27.04.2007 - 19:51 - Freizeit, Buntes, Vermischtes

Märkische Fischstrasse und Landesfischereiverband: Fisch des Jahres und biologische Sensation zur BraLa 2007

Pressemitteilung von: Märkische Fischstrasse BrandenburgBerlin e.V.
Der Saibling, Brandenburgs Fisch des Jahres 2007, und die einzigartige Fontanemaräne stehen im Zentrum der Präsentation der brandenburgischen Fischerei auf der BraLa 2007. Im Fischereisektor werden die Dienstleistungen im Angeltourismus, in der Direktvermarktung und in der Produktveredelung zunehmend erweitert.

Die brandenburgische Erwerbs- und Angelfischerei wird auf der BraLa 2007 durch die Märkische Fischstrasse und den Landesfischereiverband Brandenburg/Berlin e.V. vertreten. Sie nutzen die „kleine Grünen Woche“ vom 17. – 20. Mai in Paaren/Glien (HVL), um über ihre Angebote und Dienstleistungen zu informieren. Dabei stellen sie den Saibling, Brandenburgs Fisch des Jahres 2007, und die Fontanemaräne vor. Dies ist eine Fischart, der weltweit einzigartig ist und nur im Stechlinsee im Norden Brandenburgs vorkommt.

Der Saibling (lat.: Salvelinus ) erfreut sich, nicht zuletzt durch die Aktivitäten der Märkischen Fischstrasse, einer immer größeren Beliebtheit in unserer Region. Er ist ein hervorragender Speisefisch. Auf einer Kochwerkstatt hatten die Köche der Märkischen Fischstrasse jüngst die Qualitäten dieses Forellenfisches bestätigt. Trotz der hohen Anforderungen an die ökologischen Bedingungen (kaltes, klares Süßwasser) in der fischereiwirtschaftliche Nach- und Aufzucht gibt es in Brandenburg Fischereien, die Saiblinge aufziehen und vermarkten, wie bzw. die Binnenfischerei Potsdam (Niemegk, PM), die Forellenzucht Gesundbrunnen (Rottstock/Fläming), die Ruppiner Fischaufzucht und Handels GmbH (Zippelsförde, OPR), die Forellen- und Saiblingszucht Kunsterspring in Gühlen-Glienicke (OPR) sowie Peitzer Edelfisch (Peitz, SPN).

Die Fontanemaräne (lat: Coregonus fontanae) wurde 2003 von Wissenschaftlern des Berliner Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei im Stechlin entdeckt. Mit etwa 15 Zentimetern Länge ist er aus fischereiwirtschaftlicher Sicht eher uninteressant, evolutionsbiologisch betrachtet ist der kleine Fisch aber durchaus eine große Sensation, denn dieser Fisch lebt ausschließlich im Stechlinsee. Seinen Namen erhielt der Fisch zu Ehren von Theodor Fontane, der 1898 seinen letzten Roman mit dem Titel "Der Stechlin" schrieb. Die Entdeckung neuer Fischarten ist hier zu Lande extrem selten. In den letzten 50 Jahren wurde gerade einmal eine neue Fischart beschrieben.

Peter Wilczynski, Vorsitzender der Märkischen Fischstrasse e.V.: „Mehr als 13 Prozent der gesamten deutschen Wasserfläche befinden sich in Brandenburg. Die Fischerei hat bei uns schon immer neben der Landwirtschaft die Menschen geprägt. Die Märkische Fischstrasse lädt alle ein, sich von den guten Freizeitangeboten der brandenburgischen Fischerei zu überzeugen.“

Beispielhaft für die gesamte Fischerei in Brandenburg stellen zwei Unternehmen ihre Erzeugnisse und ihre Ferien- und Freizeitangebote vor. Fischer Peter Schneiders Revier ist die Schlaubemündung und die Oder. Nach dem sich die Wasserqualität der Oder in den vergangenen Jahren wieder merklich verbessert hat, findet er neben Oderwelsen, Quappen, Hecht, Zander, Wild- und Spiegelkarpfen zunehmend auch wieder Flussneunaugen. Diese Art gedeiht nur bei gutem Wasser. Familie Schneider betreibt die Fischerei bereits in der fünften Generation. Zum Familienbetrieb gehören auch ein Fischrestaurant und Ferienwohnungen sowie das für Ausflugsfahrten genutzte Floß „Blaue Anne“ („Fischerei an der Schlaubemündung“, Peter Schneider, Lindenstr. 21, 15295 Brieskow-Finkenheerd, Tel.: 033609 – 36 833).

Viele Fischereibetriebe bieten ihren frischen Fisch im eigenen Hofladen an. Ferienwohnungen bis hin zum Hotel auf dem Fischerhof sind bei einigen Fischereien weitere wirtschaftlich wichtige Standbeine. Anglerlatein und Geschichten von Fischers Fritze sind überall inbegriffen, ebenso wie Bootvermietung, Bootsfahrten, Fahrradverleih oder auch der Sonnenaufgang über dem See morgens um 4.15 Uhr. Seit Jahren bereits bieten viele Fischer das Angeln in ihren Anlagen an. Die Freigabe des Friedfischangelns im vergangenen Sommer zieht noch mehr Besucher an. Wer darüber hinaus auch auf Raubfisch-Jagd gehen will, benötigt den Fischereischein. Die dafür notwendige Sachkenntnis wird von vielen Fischern und in vielen Anglervereinen vermittelt.

Der Märkische Anglerhof der Familie Hüber aus Bestensee bietet ein weites Spektrum von Weiterbildungsmöglichkeiten für Angler an. Viele Angler wollen auch Raubfische jagen. Dafür ist nach wie vor eine strenge Prüfung vorgeschrieben, die nur nach einer längeren Schulung bestanden werden kann. Dabei geht es in erster Linie um angelspezifische Fachkenntnisse aber auch um Fragen des Tierschutzes wie des Natur- und Umweltschutzes. Die Verbindung von Theorie und Praxis sowie die fachgerechte Anwendung der richtigen Angelgerätschaften sind das Anliegen des Märkischen Anglerhofs (Hauptstr. 48, 15741 Bestensee, Tel.: 033763 – 63158).

Dr. Eberhard Renner, Präsident des Landesfischereiverbandes: „Wir Fischer sind Jäger und Heger. Die Fontanemaräne ist Beweis für die Artenvielfalt in unseren Seen. Darauf sind wir als Fischer stolz. Diese Vielfalt ist Voraussetzung für die Überlebensfähigkeit vieler Fischereien in unserem Land“.

Märkische Fischstrasse Brandenburg/Berlin e.V.
Dorfstr. 1
14513 Teltow-Ruhlsdorf
Tel.: 03328 - 319 150
Fax: 03328 - 319 155


Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Die Märkische Fischstrasse Brandenburg/Berlin e.V. verbindet als „blaues Band“ durch Brandenburg Fischer, Angler, Fischgastronomie, Fischhandel und die Anbieter von Urlaub auf dem Fischerhof und führt sie mit Naturwächtern, Förstern und Bauern zusammen. Ihr Ziel ist es, den gesamten Fischereibereich und das Angeln in der wasserreichsten Region Deutschlands bekannter zu machen und neue Wege zu Kunden und Gästen zu erschließen. Dazu zählen touristische Angebote rund um Fisch und Wasser ebenso wie Koch- und Angelkurse.

In Brandenburg gibt es nach Angaben des Landesfischereiverbandes ca. 160 Fischereibetriebe im Haupterwerb und 120 Fischer im Neben- oder Zuerwerb. Im Jahr 2006 wurden lt. Agrarbericht der Landesregierung etwa 2 100 t Speisefisch in der Seen- und Flussfischerei sowie in der Teichwirtschaft gefangen bzw. produziert. Etwa 82 000 Angler sind in 1 356 regionalen Anglervereinen des Landesanglerverbandes Brandenburg registriert. Geschätzt sind etwa 1 000 Personen im gesamten Bereich der Erwerbs- und Angelfischerei tätig.

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