(openPR) Behandlungszeiten teilweise halbiert: Landesverband Ambulantes Operieren Land Hessen fordert alle Krankenkassen zur Beteiligung auf
Frankfurt/Main - Die „integrierte Versorgung“ macht Patienten schneller wieder fit und senkt außerdem die Kosten der Therapie. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Bremen. Bei der Untersuchung der Dauer der Ar-beitsunfähigkeit von rund 1.700 hessischen Patienten nach einer Kreuzband- oder Schulter-Operation stellte sich heraus, dass viele der nach dem Modell der integrierten Versorgung behandelten Patienten doppelt so schnell wieder fit waren, wie nach altem Vorgehen behandelte Patienten.
„Die von Medicalnetworks aus Kassel in Auftrag gegebene Studie beweist, was wir bisher nur vermutet hatten, dass eine Therapie aus einer Hand zur erheblich schnel-leren Genesung der Patienten beiträgt“, so Dr. med. Thomas Wiederspahn-Wilz, Vorsitzender des Landesverbandes Ambulantes Operieren Land Hessen (LAOH). Die Mitglieder des LAOH, mehr als 265 operativ tätige Anästhesisten und Chirurgen, hatten sich Anfang vergangenen Jahres einem Vertrag über die integrierte Versorgung ihrer Patienten bei Gelenkoperationen mit den hessischen Betriebskrankenkassen (BKK) und Medicalnetworks angeschlossen.
„Wir freuen uns“, so Dr. Wiederspahn-Wilz, „dass sich nach den positiven Erfahrungen des vergangenen Jahres nun auch die AOK Hessen diesem Integrationsvertrag angeschlossen hat.“ Der Verbandsvorsitzende forderte jetzt auch alle anderen Krankenkassen auf, dem Vorbild der BKK und der AOK nachzueifern und ihren Ver-sicherten ebenfalls eine Behandlung nach dem Modell der integrierten Versorgung anzubieten. Auch die Politik solle diese Form der Behandlung stärker unterstützen, so der Verbandsvorsitzende.
Das Modell der integrierten Versorgung wurde 2004 bundesweit eingeführt, um nie-dergelassene Fachärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen besser zu vernetzen, die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern und gleichzeitig die Gesund-heitskosten zu senken. Für die Patienten bedeutet dies, dass sie ausschließlich von einem Facharzt, der gleichzeitig ihr Operateur ist, betreut werden und zwar von der ersten Untersuchung über die Operation, Rehabilitation bis zur Nachbehandlung. Diese „Betreuung aus einer Hand“ verhindere Reibungsverluste wie Doppeluntersuchungen, Umwege und Zeitverzögerungen und lasse eine punktgenauere und damit wirkungsvollere Therapie zu, als dies bei einer Behandlung nach altem Vorgehen „über viele unterschiedliche Stationen und medizinische Verantwortlichkeiten hinweg“ möglich sei, so Dr. Wiederspahn-Wilz.
Die Bremer Wissenschaftler untersuchten unter Leitung von Prof. Dr. Heinz J. Janßen von Januar bis Dezember 2006 insgesamt rund 1.700 Patienten, die in Hessen an den Kreuzbändern oder der Schulter operiert wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die nach dem Modell der integrierten Versorgung behandelten Patienten bis zu 35 Tage schneller wieder gesund und damit arbeitsfähig waren. So gab es nach altem Verfahren behandelte Patienten, die bis zu 103 Tage arbeitsunfähig waren, während integriert behandelte Patienten bereits nach 68 Tagen wieder zur Arbeit gehen konnten. Bei Patienten zwischen 50 und 59 Jahren war der Zeitvorteil noch ausgeprägter.
Diese deutlich frühere Genesung ist ein wesentlicher Grund der erheblichen Kosteneinsparung für die Krankenkassen, zum Beispiel beim Krankengeld. Einen Teil dieser Ersparnis gibt die BKK Hessen an ihre Versicherten weiter. Die BKK-Patienten sparen den Selbstkostenanteil für die Anschlussrehabilitation nach der Operation – immerhin 240 Euro. Neben der früheren Genesung und dem Kostenvorteil profitieren die Versicherten auch dadurch, dass sie unnötige Wege und Wartezeiten vermeiden und eine Betreuung auf durchgängig hohem Niveau erhalten.
Von dem Modell der integrierten Versorgung haben aber nicht nur die Patienten und die Krankenkassen, sondern auch die in letzter Zeit durch erschöpfte Budgets und Abrechnungschaos gebeutelten niedergelassenen Fachärzte Vorteile, so der LAOH. Dies liege vor allem an der „hervorragenden Abwicklung und zeitnahen Abrechnung durch den hessischen Architekten der Integrationsverträge“, die in Kassel ansässige Servicegesellschaft Medicalnetworks“, die, so Dr. Wiederspahn-Wilz, auch ganz wesentlich zum Gelingen der Bremer Studie beigetragen habe.










