04.04.2007 - 23:04 - Politik, Recht & Gesellschaft
Deutsche Rotarier helfen Landminenopfern -- 4. April ist UN Tag für die Aufklärung über Minengefahr
Pressemitteilung von: Rotary International
Evanston, 4. April 2007. Vergraben in Feldern, Straßen und Wegen sind Landminen in über 70 Ländern dieser Welt zu einer "Massenvernichtungswaffe in Zeitlupe" geworden. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden jährlich 15.000 bis 20.000 Menschen durch Minen getötet oder verstümmelt. Mehr als ein Fünftel der Opfer sind Kinder.
“Antipersonenminen sollen nicht töten, sondern ihren Opfern schwere Verletzungen zufügen, die dauernde Invalidität als Folge haben,” sagt Gerhard Selmayr, Vorsitzender des von deutschen Rotary Clubs getragenen Vereins Mine-Ex, der sich für die medizinische und orthopädische Versorgung von Minenopfern im Kaukasus, Tadschikistan und Afghanistan einsetzt.
In Afghanistan, das neben Kambodscha, Angola und dem Irak zu den stärksten minenverseuchten Ländern der Erde zählt, gibt es laut UN Angaben 10 Millionen Minen und nicht explodierte Kriegswaffen. „Jeden Monat fallen im Durchschnitt 62 Afghanen Minen und Blindgängern zum Opfer. Das sind zwei Menschen pro Tag,” so Selmayr.
Mine-Ex geht auf die Initative des Schweizer Rotariers Hans Stirnemann zurück, der in den 90er Jahren als Chirug für das Internationale Rote Kreuz in Asien und Afrika im Einsatz war. “Bilder von zerfetzten Menschen mit abgerissenen Gliedern, durchlöcherten Augen, geschundenen Körpern standen vor meinen Augen, Menschen, die mich als Arzt stumm und verzweifelt anschauten, auf Hilfe und Rettung hoffend, die ich ihnen nicht bringen konnte,” erinnert sich Stirnemann. „Dort entstand meine Abscheu vor diesen Waffen.“
Überzeugt, dass die Bekämpfung des weltweiten Minenproblems nicht nur Worte, sondern Taten braucht, gründeten Rotarier aus der Schweiz und Deutschland das Mine-Ex Projekt zur Hilfe von Landminenopfern.
Seit 1997 hat Mine-Ex in enger Partnerschaft mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Tausende von Minenopfern mit Prothesen versorgt sowie Duzende einheimische Prothesenmacher, darunter Amputierte, ausgebildet. Während die Schweizer Rotarier ihre Hilfe auf Kambodscha konzentrieren, haben deutsche Rotarier rund 500.000 Euro an Spenden für Minenopfer in Georgien und Zentralasien aufgebracht. Die günstig im Land hergestellten Prothesen kosten, inklusive Anpassung und Gehschule, 130 € pro Stück. Prothesen und Behandlung sind für die Patienten kostenlos, aber sie haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Erwachsene benötigen alle drei bis fünf Jahre eine neue und Kinder alle 6 bis 12 Monate, weil sie wachsen.
“In Tiflis (Georgien) haben wir die Ausbildung von zehn Prothesentechnikern und 150 Prothesen finanziert. Auch in Tadschikistan, Aserbaidschan und Afghanistan haben wir zumeist jugendlichen Minenopfern geholfen, sich wieder selbst fortzubewegen und sogar einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können. Ziel ist, Hilfe zur Selbsthilfe und Wissenstransfer zu leisten,” so Selmayr.
Trotz intensiver Entminungsprogramme, so Selmayr, werden noch Jahrzehnte vergehen, bis die Böden der minenverseuchten Länder gesäubert sind. Minenräumung ist kostspielig und gefährlich und geht mit den bisher üblichen Detektionsmethoden (Metalldetektoren, Suchnadeln, Spürhunde und Räummaschinen, die nur im ebenen Terrain funktionieren) nur äusserst langsam voran.
“Wir finden Wasser auf dem Mars–Millionen Kilometer von der Erde entfernt,–aber keine Lösung für das Landminenproblem auf der Erde, obwohl die physikalischen Grundlagen dieselben sind,” sagt Ute Böttger, Mitglied im Rotary Club Berlin Schloss-Köpenick und Physikerin in der Weltraumforschung. Vor zwei Jahren hat Böttger zusammen mit Wissenschaftlern, Minenräumern und interessierten Bürgern den Verein “Wissen gegen Minen“ gegründet, um den Menschen in minenverseuchten Ländern modernes Methodenwissen zu Landminendetektionstechnologien über das Internet in der jeweiligen Landessprache uneingeschränkt zugänglich und nutzbar zu machen, so wie die freie Web-Enzyklopädie Wikipedia.
In Kooperation mit dem Institut für Technologie in Phnom Penh Kambodscha soll dieses Wissen nun in die Landessprache Khmer übersetzt werden. Die Finanzierung der Ausbildung eines Minenopfers zum Datenbankadministrator wird möglicherweise von Mine-Ex übernommen.
“Dieser Zugang zur Landminen-Hilfe mag anders sein, aber wir denken, dass es für uns der beste Weg ist, unser Wissen zu integrieren, zu vernetzen und so vielleicht Fortschritt für eine schnellere und sichere Minenräumung zu erreichen,” so Böttger.
Über MINE-EX
MINE-EX (www.mine-ex-rotary.de) ist ein von deutschen Rotary Clubs getragenes Projekt, das sich für ein weltweites Verbot von Antipersonenminen einsetzt und humanitäre Hilfe für Minenopfer leistet. Dem 2004 gegründeten Mine-Ex – gemeinnütziger Verein rotarischer Freundinnen und Freunde e.V. gehören 80 Mitglieder aus allen 14 deutschen Rotary Distrikten an. Die Minenopferhilfe des Vereins verfolgt vier Ziele:
1) Medizinische und orthopädische Versorgung der Minenopfer (Herstellung und Anpassung von Prothesen),
2) Ausbildung von lokalen Prothesentechnikern
3) Unterstützung von Aktivitäten für eine weltweite Ächtung der Produktion und des Einsatzes von Personenminen
4) Unterstützung der Räumung von Personenminen.
Rotary International
1560 Sherman Ave., Evanston, IL 60201, USA
Sandra Prüfer, Senior Media Relations Specialist - Europe/Africa
Phone: 847-866-3208,
Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.
KONTAKT:
Dr.Gerhard Selmayr, Rotary Club Karlsruhe, Vorsitzender des Mine-Ex e.V.
0721/68832,
Dr. Ute Böttger, RC Berlin Schloss-Köpenick, Vorsitzende des Wissen-Gegen-Minen e.V.
030/670 55 645,
Über Rotary
Rotary ist eine Organisation von Angehörigen aller Berufe, die sich weltweit vereinigt haben, um humanitäre Dienste zu leisten und sich für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen. Paul P. Harris gründete den ersten Dienstclub der Welt 1905 in Chicago. Heute gibt es weltweit mehr als 32.000 Rotary Clubs in nahezu 170 Ländern der Erde. In Deutschland gibt es mehr als 45.500 Rotarierinnen und Rotarier in 915 Clubs. Mehr Information unter www.rotary.de/
“Antipersonenminen sollen nicht töten, sondern ihren Opfern schwere Verletzungen zufügen, die dauernde Invalidität als Folge haben,” sagt Gerhard Selmayr, Vorsitzender des von deutschen Rotary Clubs getragenen Vereins Mine-Ex, der sich für die medizinische und orthopädische Versorgung von Minenopfern im Kaukasus, Tadschikistan und Afghanistan einsetzt.
In Afghanistan, das neben Kambodscha, Angola und dem Irak zu den stärksten minenverseuchten Ländern der Erde zählt, gibt es laut UN Angaben 10 Millionen Minen und nicht explodierte Kriegswaffen. „Jeden Monat fallen im Durchschnitt 62 Afghanen Minen und Blindgängern zum Opfer. Das sind zwei Menschen pro Tag,” so Selmayr.
Mine-Ex geht auf die Initative des Schweizer Rotariers Hans Stirnemann zurück, der in den 90er Jahren als Chirug für das Internationale Rote Kreuz in Asien und Afrika im Einsatz war. “Bilder von zerfetzten Menschen mit abgerissenen Gliedern, durchlöcherten Augen, geschundenen Körpern standen vor meinen Augen, Menschen, die mich als Arzt stumm und verzweifelt anschauten, auf Hilfe und Rettung hoffend, die ich ihnen nicht bringen konnte,” erinnert sich Stirnemann. „Dort entstand meine Abscheu vor diesen Waffen.“
Überzeugt, dass die Bekämpfung des weltweiten Minenproblems nicht nur Worte, sondern Taten braucht, gründeten Rotarier aus der Schweiz und Deutschland das Mine-Ex Projekt zur Hilfe von Landminenopfern.
Seit 1997 hat Mine-Ex in enger Partnerschaft mit dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) Tausende von Minenopfern mit Prothesen versorgt sowie Duzende einheimische Prothesenmacher, darunter Amputierte, ausgebildet. Während die Schweizer Rotarier ihre Hilfe auf Kambodscha konzentrieren, haben deutsche Rotarier rund 500.000 Euro an Spenden für Minenopfer in Georgien und Zentralasien aufgebracht. Die günstig im Land hergestellten Prothesen kosten, inklusive Anpassung und Gehschule, 130 € pro Stück. Prothesen und Behandlung sind für die Patienten kostenlos, aber sie haben nur eine begrenzte Lebensdauer. Erwachsene benötigen alle drei bis fünf Jahre eine neue und Kinder alle 6 bis 12 Monate, weil sie wachsen.
“In Tiflis (Georgien) haben wir die Ausbildung von zehn Prothesentechnikern und 150 Prothesen finanziert. Auch in Tadschikistan, Aserbaidschan und Afghanistan haben wir zumeist jugendlichen Minenopfern geholfen, sich wieder selbst fortzubewegen und sogar einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können. Ziel ist, Hilfe zur Selbsthilfe und Wissenstransfer zu leisten,” so Selmayr.
Trotz intensiver Entminungsprogramme, so Selmayr, werden noch Jahrzehnte vergehen, bis die Böden der minenverseuchten Länder gesäubert sind. Minenräumung ist kostspielig und gefährlich und geht mit den bisher üblichen Detektionsmethoden (Metalldetektoren, Suchnadeln, Spürhunde und Räummaschinen, die nur im ebenen Terrain funktionieren) nur äusserst langsam voran.
“Wir finden Wasser auf dem Mars–Millionen Kilometer von der Erde entfernt,–aber keine Lösung für das Landminenproblem auf der Erde, obwohl die physikalischen Grundlagen dieselben sind,” sagt Ute Böttger, Mitglied im Rotary Club Berlin Schloss-Köpenick und Physikerin in der Weltraumforschung. Vor zwei Jahren hat Böttger zusammen mit Wissenschaftlern, Minenräumern und interessierten Bürgern den Verein “Wissen gegen Minen“ gegründet, um den Menschen in minenverseuchten Ländern modernes Methodenwissen zu Landminendetektionstechnologien über das Internet in der jeweiligen Landessprache uneingeschränkt zugänglich und nutzbar zu machen, so wie die freie Web-Enzyklopädie Wikipedia.
In Kooperation mit dem Institut für Technologie in Phnom Penh Kambodscha soll dieses Wissen nun in die Landessprache Khmer übersetzt werden. Die Finanzierung der Ausbildung eines Minenopfers zum Datenbankadministrator wird möglicherweise von Mine-Ex übernommen.
“Dieser Zugang zur Landminen-Hilfe mag anders sein, aber wir denken, dass es für uns der beste Weg ist, unser Wissen zu integrieren, zu vernetzen und so vielleicht Fortschritt für eine schnellere und sichere Minenräumung zu erreichen,” so Böttger.
Über MINE-EX
MINE-EX (www.mine-ex-rotary.de) ist ein von deutschen Rotary Clubs getragenes Projekt, das sich für ein weltweites Verbot von Antipersonenminen einsetzt und humanitäre Hilfe für Minenopfer leistet. Dem 2004 gegründeten Mine-Ex – gemeinnütziger Verein rotarischer Freundinnen und Freunde e.V. gehören 80 Mitglieder aus allen 14 deutschen Rotary Distrikten an. Die Minenopferhilfe des Vereins verfolgt vier Ziele:
1) Medizinische und orthopädische Versorgung der Minenopfer (Herstellung und Anpassung von Prothesen),
2) Ausbildung von lokalen Prothesentechnikern
3) Unterstützung von Aktivitäten für eine weltweite Ächtung der Produktion und des Einsatzes von Personenminen
4) Unterstützung der Räumung von Personenminen.
Rotary International
1560 Sherman Ave., Evanston, IL 60201, USA
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Dr.Gerhard Selmayr, Rotary Club Karlsruhe, Vorsitzender des Mine-Ex e.V.
0721/68832,
Dr. Ute Böttger, RC Berlin Schloss-Köpenick, Vorsitzende des Wissen-Gegen-Minen e.V.
030/670 55 645,
Über Rotary
Rotary ist eine Organisation von Angehörigen aller Berufe, die sich weltweit vereinigt haben, um humanitäre Dienste zu leisten und sich für Frieden und Völkerverständigung einzusetzen. Paul P. Harris gründete den ersten Dienstclub der Welt 1905 in Chicago. Heute gibt es weltweit mehr als 32.000 Rotary Clubs in nahezu 170 Ländern der Erde. In Deutschland gibt es mehr als 45.500 Rotarierinnen und Rotarier in 915 Clubs. Mehr Information unter www.rotary.de/
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