05.04.2007 - 18:01 - Vereine & Verbände

Dr. Uhlitz im Amt bestätigt

Pressemitteilung von: Verein für die Geschichte Berlins e.V., gegr. 1865
PR Agentur: PINNOW & Partner GmbH

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Was Du erforschet, hast Du miterlebt...
Berlins Geschichtsverein von 1865 mit prominenter Besetzung

Berlin, 5. April 2007. Dr. phil. Manfred Uhlitz, wurde am 3. April 2007 auf der ordentlichen Jahreshauptversammlung des Vereins für die Geschichte Berlins e.V., gegr. 1865, im Ferdinand-Friedensburg-Saal des Berliner Rathauses mit überwältigender Mehrheit im Amt des Vorsitzenden bestätigt. Vor zwei Jahren hatte der Kunsthistoriker das Amt aus den Händen seines Vorgängers, Prof. Dr. Klaus Finkelnburg, übernommen.

Die übrigen Mitglieder des erweiterten Vorstandes 2007-2009:
* Dr. Wolfgang Krogel, Leiter Kirchl. Archiv Berlin-Brandenburg, 1. stellv. Vorsitzender
* Dr. Susanne Kähler, Kunsthistorikerin, 2. stellv. Vorsitzende
* Dipl.-Ing. Dirk Pinnow, Präsident Ges. f. Transfer immateriellen Vermögens e.V., Schriftführer
* Dr. Wolther von Kieseritzky, Beiratsmitglied Berlin Guide - Verband der Berliner Stadtführer e. V., stellv. Schriftführer
* Henning Nause, Leiter der Geschäftsstelle, Schatzmeister
* Doris Tüsselmann, stellv. Schatzmeisterin
* Peter Borchardt, Leiter Zentrum für Berlin-Studien, Beisitzer
* Prof. Dr. Sibylle Einholz, FHTW-Professorin Museumskunde, Beisitzerin
* Sabrina Kimmel M.A., Beisitzerin
* Dipl.-Betriebswirt Jörg Kluge, Internet-Team, Beisitzer
* Dr. Klaus-Henning von Krosigk, stellv. Landeskonservator Berlin, Beisitzer
* Dr. Franziska Nentwig, Generaldirektorin Stiftung Stadtmuseum, Beisitzerin
* Dr. Uwe Schaper, Direktor Landesarchiv Berlin, Beisitzer
* Dr. Jürgen Wetzel, Direktor Landesarchiv Berlin i.R., Beisitzer

Mehr zur Geschichte Berlins und über den Verein: www.DieGeschichteBerlins.de

Dipl.-Ing. Dirk Pinnow
Büro des Schriftführers
c/o PINNOW & Partner
Köthener Straße 38
10963 Berlin
Tel.: 26 36 69 83
E-Mail:

Die Stadt Berlin erlebte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts tiefgreifende Veränderungen in ihrer gesellschaftlichen Struktur und ihrem Stadtbild wie kaum eine zweite deutsche Stadt: bewundernswerte Neuerungen in technischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereichen einerseits, unkontrollierter Zuzug von arbeitssuchenden Menschen mit all seinen negativen Folgen und gedankenloser Umgang mit der historischen Substanz der Stadt andererseits.

Diese ambivalente Entwicklung betrachteten jene Bürger, die sich der Geschichte der Stadt aus beruflicher und privater Neigung widmeten, mit großem Unbehagen. Im Jahr 1864 ergriffen Dr. Julius Beer, praktischer Arzt, und Ferdinand Meyer, Polizeisekretär, die Initiative, einen Geschichtsverein zu gründen, der dem Verlust an materiellen Zeugnissen Einhalt gebieten sollte.

Am 28. Januar 1865 konnten die Initiatoren zahlreiche Interessierte in der konstituierenden Sitzung für den gemeinnützigen "Verein für die Geschichte Berlins" im Café Royal, Unter den Linden, begrüßen. Oberbürgermeister Karl Theodor Seydel übernahm das Amt des Vorsitzenden. Ausdrücklich wandte man sich an alle Kreise der Berliner Bevölkerung, in denen die Anteilnahme an der Geschichte Berlins geweckt werden sollte. Durch die Förderung der heimatkundlichen Forschung unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Zusammenhänge sollte das Wissen um die geschichtliche Entwicklung der Stadt erweitert und vertieft werden. Dieses Ziel hat der Verein für die Geschichte Berlins in den 140 Jahren seines Bestehens uneingeschränkt erreicht.

Durch eigene Forschung und die Vermittlung ihrer Ergebnisse legte der älteste Geschichtsverein Berlins die Grundlage für die historische Erforschung der Stadt, auf der bis in die Gegenwart die Berlinforschung beruht. Regelmäßige öffentliche Vorträge bescherten und bescheren der Geschichte Berlins ein großes Publikum und dem Verein eine positive Resonanz. Er zählt heute knapp 700 Mitglieder.

Die 1875 auf der Fidicin-Medaille ausgegebene Devise "Was Du erforschet, hast Du miterlebt" fasst das Anliegen der Vereinsmitglieder zusammen. Die Medaille wurde 1872 aus Anlass des fünfzigjährigen Dienstjubiläums des städtischen Archivars Ernst Fidicin in dankbarer Anerkennung seiner Verdienste im Bereich der Urkundenforschung und Geschichtsschreibung Berlins verliehen. Nach Vorgaben des Vereins hatte der königliche Münzmedailleur G. E. Weigand den Stempel dazu geschnitten.

Auf dem Avers zeigt die Medaille die sitzende Berolina mit der Mauerkrone. Sie hält Papierrolle und Griffel zur Aufzeichnung der Geschichte bereit und erweist sich so zugleich als Clio, die Muse der Geschichtsschreibung. Neben ihr hockt der Bär des Berliner Stadtwappens und schaut ihr zu, das älteste Berliner Stadtsiegel in seinen Tatzen haltend. Es ist das Siegel, welches sich an der Urkunde von 1253 befindet, die der Verein für die Geschichte Berlins in der Berlinischen Chronik veröffentlichte. Damals führte die Stadt den Bären noch nicht im Wappen. Dieses Siegel war Vorbild für das monumentale Bronzesiegel, das aus Anlaß der 750-Jahr-Feier Berlins vor der Nikolaikirche aufgestellt wurde.

Der linke Fuß der Berolina ruht auf Büchern, und eins von diesen, die Spangen des Deckelverschlusses zum Gebrauch geöffnet, zeigt den Namen Fidicin.

Im Hintergrund ist eine Ansicht von Berlin dargestellt, von einem Standpunkt im Tiergarten. Rechts, vor dem Brandenburger Tor, zwischen den Buchspangen, in zwei Gleisen eine Andeutung der Pferde-Eisenbahn nach Charlottenburg. Über dem Tor erscheinen die Wipfel der Linden, der Rathausturm, die Kuppel des Schlossturmes, die Türme der Nikolai- und Marienkirche sowie der Friedrichswerderschen Kirche. Links ein Blick auf den Königsplatz mit der noch nicht fertig gestellten Siegessäule. Die erste Medaille zeigte unter dem Leitspruch des Vereins die Signatur des Künstlers.

Der Revers zeigt einen dichten Kranz von Eichen- und Lorbeerblättern, unten, oben und an beiden Seiten in der Mitte durch Kronen gebunden und in den Diagonalen dazwischen mit Stadtwappen belegt. Um das Wachsen der Stadt Berlin auszudrücken, wurde unten in der Mitte ein Helm mit der markgräflichen Krone gewählt, aus der der brandenburgische Adler hervorwächst, die Eroberung und deutsche Kolonisation der Mark unter Albrecht dem Bären anzudeuten. Die Form des Topfhelms gestaltete Weigand nach derjenigen, die sich auf Siegeln des Markgrafen befindet. Seine Initialen setzte der Künstler darunter.

Ihm folgt rechts der Kurhut, links die Königskrone, und oben zwischen den Enden des Kranzes die Kaiserkrone des Deutschen Reiches von 1871. Zwischen dem markgräflichen Helm und der preußischen Königskrone liegt das Berliner Siegel, das sich an einem Gewerksprivileg für die Kürschner aus dem Jahr 1280 befindet. Diesem Wappen rechts gegenüber, zwischen markgräflichem Wappen und Kurhut, das kleine Berliner Stadtsiegel, wie es an einem Reverse der Ratsleute zu Berlin und Cölln aus dem Jahr 1338 hängt. Der schreitende Bär trägt das brandenburgische Wappenschild an einem Band über sich.

Zwischen der Königskrone und der Kaiserkrone befindet sich das Siegel, wie es zum ersten Mal 1460 vorkommt, der schreitende Bär, über ihm der brandenburgische Adler. Als letztes folgt das Stadtwappen von 1709 mit dem brandenburgischen und dem preußischen Adler sowie dem nun aufrechtstehendem Berliner Bären im Schächerkreuz.

Das weit über die engere Vereinstätigkeit hinausgreifende Engagement der Mitglieder zeigen die Initiativen zur Errichtung zweier Museen, denen wir die Gründung des Märkischen Museums und nach dem Zweiten Weltkrieg das - nicht mehr existierende - Berlin-Museum verdanken. Von den vielen Persönlichkeiten, die die Vereinstätigkeit und die Erforschung der Berliner Geschichte prägten und förderten, seien der Stadtarchivar Ernst Fidicin (1802-1883), der Schauspieler und Schriftsteller Louis Schneider (1805-1878), der Photograph F. Albert Schwartz (1836-1906), die Kunsthistorikerin Margarete Kühn (1904-1995) und der Landeshistoriker Hans-Werner Klünner (1928-1999) genannt.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Im Jahr 2004 präsentiert sich der Verein für die Geschichte Berlins im neuesten Medium, dem Internet, mit einer Website, die bewusst das jüngste Publikum anspricht und auch hier an die wissenschaftlichen Maßstäbe der führenden ForscherInnen der Berliner Geschichte anknüpft.

Am 9. November 2005 wurde unsere Alt-Korporation von 1865 in das Vereinsregister eingetragen. Wir sind damit von sofort an ein eingetragener Verein, ein „e.V.“.

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