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Risikostrukturausgleich: Mitglieder unterstützen vor allem andere Kassen

11.04.200716:42 UhrGesundheit & Medizin

(openPR) Ein enormer Kostenpunkt für die Bergische Krankenkasse blieb auch im Jahr 2006 der Risikostrukturausgleich (RSA). Die aktuellen Auswertungen liegen nun vor: Die Ausgaben für den Risikostrukturausgleich beliefen sich auf knapp 94 Millionen Euro, was rund 50 % der Gesamtausgaben ausmacht.

Der Risikostrukturausgleich wurde 1994 vom Gesetzgeber mit dem Hintergrund eingeführt, die unterschiedlichen Versichertenstrukturen der einzelnen Krankenkassen zu berücksichtigen. Als finanzieller Ausgleichmechanismus sorgt er dafür, dass Krankenversicherungen mit einer guten Risikostruktur ihrer Versicherten Ausgleichszahlungen an Versicherer mit einer schlechten Risikostruktur bezahlen.
Seit der Einführung des RSA wurde dieser durch über 20 Gesetze verändert und bürokratisiert.

Im Jahr 2006 wurden so bundesweit 15,1 Milliarden Euro innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung umverteilt. Das sind 500 Millionen Euro mehr als noch im Vorjahr. Größter und fast ausschließlicher Netto-Empfänger ist die AOK. Sie wurde im letzten Jahr über den RSA mit einem Rekordbetrag von 13,1 Milliarden Euro unterstützt. Analog zu dieser Umverteilung haben sich bundesweit die durchschnittlichen Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherungen mehr und mehr angenähert. Damit wurde das ursprüngliche Ziel des RSA erreicht: Unterschiedliche Beitragssätze nur auf Grund verschiedener Versichertenstrukturen gibt es heute nicht mehr.

„Obwohl wir mit etwa 50 % unserer Einnahmen unsere Mitbewerber unterstützen, können wir seit Jahren einen deutlich niedrigen Beitragssatz anbieten als der Durchschnitt der Krankenkassen, insbesondere als die großen RSA Empfängerkassen“ so Joachim Wichelhaus, Vorstand der Bergischen Krankenkasse, „Grund hierfür sind die niedrigen Verwaltungskosten und das solide und schuldenfreie Haushalten .“

Mit der am 1. April 2007 in Kraft getretenen Gesundheitsreform soll der Risikostrukturausgleich ab 2009 noch stärker an bestimmten Erkrankungen ausgerichtet werden. Es sollen sogar die unterschiedlichen Verwaltungskosten der Krankenkassen ausgeglichen werden. „Ein echter Wettbewerb unter den Krankenkassen ist damit aber kaum mehr möglich.“ kritisiert Joachim Wichelhaus. „Stattdessen sollte genau das Gegenteil angestrebt werden: Das Ziel der Weiterentwicklung sollte es sein, den RSA einfacher, unbürokratischer und effizienter zu machen“.

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