20.03.2007 - 06:54 - Politik, Recht & Gesellschaft

Mit Cogito, ergo sum in die Sackgasse? Zweiter internationaler Workshop an der Uni Bayreuth vom 22.-26. März

Pressemitteilung von: Cheesefondue-Gruppe / PR Agentur: Deep Thought Kommunikation
Die ‚Cheesefondue-Symposium’-Gruppe tritt an, um komplementäre und integrative Alternativen zum abgespaltenen Rationalismus zu entwickeln – der zweite internationale Workshop an der Uni Bayreuth will vermeintliche Gegensätze zu Lösungen verschmelzen.

Warum tun wir uns so schwer, folgerichtig auf Offensichtliches zu reagieren? Wieso gelang es trotz rasanter technologischer Entwicklung bisher nicht, der Lösung auch nur einer der großen globalen Herausforderungen Klimawandel, Ernährung, friedliche Koexistenz und Gesundheit entscheidend näher zu kommen? Eine bemerkenswert zusammengesetzte Gruppe aus verschiedenen europäischen Ländern sucht nach Ursachen und Lösungen – aktueller Brennpunkt ist die Universität Bayreuth.

„CO2 oder Rente, Gesundheits- oder Friedenspolitik: Ganz offensichtlich reicht die Überzeugungskraft rein rationaler Argumente nicht aus, um die notwendigen Veränderungen zu bewirken“ bringt Prof. Dr. Hartmut Frank, Chemiker und Ökotoxikologe an der Universität Bayreuth und einer der Initiatoren der ‚Cheesefondue-Gruppe’, seine Wahrnehmung auf den Punkt. In dieser Einschätzung sehen sich die Cheesefondue-Initiatoren – der absichtlich unideologisch gewählte Gruppenname leitet sich von einer Gelegenheit zum Gespräch ab – in einer Linie z.B. mit Friedrich Nietzsche, Max Weber, Dolores la Chapelle oder Umberto Maturana.

Bildung ist der Schlüssel

Dreh- und Angelpunkt jeder Lösung, so Frank, sei die Bildung: „Wir brauchen eine um intuitive Erkenntniswege erweiterte Wissenschaft und Lehre, wie sie z.B. Edgar Morin (Les sept savoirs nécessaires à l’éducation du futur; UNESCO 1999) fordert. Hier setzt unsere Arbeit an. Und darum geht es auch beim zweiten Cheesefondue-Workshop in Bayreuth.“

Von 22. bis 26. März treffen sich auf dem Campus der Bayreuther Universität Initiatoren und Interessenten, Professoren und Priester, Philosophen und Manager, Pädagogen und Künstler im Rahmen eines viel versprechenden Programms – nicht zuletzt, um den Brückenschlag zwischen den Welten zu üben. Denn seit Descartes hat man sich gründlich auseinander gelebt.

Scheinbare Gegensätze auflösen

„Es muss zuallererst darum gehen, die unterschiedlichen Auffassungen und Methoden miteinander zu versöhnen. Unterschiedliche Disziplinen und Weltanschauungen haben, meist jede für sich, eigene Antworten auf die Grundfragen der Menschheit entwickelt. Um deren Potential in Lösungen zusammenführen zu können, müssen wir zunächst daran arbeiten, scheinbare Gegensätze aufzulösen. In Bayreuth wird deshalb jeder Teilnehmer mindestens ein mal über seinen weltanschaulichen Schatten springen müssen. Methoden und Vokabular etwa von Wissenschaftlern, Theologen und Schamanen an einem Tisch zusammen zu bringen, garantiert temperamentvollen Meinungsaustausch. Notorischen Spöttern wird entgegen gehalten, dass es den Initiatoren nicht um ein Zurück zu vormodernen Mythen gehe. Ziel sei vielmehr eine erweiterte Rationalität, die emotionale und ethische Grundlagen menschlicher Tätigkeit nicht verdrängt, sondern integriert. Hartmut Frank: "Nach vier Tagen Workshop wollen wir konkrete Arbeitsaufträge in Händen halten, mit deren Hilfe wir der Integration wissenschaftlicher, emotionaler und spiritueller Gehalte in Lehrplänen ein Stück näher kommen können. Dabei zählt nur deren Erfolgsaussicht, nicht die ideologische Richtung, aus welcher sie kommen.“

Spannende Referate und Open Space

Inspiriert von ebenso unterschiedlichen wie hochkarätigen Referaten – auf der Rednerliste stehen z.B. Club Of Rome-Mitglied Leo Nefiodow, Trauerakademie-Gründer Fritz Roth und Declan Kennedy von der Gaia University – werden die Teilnehmer in Open-Space-Foren arbeiten. Rundherum spannt sich ein vielseitiges Programm aus Get-together, Kultur und Meditationen, das am 26. März um 14 Uhr mit einer Pressekonferenz endet (www.uni-bayreuth.de/cheesefondue-workshops/bayreuth).

Beeindruckende Reichweite
Bereits heute, kaum ein Jahr nach dem ersten Cheesefondue-Workshop in Marienthal/Neiße, ist die Resonanz mehr als ermutigend. Schon steht der Termin für den dritten Workshop von 23. bis 26. September 2007 an der Universität im italienischen Ferrara, deren Rektor Patrizio Bianchi auch Sprecher der italienischen Rektorenkonferenz und erklärter Unterstützer der Cheesefondue-Idee ist. Für Workshop IV in 2008 liegt eine Einladung der regionalen Regierung der Kanareninsel La Palma vor. Deren Minister Jose Izquierdo Botella wird ebenso wie der Leiter des EU-Büros in Deutschland, Dr. Gerhard Sabathil, am 27.3., im Anschluss an den Workshop im Rahmen einer Cheesefondue-Session sprechen.

Ob noch Teilnehmer angenommen werden können, stand bei Redaktionsschluss angesichts der Begrenzung der maximalen Teilnehmerzahl auf 100 Personen nicht fest. Interessenten können sich ggf. unter www.bayceer.uni-bayreuth.de/cheese07/ registrieren; Kosten und Programm sind auf der Projekt-Website hinterlegt. (www.uni-bayreuth.de/cheesefondue-workshops/bayreuth/deutsch/)

Cheesefondue c/o Integralis gem. e.V., Gesellschaft für Kultur und Bildung,
Dr. Maik Hosang, 02627 Hochkirch, Gut Pommritz

Pressekontakt: Kim Sen-Gupta, Deep Thought Kommunikation, (069) 97 84 84-0,

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Die ‚Cheesefondue-Symposium’-Gruppe (www.uni-bayreuth.de/cheesefondue-workshops)
ist eine 2006 unter dem Dach des Hochkircher gemeinnützigen Vereins Integralis gegründete Initiative, in deren Rahmen Bürgerinnen und Bürger aus verschiedenen beruflichen und gesellschaftlichen Kreisen Konzepte zur Bildung erarbeiten.

Gemeinsame Basis ist die Überzeugung, dass für eine zukunftsfähige Geisteskultur neben der Vernunft auch existenzielle, emotionale und seelische Erkenntniswege notwendig sind, um zu letztendlich wirksamen Einsichten und Konzepten zu gelangen, die Fortschritte auf dem Weg zu verantwortbaren Lösungen der immer drängenderen Herausforderungen unserer Zeit ver-sprechen.
Die Cheesefondue-Gruppe fühlt sich vergleichbaren Zielen gewidmeten Projekten in aller Welt verbunden (z.B. California Institute of Integral Studies, kaospiloterne/Dänemark, Welt-Ethos-Forum, Global Challenges, Club of Budapest u.a.). Zur Mitwirkung eingeladen sind alle Interessierten.

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