gibt es aber eine sehr positive Entwicklung in der Venentherapie: die Schaumverödung (Sklerotherapie) von Krampfadern erlebt durch verbesserte und vereinfachte Techniken der Mikroschaumherstellung eine Renaissance“. Dabei werden die betroffenen Venen nicht herausgenommen, sondern lediglich mit Hilfe eines Mikroschaumes verklebt. Die Methode kann ambulant und ohne Anästhesie in der Ordination durchgeführt werden und ist so gut wie schmerzlos, der Patient bleibt mobil und arbeitsfähig. Es gibt keine sichtbaren Narben. Das neue Produkt heisst EasyFoam (Wirkstoff Polidocanol) und wird - zusammen mit dem innovativen Sprtzenset zur Erzeugung des Mikroschaums - in Österreich von SiKo-Pharma vertrieben.
Venenerkrankungen sind eine Volkskrankheit
Jede 5. Frau und jeder 6. Mann hat eine funktionelle Störung der Venen. Aus der 2003 publizierten „Bonner Venenstudie“ weiß man sogar, dass nur 10% der Bevölkerung völlig frei von Venenveränderungen ist. Leider werden Krampfadern nicht nur von PatientInnen, sondern auch von vielen Ärzten als eine kosmetische Störung klassifiziert und oft erst bei einsetzenden Schmerzen viel zu spät behandelt. Prof. Schuller-Petrovic: „Deshalb empfiehlt die Ö. Gesellschaft für Phlebologie eine rechtzeitige Venenuntersuchung bei allen Personen mit Anzeichen einer Venenerkrankung. Vor allem bei jenen, in deren Familie Krampfadern vorkommen. Die Untersuchung ist völlig schmerzlos und wird meist mit Duplex-Ultraschall durchgeführt.“
Auch der Wiener Venenspezialist Dr. Bernhard Partsch begrüßt die neuen Möglichkeiten: „Studien haben die Effizienz der Schaumverödung auch bei der Behandlung großer Varizen nachgewiesen. In der Behandlung des therapierbaren – aber letztlich unheilbaren – Krampfadernleidens ist die Schaumverödung auf Grund der leichten Wiederholbarkeit zweifellos eine zukunftsweisende Alternative. Das macht die Schaumverödung auch gegenüber anderen gering invasiven Methoden attraktiv.“
Während früher die konventionelle Verödung in erster Linie zur Behandlung von Besenreisern und relativ kleinen Varizen verwendet wurde, eröffnet sich durch die Schaumsklerosierung in Kombination mit hochauflösenden Ultraschallsonden auch die Möglichkeit, sogar Stammvarizen unter Ultraschallkontrolle erfolgreich zu behandeln. Andere minimalinvasive Methoden zur Behandlung von Stammvarizen, wie z. B. die endoluminale Ablation mit Laserenergie oder Radiofrequenzwellen, sind - so Partsch – verhältnismäßig aufwändig und kostenintensiv. Partsch empfiehlt PatientInnen, sich an Venenspezialisten zu wenden, die ausreichende Erfahrung in konventioneller Sklerotherapie und eine fundierte Ausbildung in der Untersuchungstechnik mit Duplexultraschall haben.
Wie entstehen Krampfadern?
Durch die Erweiterung der Venen schließen die Venenklappen nicht mehr, die Pumpfunktion der Venen versagt. Es kommt zu einem Blut-Stau in den Beinen. Der dadurch erhöhte Druck in den Venen führt mit der Zeit zu einem Austritt von Flüssigkeit in das Bindegewebe mit Schwellungen und Spannungsgefühl in den Beinen. Die PatientInnen sind wesentlich anfälliger für Venenentzündungen mit Thrombosen. Später kommt es zu Hautverfärbungen und Entzündungen, die zu Verhärtungen der Haut und des darunter liegenden Gewebes führen. Bei etwa 1% der Gesamtbevölkerung kommt es schließlich zu einem offenen Bein, dem so genannten Ulcus cruris. Die Behandlung dieser schweren Komplikation ist sehr aufwändig. Die Lebensqualität dieser Patienten ist dadurch deutlich verschlechtert. Eine frühe Behandlung ist deshalb sehr wichtig, weil damit nicht nur die Behandlung leichter und billiger wird, sondern weil dem Patienten viel Leid erspart bleibt.
Wie funktioniert die Schaumverödung?
Bei dieser innovativen Mikroschaumverödung wird das Verödungsmittel mit Luft in einem bestimmten Verhältnis vermischt und aufgeschäumt. Der Mikroschaum erlaubt es, eine gezielte Verödung eines bestimmten Gefäßabschnittes durchzuführen, da er das Blut für einige Minuten aus der Vene verdrängt, bevor er sich wieder auflöst. Durch den Kontakt des Verödungsmittels Polidocanol mit der Gefäßwand wird diese bewusst geschädigt, so dass sie in der Folge vom Körper abgebaut wird. Die Methode ermöglicht einen besseren Effekt mit weniger Nebenwirkungen. Zur Behandlung von Stammvenen wird der Mikroschaum unter Ultraschall-Sichtkontrolle eingespritzt. Der Arzt sieht genau, wie sich der Schaum in der Vene verteilt. Und das Ganze funktioniert nahezu schmerzlos.
Die Schaumverödung ist keine einmalige Therapie. Oft sind mehrere Sitzungen nötig, um das gewünschte Resultat zu erzielen. Nach Abschluss der Behandlung sollten die betroffenen Regionen jedes Jahr klinisch kontrolliert werden.
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