21.03.2007 - 17:03 - Gesundheit & Medizin

Krebspatienten haben in den USA teilweise längere Überlebensraten als in Deutschland

Pressemitteilung von: Forum Gesundheitspolitik
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In einer jetzt veröffentlichten Studie mit neueren Daten zum Langzeitüberleben bei 23 verschiedenen Krebserkrankungen hat sich gezeigt: Bei einigen häufigen Krebsarten überleben US-Patienten länger als deutsche. Besonders deutliche Differenzen, wie sie für das Überleben nach Brustkrebs gefunden wurden, sind vermutlich auf Unterschiede in der Beteiligung an Früherkennungsmaßnahmen zurückzuführen. Ein neuartiges Berechnungsverfahren ermöglichte zum ersten Mal einen aktuellen, direkten Vergleich der Langzeit-Überlebensraten von Krebspatienten in Deutschland und in den USA. Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum stellten für 23 verschiedene Krebserkrankungen die 5- und 10-Jahres-Überlebensraten beider Länder einander gegenüber.

Für mehrere Krebsarten unterscheiden sich die Prognosen in beiden Ländern deutlich: Beim Magenkrebs fällt die 5-Jahres-Überlebensrate in Deutschland günstiger aus, ebenso die 10-Jahres-Überlebensraten bei Magen- und Lungenkrebs. Deutlich und statistisch signifikant höhere 5- und 10-Jahres-Überlebensraten hatten dagegen amerikanische Patienten mit Prostata, Brust, Gebärmutterhals- und Mundhöhlenkrebs. Weiterhin hat die Studie gezeigt:

• Amerikanische Brustkrebspatientinnen haben durchgehend und unabhängig vom Erkrankungsalter eine bessere Prognose als deutsche. Während bei jüngeren Patientinnen die Ergebnisse beider Länder noch annähernd identisch sind, nimmt die 5-Jahres-Überlebensrate in Deutschland mit höherem Erkrankungsalter ab und erreicht zwischen der jüngsten und der ältesten Patientengruppe (unter 54 sowie über 75 Jahren) eine Differenz von zwölf Prozent.
• US-Amerikaner überleben die ersten fünf Jahre nach der Diagnose Prostatakrebs zu annähernd hundert Prozent. Bei Deutschen liegt die 5-Jahres-Überlebensrate deutlich niedriger. Vor allem bei den jüngsten und den ältesten Patienten (unter 54 sowie über 75 Jahren) beträgt die Differenz zwischen beiden Ländern rund 18 Prozent.
• Bei 14 Krebsarten jedoch sind die Überlebensraten in Deutschland und den USA identisch. Dazu zählen insbesondere solche Erkrankungen, für die effiziente Therapien zur Verfügung stehen wie bestimmte Leukämien, Hoden- und Schilddrüsenkrebs.

Es bleibt abzuwarten, inwieweit die Studienergebnisse tatsächlich belegen, dass auch die Sterblichkeit bei Krebserkrankungen durch die in den USA teilweise frühere Diagnose beeinflusst wird. Erst kürzlich hatte eine Studie zum Lungenkrebs deutlich gemacht, dass ein frühzeitigeres Screening zwar die Überlebenszeit verlängert (weil die Diagnose früher gestellt wird und sich dadurch der Zeitraum zwischen Diagnose und Tod automatisch erhöht), dass dies aber keinen Einfluss auf die Sterblichkeit hat.

Weitere Informationen:
www.forum-gesundheitspolitik.de/dossier/index605.htm

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Dr. Gerd Marstedt
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